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Lexikon

Normannen

1. Lernjahr ‐ Abitur

Normannen, Bezeichnung für die Wikinger, die sich im Mittelalter auch in der Normandie (Frankreich) ausbreiteten und von dort aus nach England und Süditalien übergriffen.

Die Normannen wurden 911 als Vasallen des französischen Königs in der Normandie ansässig. 1066 eroberte Wilhelm I., der Eroberer (*1027, †1087, König von England seit 1066) England (Schlacht bei Hastings).

Ab 1016 traten die Normannen in Unteritalien als Söldner auf. Sie unterwarfen im 11. Jahrhundert die Reste des byzantinischen Besitzes sowie die langobardischen Fürstentümer und vertrieben die Sarazenen aus Sizilien. Roger II. (*1095, †1154, König von Sizilien seit 1130) begründete 1130 das Königreich Sizilien, das in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts seine größte Blüte erlebte und 1194 an die Staufer überging. Er war der Großvater des Stauferkönigs Friedrich II.

Die Normannen erwiesen sich als geschickte Staatsgründer. In England überlagerten sie die angelsächsische Kultur und schufen hier wie in der Normandie einen straff zentralisierten Lehnsstaat. In Sizilien gestalteten sie einen Feudal- und Beamtenstaat. Das Lehnswesen der Normannen, bei dem die verwandtschaftlichen Bindungen große Bedeutung hatten, war stark vom Sippen- und Gefolgschaftsdenken der Germanen geprägt.