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Mit Videos lernen – Vor- und Nachteile von Lernvideos

©demaerre

Tutorials gibt es auf YouTube und Co mittlerweile für alles, was man sich vorstellen kann. Vom Kochen über das Handwerken bis zum Schminken kann man mit Videos alles lernen. Aber wie effektiv sind solche Videos im schulischen Kontext? Können Lernvideos wirklich die Arbeit einer Lehrkraft ersetzen? Das nehmen wir in diesem Beitrag genauer unter die Lupe.

Die verschiedenen Lerntypen

Sie haben sicher schon mal davon gehört, dass man Lernende in verschiedene Typen einteilt. Der visuelle Typ kann Informationen am besten abspeichern, wenn er Texte liest oder Bilder betrachtet; der auditive Typ lernt besonders gut durchs Zuhören; für den haptisch Lernenden ist learning by doing das erfolgreiche Motto und der kommunikative Typ behält besonders gut, worüber er sich ausgetauscht hat. Diese Theorie konnte wissenschaftlich aber noch nicht wirklich bestätigt werden. In der Pädagogik gilt aber als sicher, dass die Kombination möglichst vieler Wahrnehmungskanäle beim Lernen zum größten Erfolg führt.

Die Ausprägung der Sinne ist bei jedem Menschen etwas anders, weshalb jeder unterschiedliche Vorlieben bei der Lernform haben kann. Diese Vorliebe motiviert Ihr Kind vielleicht mehr zum Lernen, aber um wirklich ein besseres Ergebnis zu erzielen, sollten möglichst viele Kanäle angesprochen werden. Die Neurobiologie empfiehlt besonders die Kombination aus Sprache und Bild, womit wir beim Lernen mit Videos landen.

Was macht ein gutes Lernvideo aus?

  1. Richtige Fakten

Während es beim Schminken oder Kochen kein wirkliches Richtig oder Falsch gibt, ist es bei Lernvideos für die Schule natürlich besonders wichtig, dass die vermittelten Fakten und Lösungen korrekt sind. Bei privaten Videos können Sie sich nicht immer hundertprozentig sicher sein. Und nichts ist schwieriger, als falsches Wissen wieder aus dem Kopf zu bekommen. Beim Lernen mit Videos sollten Sie darauf achten, dass die Videos von professionellen Fachredaktionen erstellt wurden. Dann können Sie darauf vertrauen, dass Ihr Kind korrekte und didaktisch sinnvolle Lösungswege erklärt bekommt.

  1. Verstehensanker auswerfen

Ein gutes Lernvideo baut Brücken zu bereits bekanntem Wissen. Kinder verlieren im Schulunterricht leicht den Faden, wenn Hintergrundwissen einfach vorausgesetzt wird. Da Lernen aber nach dem Prinzip der Vernetzung am besten funktioniert, sollte das Lernvideo sogenannte Verstehensanker auswerfen. Das bedeutet: Das nötige Vorwissen wird den Lernenden zu Beginn des Videos in Erinnerung gerufen und sie können die neuen Themen mit dem in Verbindung bringen, was sie schon wissen.

  1. Anschaulich und strukturiert

Beim Erstellen von digitalen Videos sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Animationen, Farben, Musik … Bei Lernvideos ist allerdings weniger manchmal etwas mehr. Die Reduzierung auf wesentliche Grafiken, Texte und Bilder hilft den Betrachtern dabei, die wichtigen Fakten zu erfassen, und lenkt ihnen nicht ab. Komplexe Zusammenhänge können anschaulich wiedergegeben werden. Eine übersichtliche Struktur mit einer Einleitung und am Ende mit einer Zusammenfassung hilft Ihrem Kind beim Lernen mit Videos. Das klingt jetzt etwas langweilig? Das stimmt. Denn Abwechslung und Spannung sind genauso relevant, um die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht zu verlieren. Die richtige Balance ist also wichtig.

  1. Verständliche Sprache

Natürlich wirkt eine Moderatorin, die mit Fachbegriffen um sich wirft, besonders schlau. Aber das hilft nicht, wenn Ihr Kind deren Bedeutung nicht kennt. Wirklich gut ist also ein Lernvideo, das komplizierte Sachverhalte in einfachen und kurzen Sätzen erklärt.

Die Vorteile und Nachteile von Lernvideos

  • Nachteile

Suchen wir zuerst nach den Nachteilen von Lernvideos. Sie kennen das vielleicht: Hat die Lehrekraft früher einen Fernseher in die Klasse gerollt, wusste man, zurücklehnen ist angesagt. Man konnte sich einfach berieseln lassen und hat ganz nebenbei gelernt. Aber genau das ist die Krux beim Lernen mit Videos. Denn nur durch das Anschauen von Videos hat Ihr Kind nicht automatisch das Gezeigte im Gehirn verankert. Man könnte also behaupten, das Video vermittelt die Illusion, gelernt zu haben.

Ein anderes Argument gegen das Lernen mit Videos ist der fehlende direkte Austausch. Dagegen kann man natürlich nichts sagen. Die Lernenden haben bei Videos nicht die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder sich Teile genauer erklären zu lassen. Aber Videos werden ja selten als alleiniges Lernmedium eingesetzt. Das bedeutet, Ihr Kind hat immer die Chance, bei seiner Lehrkraft, bei Ihnen oder in der Nachhilfestunde nachzufragen.

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  • Vorteile von Lernvideos

Nun kommen wir zu den guten Seiten des Lernens mit Videos. Die Effektivität der gleichzeitigen Ansprache mehrerer Wahrnehmungskanäle haben wir zu Beginn ja bereits erwähnt. Darüber hinaus fördern Erklärvideos das selbstbestimmte Lernen. Die Schüler und Schülerinnen können das Video anhalten, zurückspulen und neustarten, wann immer sie möchten. Sie können kompliziertere Passagen so oft wiederholen, wie sie möchten, oder sich nebenbei Notizen machen. Diese Art der Selbststeuerung hat einen positiven Effekt auf das Lernen.

Ein weiterer Vorteil vom Lernen mit Videos ist die universelle Einsetzbarkeit. Lernvideos können sowohl im Unterricht als auch zu Hause, zur Vorbereitung oder auch zur Wiederholung angesehen werden. Egal ob für Mathe, Englisch oder Deutsch: Videos beinhalten häufig Beispiele aus dem Alltag der Lernenden. Das vermittelt die Sinnhaftigkeit des Unterrichtsstoffs und gibt Ihrem Kind Selbstsicherheit.

Gezeigte Personen und eine angenehme Stimme in den Erklärvideos erzeugen Sympathie bei den Lernenden. Sie werden emotional in den Lernprozess eingebunden. Das wirkt sich positiv auf den Lernerfolg aus und steigert die Motivation. Und ist das nicht eins der größten Probleme, die Schülerinnen und Schüler haben, ihren inneren Schweinehund zum Lernen motiviert zu bekommen?

Fazit für das Lernen mit Videos

Erklärvideos können den Lehrer oder die Lehrerin nicht ersetzen, aber sie sind eine ideale Ergänzung für nachhaltigen Lernerfolg. Die Kombination zweier Wahrnehmungskanäle motiviert nicht nur, sondern begünstigt auch die Aufnahme des Lernstoffs. Digitale Animationen können Zusammenhänge anschaulich erklären und den Kindern den Praxisbezug zum Alltag aufzeigen. Zusätzlich verstärkt das Lernen mit Videos die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler, denn sie können dem individuellen Lerntempo angepasst werden.

Lernvideos bei Learnattack

Die Videos bei Learnattack werden aufwendig produziert und von der erfahrenen Duden-Redaktion geprüft, bevor sie online gehen. Sie vermitteln auch schwierige Lerninhalte anschaulich und präzise und natürlich mit einer Handvoll Spaß. Schülerinnen und Schüler, die eine kostenfreie Basis-Mitgliedschaft abgeschlossen haben, können bei uns jederzeit über 1.700 Lernvideos der Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Geschichte abrufen.

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