Der Nobelpreis für Medizin und Chemie

Die diesjährigen Nobelpreise für Medizin und für Chemie standen ganz im Zeichen der Gesundheit des Menschen. In diesem Sinne möchten wir euch die diesjährigen Gewinner der Nobelpreise für Medizin und Chemie vorstellen.

Die Nobelpreise für Medizin und Chemie

Die Auszeichnungen gingen in diesem Jahr an sechs Forscher, die mit ihren Entwicklungen und Erkenntnissen die Humanmedizin bereichern. Wir stellen dir die Preisträger und ihre Entdeckungen in den Kategorien Medizin und Chemie vor.

Medizin

Ein Teil des Medizinnobelpreises ging dieses Jahr an William C. Campbell und Satoshi Omura. Sie haben effektive Wirkstoffe gegen Wurmbefall bei Menschen entwickelt. Würmer sind Parasiten, die den menschlichen Organismus als Wirt benutzen und ihn beeinflussen; im schlimmsten Fall rufen sie seinen Tod hervor.

Zwei der Krankheiten, die durch Würmer beim Menschen ausbrechen, sind Flussblindheit und Elefantiasis.
Flussblindheit entsteht durch Würmer, die der Mensch durch verseuchtes Trinkwasser aufnimmt. Dadurch gelangen die Parasiten in die Blutbahn und von dort ins Auge, wo sie sich festsetzen. Das Erblinden der Betroffenen ist die Folge.
Bei Elefantiasis verstopfen die Würmer den Lymphfluss und sorgen für eine Stauung von Wasser im menschlichen Gewebe, vor allem in den Beinen.

Viele Bakterien der Gattung Streptomyces besitzen die Fähigkeit, Antibiotika zu produzieren. Campbell und Omura stießen auf das Antibiotikum Ivermectin, das die Würmer effektiv bekämpft. Dennoch wurde es zunächst nur gegen den Wurmbefall bei Haustieren eingesetzt, bevor ein Pharmaunternehmen das Medikament für den Menschen auf den Markt brachte.

Der zweite Teil des Medizinnobelpreises ist der Forscherin Youyou Tu gewidmet. Sie extrahierte den Wirkstoff Artemisinin aus der Pflanze Einjähriger Beifuß in einer hohen Konzentration. Das Medikament wirkt effektiv gegen Malaria.

Der Erreger dieser Krankheit, die Plasmodien, gelangen über den Speichel der Malariamücke in den menschlichen Blutkreislauf. Das Antibiotikum Artemisinin zerfällt aufgrund des hohen Anteils an Eisen in den roten Blutkörperchen in freie Radikale und kann in dieser Form den Erreger zerstören.

Beide Medikamente sind vor allem in den Entwicklungsländern von großer Bedeutung und haben dort einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Sterblichkeit durch diese Krankheiten geleistet.

Chemie

Der Chemienobelpreis geht dieses Jahr an Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar. Sie haben zwar noch kein Medikament zur Marktreife gebracht, aber die Basis für die Entwicklung vieler Arzneimittel in der Zukunft geschaffen. Die Forscher haben auf Ebene der Moleküle entschlüsselt, wie Zellen die DNA reparieren.

Grundlage hierfür ist die Fähigkeit des menschlichen Körpers, Schäden an der DNA zu erkennen und selbst zu beheben. Da er nicht alle Schäden erkennt, altern Zellen und somit der Mensch und es können Krankheiten wie beispielsweise Krebs entstehen.

Die gewonnenen Informationen sind hilfreich, um zukünftig Medikamente zu entwickeln, die die menschliche DNA reparieren oder sie bei der Reparatur unterstützen.

Wie du siehst, leisten die diesjährigen Preisträger einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Gesundheit und der Erforschung neuer Medikamente. Naturwissenschaften sind also alles andere als langweilig, sondern retten sogar dein Leben!


Über den Autor

Hi, ich bin Ute und komme aus Jena. Bis 2010 habe ich Kindersachbücher geschrieben. Aktuell arbeite ich als freie Autorin für Familienzeitschriften und -portale. Ich habe für jedes Thema ein offenes Ohr, und stehe gerne beratend zur Seite.