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Ideologie und Politik des Nationalsozialismus (2)


Aufgabe 1

Analysiere die vorliegende Quelle und erkläre, was sich daraus über das Verhältnis zwischen NS-Regime und jüdischer Bevölkerung ablesen lässt.

Erinnerungen des französischen Botschafters in Berlin, André François-Poncet, an antijüdische Maßnahmen 1933:

Die Nazis selbst haben übrigens nicht erst die Machtergreifung durch den Führer abgewartet, um die Israeliten zu belästigen; es ist seit langem schon eine ihrer bevorzugten Belustigungen ...„Juda verrecke!" ist schon lange ihr Schlachtruf. Nach dem 30. Januar haben sie jede Rücksicht fallen lassen. Die Verfolgung trägt nun legalen Charakter. Sie nimmt einen solchen Umfang und so gehässige Formen an, daß das Ausland empört ist und laut seine Mißbilligung äußert. Nichts jedoch bringt die Nazis mehr auf als der Tadel des Auslandes. (...) Sie beschuldigen die Juden, die öffentliche Meinung des Auslandes gegen sie aufzuhetzen, die Anstifter dieser Protestbewegung zu sein. So werden aus Verfolgten Verfolger. ( ... ) Mit Zustimmung der Behörden wird ein Ausschuß unter der Schutzverband des Deutschen Reiches Leitung des üblen Streicher (Julius Streicher, Gründer und Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer') gebildet, um für den 1. April eine große Boykottaktion durchzuführen. Am festgesetzten Tag durchziehen SA-Kolonnen die ganze Stadt, halten die Juden an und verprügeln sie. Sie dringen in die besuchtesten Cafés und Restaurants am Kurfürstendamm ein und jagen die jüdischen Gäste mit Prügeln hinaus. Miliztruppen stellen sich am Eingang der Geschäfte auf, kleben kleine Plakate auf die Schaufenster: „Jüdisches Geschäft! Hier kaufen keine Deutschen!" und hindern die Leute am Eintreten. In den Geschäften selbst werden die Besitzer krumm und lahm geschlagen, ihre Waren werden geplündert, und unter Androhung weiterer Schläge erpreßt man ihnen Geld. So geht es den ganzen Tag. Die Wirkung ist schlimm. ( ... )

André Francois-Poncet, Als Botschafter in Berlin 1931–1938, Mainz 1949, S. 124. in: Sauer, Michael: Geschichte und Geschehen 3, S. 122.

Um die volle Punktzahl zu erreichen, muss deine Analyse Folgendes beinhalten:

Du...

 

nennst den Autor (1)

André Francois-Poncert, französischer Botschafter 1931–1938

nennst das Erscheinungsdatum (1)

1949

nennst die Quellengattung (1)

Memoiren

nennst Adressaten (1)

Politische interessierte Bevölkerung

nennst das Thema (2)

Maßnahmen, die das NS-Regime 1933 gegen die jüdische Bevölkerung ergriff

gibst den Inhalt der Quelle knapp wieder

(4/ 1 je Spiegelstrich mit Beleg)

  • weist auf die bereits vor der Machtergreifung bestehende Ablehnung der jüdischen Bevölkerung hin (Z. 1–3)
  • weist darauf hin, dass die Verfolgung seit der Machtergreifung zugenommen hat und nun legalen Charakter trägt (Z. 4)
  • bringt die Ablehnung des europäischen Auslands zum Ausdruck (Z. 5–6)
  • schildert die konkreten Maßnahmen, mit denen die jüdische Bevölkerung unterdrückt wird (Boykotte, Gewalt, Aussonderung) (Z. 11, 13, 15–18)

ordnest in den historischen Kontext ein

(12/ 2 je Spiegelstrich)

  • Verleumdung und Hetze gegen die jüdische Bevölkerung waren bereits lange ein fester Bestandteil des nationalsozialistischen Gedankenguts, das sich auch in der Wahlpropaganda niedergeschlagen hatte.
  • Nach der Machtergreifung stand den Nationalsozialisten auch die staatliche Gewalt zur Verfügung, um gegen Juden vorzugehen.
  • Der so genannte Judenboykott am 1. 4. 1933 war die erste reichsweite koordinierte Aktion gegen jüdische Geschäfte alle Art.
  • Der Boykott war Teil des Plans zur Verdrängung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben.
  • Der Boykott wurde im Ausland kritisch wahrgenommen, insbesondere von jüdischen Vereinigungen im Ausland.
  • Der Boykott zählte zu den ersten Maßnahmen, die gegen die jüdische Bevölkerung ergriffen wurden (war also „nur“ der Auftakt für spätere Verfolgung und Greueltaten bis hin zum Massenmord.

erläuterst das Verhältnis zwischen NS-Regime und jüdischer Bevölkerung

(21/ 3 je Spiegelstrich mit Beleg)

  • Als französischer Botschafter ist der Autor kein Angehöriger des deutschen Volkes, er befindet sich in einer neutralen Beobachterposition, sein Bericht ist also wahrscheinlich zuverlässig.
  • Die feindliche Grundhaltung, die der NS bereits vor Machtantritt gegenüber der jüdischen Bevölkerung hatte, wird deutlich (Z. 1–3).
  • Die Verschärfung der Verfolgung aufgrund des Machtantritts wird deutlich (Legalität) (Z. 4).
  • Zeigt, dass die Nationalsozialisten Situationen so umdeuten, dass die jüdische Bevölkerung als Verantwortlich für Nachteilige Situationen (hier: Kritik des Auslands) diffamiert werden (Z. 7).
  • Mach deutlich, dass durch Propaganda (Zeitschrift, Plakate) die Stellung der jüdischen Bevölkerung innerhalb der deutschen Gesellschaft verschlechtert und die Ablehnung verstärkt werden sollte (Z. 10–11; Z. 15–16).
  • Zeigt, dass das NS Regime auch zu diesem frühen Zeitpunkt seiner Herrschaft nicht vor Gewalt zurückschreckte und diese so öffentlich wie möglich ausübte (Z. 13–19).
  • Insgesamt wird das Ziel deutlich, die jüdische Bevölkerung zu diffamieren sowie ihre Lebensbedingungen zu erschweren (z. 15–19).
  • Schwierigkeitsgrad:  3
  • Zeit:  25 Minuten
  • Punkte:  43

Aufgabe 2

Erkläre die Rassentheorie der Nationalsozialisten.

Lösung

  • Die Rassentheorie der Nationalsozialisten ging davon aus, dass es unterschiedliche Menschenrassen gibt, die nicht gleichwertig sind.
  • Sie benutzte sozialdarwinistische Theorien; danach verdrängen „höherwertige“ Rassen „niedrigwertige“ Rassen.
  • Sie ging davon aus, dass die „Herrenrasse der Arier“ allen anderen Rassen überlegen sei, die unterste Rasse bildeten in den Augen der Nationalsozialisten die Juden.
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  6 Minuten
  • Punkte:  8

Aufgabe 3

Worum ging es in den Nürnberger Gesetzen und wie wirkten sie sich aus?

Lösung

  • Die Nürnberger Gesetze gaben der Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung eine zusätzliche rechtliche Grundlage.
  • Sie setzten sich zusammen aus dem „Reichsbürgergesetz“ und dem „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes“.
  • Sie schlossen Juden vom Wahlrecht und aus dem Beamtentum aus.
  • Sie bildeten die rechtliche Grundlage für Enteignungen und Entzug von Zulassungen (Ärzte etc.).
  • Sie trieben die Trennung der jüdischen und deutschen Bevölkerung voran (z. B. mussten jüdische Schüler Schulen verlassen, Ehen zwischen Deutschen und Juden wurden verboten).
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  8 Minuten
  • Punkte:  10

Aufgabe 4

  1. Was bedeutete „Euthanasie“? 
  2. Welche Gegenstimmen gab es und wie wirkten sie sich aus?

Lösung

a)

  • Mit Euthanasie wurde die Vernichtung von „lebensunwürdigem Leben“ begründet.
  • Dazu gehörten in den Augen der Nationalsozialisten Menschen mit Behinderungen, Krankheiten u. Ä.
  • Maßnahmen, die ergriffen wurden, waren Sterilisation, Abtreibung und Ermordung.

b)

  • Insbesondere Vertreter der Kirchen und der Justiz sprachen sich gegen das Euthanasieprogramm aus.
  • Offiziell wurde das Programm eingestellt, jedoch insgeheim weitergeführt.
  • Schwierigkeitsgrad:  1
  • Zeit:  6 Minuten
  • Punkte:  10
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