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Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie du Prädikatsnomen und Prädikativum bestimmst und übersetzt

Aufgabe

Bestimme, ob in den folgenden Sätzen Prädikatsnomina oder Prädikativa vorkommen. Übersetze die Sätze, in denen Prädikatsnomina oder Prädikativa vorhanden sind.

  1. Puella serva est.
  2. Servi in campo laeti laborant.
  3. Quintus primus venit.

Das musst du wissen

Prädikatsnomina und Prädikativa sind immer Nomina (also Substantive, Adjektive oder Pronomen), die ein Bezugswort, also ein anderes Nomen haben, mit dem sie KNG-kongruent sind, also in Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen. 

Prädikatsnomina sind eine notwendige Ergänzung zu einem Hilfsverb.

Ein Prädikativum ist eine zusätzliche Angabe bei einem Vollverb. 

Schritt 1: Bestimme die Substantive und gib ihre Bezugswörter an

Bestimme als Erstes die Substantive und gib ihre Bezugswörter an, also diejenigen Wörter, mit denen sie in Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen.

a) Puella serva est.
In diesem Satz gibt es zwei Substantive: Puella von puella, ae (f.) (= ein/das Mädchen) und serva von serva, ae (f.) (= eine/die Sklavin).

Beide Nomina gehören zur a-Deklination und können Nominativ oder Ablativ Singular sein. Probieren wir beide Möglichkeiten in der Übersetzung aus. Wir beginnen mit puella:
Nominativ Singular: Ein/das Mädchen ist. → Das ergibt Sinn.
Ablativ Singular: Durch ein/das Mädchen ist. → Das ergibt keinen Sinn.

Jetzt nehmen wir noch serva hinzu:

Nominativ Singular: Ein/das Mädchen ist eine/die Sklavin. → Das ergibt Sinn.
Ablativ Singular: Ein/das Mädchen ist durch eine/die Sklavin. → Diese Übersetzung passt nicht.

Also sind puella und serva beide Nominativ Singular Femininum. Das bedeutet, dass puella und serva in Bezug zueinander stehen.

b) Servi in campo laeti laborant.
In diesem Satz kommen zwei Substantive vor: servi und campoServi kann Genitiv Singular oder Nominativ Plural sein, da der Nominativ Singular servus, i (m.) (= ein/der Sklave) heißt. Dass servi Nominativ Plural ist, liegt nahe, da in dem Satz kein anderes Nomen vorkommt, das in Numerus und Person mit dem Prädikat übereinstimmt. Außerdem würde der Satz „Eines/des Sklaven arbeiten.“ keinen Sinn ergeben. Campo kommt von campus, i (m.) (= ein/das Feld) und kann somit der Form nach zwar Dativ und Ablativ Singular sein, da aber vor campo in steht, ist campo in jedem Fall Ablativ Singular. Damit bezieht es sich also nicht auf servi. 
Hier bleibt nur noch laeti übrig. Alle anderen Wörter sind bereits bestimmt. Laeti besitzt dieselbe Endung wie servi. Laeti kommt von laetus, a, um (= fröhlich) und ist ein Adjektiv. Der Form nach kann es ebenfalls Genitiv Singular oder Nominativ Plural sein. laeti als Adjektiv kann einerseits nicht allein stehen, andererseits steht es im Nominativ Plural. Deshalb muss es sich auf servi beziehen. Auf campo kann laeti sich nicht beziehen, da es mit campo nicht kongruent ist.

c) Quintus primus venit.
Das einzige Substantiv ist hier der Name Quintus. Es gehört zur o-Deklination und aufgrund der Endung -us muss es Nominativ Singular sein. Das einzige weitere Wort neben dem Prädikat ist primus. Primus ist ein Adjektiv (primus, a, um = erster, erste, erstes) und bezieht sich wegen der gleichen Endung (-us) auf das Bezugswort Quintus.

Schritt 2: Prädikatsnomen oder Prädikativum?

Bestimme als Nächstes, um welche Art von Verb es sich in den Sätzen handelt. Dazu musst du das Prädikat bestimmen. Dann kannst du entscheiden, ob in dem jeweiligen Satz ein Prädikatsnomen oder ein Prädikativum vorliegt.

a) Puella serva est.
In diesem Satz ist est das Prädikat. Es leitet sich vom Infinitiv esse (= sein) ab und steht hier in der 3. Person Singular. Esse gehört zu den Hilfsverben, das solltest du dir merken. Du erkennst es aber auch daran, wenn du fragst: „Was ist das Mädchen?“ Die Antwort kann nicht lauten: „Das Mädchen ist.“ Dieser Satz ist unvollständig. Die Antwort muss hier lauten: „Das Mädchen ist eine Sklavin.“ Hilfsverben benötigen also immer eine Ergänzung, hier ein Prädikatsnomen. In diesem Fall ist es serva. Deshalb ist serva ein Prädikatsnomen. Es steht zusammen mit einem Hilfsverb und bezieht sich auf puella, da beide Nomina denselben Kasus (Nominativ), Numerus (Singular) und dasselbe Genus (Femininum) haben.

b) Servi in campo laeti laborant.
Hier ist laborant das Prädikat. Der Infinitiv lautet laborare (= arbeiten). Das heißt, laborant ist die 3. Person Plural. Außerdem ist ​laborare ein Vollverb. Du kannst fragen: „Wer oder was arbeitet?“ Die Antwort lautet: „Die Sklaven arbeiten.“ Das Vollverb laborant benötigt also keine Ergänzung, da der Satz „Die Sklaven arbeiten.“ nicht unvollständig ist. Also liegt hier ein Prädikativum vor. In Schritt 1 haben wir bestimmt, dass laeti sich auf servi bezieht, da beide Nominativ Plural Maskulinum sind. Somit ist auch dieses Kriterium für ein Prädikativum erfüllt. Da servi unser Subjekt sein muss, da es das einzige Substantiv im Nominativ Plural ist und in Numerus und Person mit dem Prädikat übereinstimmt, bleibt nur noch laeti als Prädikativum. Außerdem ist laeti eine zusätzliche Angabe zum Vollverb und beschreibt es genauer: Wie arbeiten die Sklaven? Die Sklaven arbeiten fröhlich.

c) Quintus primus  veni t.
Venit ist hier das Prädikat und die 3. Person Singular des Infinitivs venire (= kommen). Venire ist ein Vollverb, da du fragen kannst: „Wer oder was kommt?“ Antwort: „Quintus kommt.“ Dieser Satz ist vollständig. Also kommt das Vollverb venit auch ohne Ergänzung aus. Das bedeutet, es kommt wieder nur ein Prädikativum infrage. Gibt es in diesem Satz ein weiteres Substantiv oder Adjektiv, das sich auf das Subjekt Quintus beziehen könnte? In der Tat. Quintus stimmt in Numerus und Person mit venit überein. Das Bezugswort zu primus ist Quintus. Beide stehen im Nominativ Singular Maskulinum und sind damit KNG-kongruent. Außerdem ist das Adjektiv primus eine zusätzliche Angabe zum Vollverb: Als wer kommt Quintus? Quintus kommt als Erster. Also muss primus ein Prädikativum sein.

Schritt 3: Übersetze

a) Puella serva est.
Puella ist unser Subjekt und heißt ein/das Mädchen. Zusammen mit est lautet die Übersetzung: Ein/das Mädchen ist. Nun stellen wir für das Prädikatsnomen serva noch die Frage „Wer oder was ist ein/das Mädchen?“ Eine/die Sklavin. Der gesamte Satz heißt also übersetzt: Ein/das Mädchen ist eine/die Sklavin.

Tipp: Für die Übersetzung eines Prädikativums kann es dir oft helfen, wenn du das Wort „als“ zu Hilfe nimmst.

b) Servi in campo laeti laborant

Das Subjekt servi übersetzt du zusammen mit dem Prädikat laborant so: Die Sklaven arbeiten. Wo? In campo. Also: Die Sklaven arbeiten auf dem Feld. Jetzt fehlt noch das Prädikativum laeti. Es bezieht sich auf servi. Also fragst du: „Wie arbeiten die Sklaven auf dem Feld?“ Die Sklaven arbeiten als Fröhliche auf dem Feld. Und daraus kannst du machen: Die Sklaven arbeiten als Fröhliche/fröhlich auf dem Feld.

c) Quintus primus venit.
Das Subjekt Quintus zusammen mit dem Prädikat venit übersetzt du so: Quintus kommt. Es fehlt noch das Prädikativum primus. Wie kommt Quintus? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft es dir, wenn du das Wort „als“ zu Hilfe nimmst. Also lautet der Satz: Quintus kommt als Erster.

Lösung

  1. Puella serva est. serva ist ein Prädikatsnomen → Übersetzung: Ein/das Mädchen ist eine/die Sklavin.             
  2. Servi in campo laeti laborant. laeti ist ein Prädikativum → Übersetzung: Die Sklaven arbeiten fröhlich auf dem Feld.
  3. Quintus primus  veni t. primus ist ein Prädikativum → Übersetzung: Quintus kommt als Erster.
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