Darum ist Schlaf für Schulkinder so wichtig

„Schlaf, Kindlein, schlaf!“ In kaum einer Familie führt das Thema Schlaf nicht zu Spannungen. Abends wollen die Kinder länger wach bleiben, um nichts zu verpassen. Morgens macht der Schlafmangel sie quengelig. Doch wieso ist Schlaf eigentlich so wichtig? Und wie viele Stunden Schlaf sind für welches Alter angebracht?

Was passiert beim Schlafen?

Schlaf wird meistens mit Ausruhen und Entspannung in Verbindung gebracht. Dabei schalten Körper und Gehirn nachts keineswegs in den Leerlauf. Stattdessen werden wichtige Prozesse im Körper angestoßen. Die Herzfrequenz nimmt ab, die Atmung geht ruhig und gleichmäßig und der Blutdruck sinkt. Aber die Hormonproduktion legt los: Wachstumshormone und Hormone zur Unterstützung der Niere entstehen. Das Stresshormon Kortisol wird dagegen abgebaut. Der Körper beginnt beschädigte Zellen zu reparieren und stärkt das Immunsystem.

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Unser Schlaf besteht aus verschiedenen Schlafphasen, die wir im Verlauf einer Nacht immer wieder durchlaufen. Jede Phase ist für andere Abläufe in unserem Körper verantwortlich. Schlafprobleme oder unruhiger Schlaf unterbrechen diese Prozesse, was sich negativ auf unser Wohlbefinden auswirken kann. Ein dauerhaft gesunder Schlaf dagegen macht uns leistungs- und aufnahmefähiger.

Der Zusammenhang von Lernen und Schlafen

Schlaf ist besonders wichtig, um Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu übertragen und Erlebnisse zu verarbeiten. Wie wir hier beschreiben, bilden sich beim Lernen im Gehirn neue Synapsen zwischen den Nervenzellen. Im Schlaf geht das Gehirn diese neuen Verbindungen immer wieder durch und festigt sie dadurch. Das passiert hauptsächlich in der Tiefschlafphase, weswegen ein gesunder Schlaf für Ihr Kind besonders wichtig ist. Komplexe und neue Sachverhalte sollte Ihr Kind eher vormittags mit ausgeruhtem Körper und Geist einüben. Wenn es die wichtigsten Fakten aber kurz vor dem Schlafengehen nochmals wiederholt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie länger im Gedächtnis bleiben.

Wie viel Schlaf braucht Ihr Kind?

Nun wissen Sie, was bei Ihnen und Ihrem Kind über Nacht im Kopf so alles passiert. Da Kinder tagtäglich mehr Neues lernen als Erwachsene, brauchen sie auch mehr Schlaf, um alles zu verarbeiten. Wie viel das genau ist, kommt sehr individuell auf Ihr Kind an. An diesen Richtwerten können Sie sich aber orientieren:

Wenn Sie sich unsicher sind, wie viel Schlaf Ihr Kind wirklich braucht, führen Sie ein Schlaftagebuch. Darin können Sie notieren, wann Ihr Kind zu Bett gegangen ist, wann es eingeschlafen und aufgewacht ist. Hilfreich ist es, auch den Gemütszustand Ihres Kindes über den Tag zu notieren, um später Schlüsse auf die Schlafdauer ziehen zu können. Lassen Sie Ihr Kind an Wochenenden oder in den Ferien so schlafen, wie es möchte, und vergleichen Sie diese Zeiten mit denen im Schulalltag. Wenn es weniger oder mehr Schlaf benötigt als bisher gedacht, verschieben Sie die Zubettgehzeit entsprechend. Wenn Ihr Kind zudem lange braucht, um tatsächlich einzuschlafen, muss auch das bei der Zubettgehzeit berücksichtigt werden.

Neben der Dauer ist auch der Schlaftyp für eine gesunde Nacht entscheidend. Es wird zwischen Eulen (= spät wach und abends lange aktiv) und Lerchen (= morgens früh wach und aktiv) unterschieden. Zu welchem Typ Ihr Kind gehört, hängt auch von seinen Genen ab und lässt sich nicht umerziehen. Die gute Nachricht ist aber, dass die meisten von uns irgendwo zwischen den beiden Schlaftypen liegen. Falls Sie bei Ihrem Kind einen der Schlaftypen deutlich erkennen, sollten Sie ihn auch ernst nehmen. Passen Sie den Schlafrhythmus Ihres Kindes entsprechend an.

Tipps für einen guten Schlaf

Neben der Schlafdauer Ihres Kindes sollten Sie auch die Schlafqualität beobachten. Ein- oder Durchschlafprobleme können verschiedene Ursachen haben.

Achten Sie darauf, dass es keine störenden Lichtquellen im Kinderzimmer gibt und das Tageslicht es nicht zu früh aufwecken kann. Das Gleiche gilt für lästige Geräusche. Wenn Ihr Kind anfällig für Lärm ist, sollte es beispielsweise besser bei geschlossenem Fenster schlafen. Außerdem sollten alle elektrischen Geräte aus dem Zimmer verschwinden. Die Strahlungen von Fernseher und Handy können Schlafstörungen unterstützen oder auslösen. Achten Sie auf die richtige Bettwäsche entsprechend der Jahreszeit. Schwitzen oder Frieren kann den Schlafrhythmus Ihres Kindes stören.

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Vor dem Schlafengehen ist es gut, für genug Sauerstoff im Zimmer zu sorgen. Lüften Sie das Zimmer gut durch, damit Ihr Kind nicht mit Kopfschmerzen aufwacht. Wenn Ihr Kind Probleme hat, einzuschlafen, kann das daran liegen, dass ihm Sorgen durch den Kopf gehen. Versuchen Sie Ihrem Kind diese Sorgen vor dem Zubettgehen von der Seele zu nehmen, um ihm einen sorglosen Schlaf zu garantieren.

Mit diesen Tipps können Sie den Schlafrhythmus Ihres Kindes verbessern. Denn genügend Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit unserer Kinder und kann beim Lernen unterstützen. Wie viel Schlaf Ihr Kind genau braucht und was ihm bei Schlafproblemen hilft, sollten Sie gemeinsam herausfinden.