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Wie du zwischen irrealen Satzgefügen der Gegenwart und der Vergangenheit unterscheidest


Aufgabe

Bestimme bei folgenden drei Sätzen, ob es sich jeweils um einen Irrealis der Gegenwart oder der Vergangenheit handelt. Übersetze die Sätze anschließend.

  1. Si potuissem, adiuvissem.
  2. Magister contentus esset, si disceremus.
  3. Nisi servi laboravissent, domina eos reprehendisset.

Das musst du wissen

Es ist immer dann von einem Irrealis die Rede, wenn ein Geschehen dargestellt wird, das der Sprecher als nicht wirklich erachtet, also als irreal. Dabei kannst du zwischen dem Irrealis der Gegenwart und dem Irrealis der Vergangenheit unterscheiden. Beim Irrealis der Gegenwart wird etwas genannt, was gerade in diesem Augenblick nicht wirklich ist, z. B.: „Wenn das Wetter gut wäre, ...“ (ist es aber im Moment nicht). Beim Irrealis der Vergangenheit hingegen bezieht sich das Unwirkliche auf eine schon vergangene Zeit, z. B.: „Wenn das Wetter (damals) gut gewesen wäre, ...“ (war es aber in dem vergangenen Moment nicht).

Im Lateinischen ebenso wie im Deutschen wird für das Nichtwirkliche als Modus der Konjunktiv verwendet; den Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit markieren wir im Lateinischen durch das Tempus des Konjunktivs: Der Konjunktiv Imperfekt drückt einen Irrealis der Gegenwart aus, der Konjunktiv Plusquamperfekt einen Irrealis der Vergangenheit.
dicerem: ich würde sagen (z. B., wenn man mich fragte)
dixissem: ich hätte gesagt (z. B., wenn man mich gefragt hätte)

Schritt 1: Bestimme, ob ein Irrealis der Gegenwart oder der Vergangenheit vorliegt

Um zu bestimmen, ob ein Irrealis der Gegenwart oder der Vergangenheit vorliegt, musst du prüfen, in welchem Tempus der Konjunktiv steht. Dafür ist es wichtig, dass du die Zeitenbildung beherrschst.

  1. Si potuissem, adiuvissem.
    Sowohl die Form potuissem als auch adiuvissem haben beide das für den Konjunktiv Plusquamperfekt typische Merkmal -isse- zwischen Perfektstamm und Personalendung. Es handelt sich also um Plusquamperfektformen, die einen Irrealis der Vergangenheit ausdrücken.
  2. Magister contentus esset, si disceremus.
    Das erste Prädikat, esset, ist ein Konjunktiv Imperfekt des Infinitivs esse; bei dem Prädikat disceremus handelt es sich, wie wir am Moduskennzeichen -re- ablesen können, ebenfalls um einen Konjunktiv Imperfekt, diesmal des Verbs discere. Es liegt also ein Irrealis der Gegenwart vor.
  3. Nisi servi laboravissent, domina eos reprehendisset.
    In diesem Beispiel taucht wieder das Kennzeichen -isse- auf; wir haben es also mit Konjunktiv Plusquamperfekt und demnach mit einem Irrealis der Vergangenheit zu tun.

Schritt 2: Übersetze die Sätze

Nun müssen wir die Sätze nur noch übersetzen.

  1. Si potuissem, adiuvissem.
    potuissem kommt vom Infinitiv posse, können. Es handelt sich um einen Konjunktiv Plusquamperfekt in der 1. Pers. Singular. Übersetzt heißt es also: ich hätte gekonnt. Wir erhalten für adiuvissem die gleiche Bestimmung und übersetzen es mit: ich hätte geholfen. Insgesamt lautet der Satz demnach: Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich geholfen.
  2. Magister contentus esset, si disceremus.
    In diesem Satz ist magister, der Lehrer, das Subjekt. Weil es sich bei esset um einen Konjunktiv Imperfekt von esse, sein, handelt, übersetzen wir mit er wäre. Was der Lehrer wäre, verrät uns schließlich das Prädikatsnomen contentus: zufrieden. Die Bedingung dafür liefert der si-Satz: wenn wir lernten/lernen würden. Wir erhalten: Der Lehrer wäre zufrieden, wenn wir lernten/lernen würden.
  3. Nisi servi laboravissent, domina eos reprehendisset.
    Im nisi-Satz ist servi das Subjekt, laboravissent ist das dazugehörige Prädikat, das in der 3. Pers. Plural Konj. Plqpf. steht: Wenn die Sklaven nicht gearbeitet hätten. Was die Folge gewesen wäre, wenn sie nicht gearbeitet hätten, sagt uns der Hauptsatz: Das Subjekt ist domina, die Herrin, das dazugehörige Prädikat reprehendisset; es steht in der 3. Pers. Singular Konj. Plqpf.: er/sie/es hätte getadelt. Bleibt noch das Akkusativobjekt eos, das von is, ea, id kommt und ein Akkusativ Plural maskulin ist: diese bzw. sie. Der vollständige Satz lautet: Wenn die Sklaven nicht gearbeitet hätten, hätte sie die Herrin getadelt.

Lösung

  1. Si potuissem, adiuvissem. Irrealis der Vergangenheit: Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich geholfen.
  2. Magister contentus esset, si disceremus. Irrealis der Gegenwart: Der Lehrer wäre zufrieden, wenn wir lernten/lernen würden.
  3. Nisi servi laboravissent, domina eos reprehendisset. Irrealis der Vergangenheit: Wenn die Sklaven nicht gearbeitet hätten, hätte sie die Herrin getadelt.
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