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Informativer Text (1)


Aufgabe

In der Klasse habt ihr entschieden, das nächste Projektthema „Leben in Deutschland“ arbeitsteilig anzugehen. Jeder hat sich ein vorgegebenes Thema gewählt. Du hast dir „Das Freizeitverhalten der Deutschen – Veränderungen und Trends bei Jung und Alt“ ausgesucht.

Alle Themen sollen am Ende des Projekts in einer Zeitschrift zusammengestellt werden, die am Tag der offenen Tür in der Schulbibliothek ausgelegt wird.

Verfasse einen informativen Text zu dem Thema „Das Freizeitverhalten der Deutschen – Veränderungen und Trends bei Jung und Alt“.

Werte dazu folgende Materialien aus:

M1: Frankfurter Allgemeine Zeitung (27.08.2015): „Viel Internet, wenig Oper“ von Johannes Leithäuser, URL: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/fernsehen-bleibt-beliebteste-fre..., letzter Zugriff am 26.01.2016.

klassenarbeit_1_material_2–6.pdf

Lösung

Der jüngeren Generation wird gern eine besonders große Vorliebe für Freizeit zugeschrieben. Gerade wenn es um das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit geht, die Work-Life-Balance, bescheinigen die Medien der Gesellschaft einen großen Wandel in den letzten Jahren. Klar ist, dass die Bedeutung der Freizeit und deren Ausgestaltung deutlich zugenommen hat. Das Angebot an Freizeitaktivitäten ist dadurch fast unendlich.

Doch wofür nutzen die Deutschen ihre Freizeit? Gibt es wirklich solche deutlichen Veränderungen im Vergleich zu den letzten Jahren?

Die Stiftung für Zukunftsfragen hat in ihrer Studie „Freizeit-Monitor 2015“ das Freizeitverhalten der Deutschen untersucht. Sie bezieht in ihre Fragestellung die Kategorien Alter, zeitliche Nutzung, Einkommen, Art und Dauer der Nutzung ein.

Eine Spitzenstellung nimmt nach wie vor das Fernsehen ein, das in den Top Ten der Freizeitbeschäftigungen bei fast allen Gruppen an erster Stelle steht. Unterschiedlich ist jedoch die zeitliche Nutzung, denn der Konsum nimmt mit dem Alter zu: Schauen Jugendliche im Schnitt 11 Stunden pro Woche fern, sind es bei den Rentnern mehr als 18 Stunden.

Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren steht das Internet als Freizeitbeschäftigung hoch im Kurs. Ebenso sind Aktivitäten sehr beliebt, die mit digitalen Medien verbunden sind. Fast alle Befragten verbrachten regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) Zeit mit ihrem Handy, Computer, in sozialen Netzwerken oder mit dem Hören von Musik. Nur 73 % gaben an, dass sie regelmäßig etwas mit ihren Freunden unternehmen.

Einige Trends sind gut zu erkennen: Das Internet ist der eindeutige Gewinner im Vergleich zu den Befragungsergebnissen vor 5 Jahren. Gaben 2010 noch 48 % der Befragten an, dass sie regelmäßig das Internet nutzten, so waren es 2015 schon 73 %. Das ist eine Steigerung um gut die Hälfte in nur 5 Jahren. Auch das CD- und MP3-Hören hat im Vergleich zu 2010 zugenommen, um 15 Prozentpunkte. Auffällig ist, dass zwischenmenschliche Aktivitäten wie Kaffeetrinken (minus 12 Prozentpunkte) und Freunde treffen (minus 8 Prozentpunkte) seltener unternommen werden.

Interessant ist die sogenannte „Blacklist“, die in der Studie angelegt worden ist. Darin sind die 10 Aktivitäten aufgeführt, die die Mehrheit der Befragten nie ausübt. Klarer „Gewinner“ sind Spielhallen; 90 % gaben an, dass sie sich nie dort aufhalten. Auch kulturelle Freizeitbeschäftigungen wie der Besuch eines Theaters, Konzerts oder der Oper werden von 54 % nie unternommen. Seit 2004 hat sich das Verhältnis in diesem Bereich umgekehrt, denn damals sahen es immerhin noch rund 55 % als mögliche Freizeitoption an. Die Forscher machen für diesen Rückgang die Konkurrenz durch andere Angebote, die „gealterte“ Besucherstruktur und die Kosten für solche Besuche verantwortlich.

Dass das Geld einen entscheidenden Einfluss auf die Freizeitgestaltung hat, wird deutlich, wenn man das Einkommen als Vergleichsaspekt betrachtet. Nach dem „Freizeit-Monitor“ beschäftigen sich Geringverdiener (Monatseinkommen unter 1500 Euro) wesentlich öfter mit Faulenzen und Schlafen als Besserverdiener (Monatseinkommen über 3000 Euro). Mehr Einkommen bedeutet also mehr Zeit mit Internet, Computer und kulturellen Angeboten – alles Aktivitäten, die mit Kosten verbunden sind.

Die Studie hat gezeigt, dass das Internet eine zunehmend wichtige Freizeitbeschäftigung der Deutschen geworden ist. Das Fernsehen bleibt jedoch, vor allem bei den älteren Teilen der Bevölkerung, ein gewichtiger Bestandteil des Freizeitverhaltens. Zwischenmenschliche Aktivitäten und solche, die keiner elektronischen Geräte bedürfen, werden nach und nach auf die hinteren Plätze verdrängt werden. Inwieweit das über kurz oder lang zu Problemen im Sozialverhalten und im Zusammenhalt der Menschen führen könnte, bleibt abzuwarten.

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