Wie viel Taschengeld ist für mein Kind angemessen?

Wann ist die Zeit gekommen, Kinder mit Geld vertraut zu machen? Eine Frage, bei der es mit Sicherheit mehrere Meinungen gibt. Gängige Praxis bei vielen Eltern ist es, mit dem Eintritt in die Grundschule das Taschengeld einzuführen. So lernen Kinder zum einen den Wert des Geldes und den Umgang damit früh genug kennen. Zum anderen üben sie dabei schon ihre Rechenfähigkeiten. Wie viel Taschengeld infrage kommt, das bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Wie viel Taschengeld – Zahlen und Fakten!

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) ermittelt regelmäßig eine angemessene Taschengeldempfehlung. Danach ist für Vorschulkinder ein Betrag von höchstens 50 Cent angemessen, der wöchentlich ausgezahlt werden sollte, um gelegentlich ein Eis oder Süßes kaufen zu können. Das Geld sollte pro Jahr um einen Euro erhöht werden. Ab dem zehnten Lebensjahr ist eine monatliche Auszahlung von circa 15 Euro verhältnismäßig. Denn ab dem 10. Lebensjahr können Kinder einen gesamten Monat finanziell einschätzen.

Die Höhe des Betrags, welchen Jugendliche bekommen, liegt individuell an der Auffassung und Situation der Eltern. Die Geldspanne der gezahlten Beträge geht nun weiter auseinander als noch bei jüngeren Kindern. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, mit einem größeren Betrag Geld für Klamotten zu investieren. So lernen sie die Alternativen von verschiedenen Investitionen kennen. Investiere ich hundert Euro für zwei Hosen oder kaufe ich mir eine teure Hose für das gleiche Geld? Wird diese Autonomie im Umgang mit dem Taschengeld von den Eltern eingeräumt, kann es allerdings vorkommen, dass das Kind nicht immer die geeignetsten Klamotten mit nach Hause bringt.

Regeln im Umgang mit Taschengeld!

Für die Vermeidung von Missverständnissen und Ärger ist es sinnvoll, den Verwendungszweck vorher klar abzustecken. Wenn das Kind nämlich lieber das Geld für Kinobesuche auf den Kopf haut, obwohl es für das Hobby oder neue Klamotten gedacht war, ist der Lerneffekt im Umgang mit Geld in Gefahr. Deswegen ist neben der Frage, wie viel Geld das Kind bekommt, auch von Interesse, für welche Konsumgüter dieses verwendet werden darf.

Sie sollten außerdem darauf achten, dass sie das Taschengeld regelmäßig und ohne Aufforderung der Kinder auszahlen. Unabhängig davon, ob das Kind lieb oder frech war. Taschengeld ist weder eine Belohnung noch eine Bestrafung. Wie viel Taschengeld das Kind dann monatlich zum Haushalten hat, liegt bei Ihnen, wie lange es damit auskommen, beim Kind. Wird Taschengeld ausgezahlt, sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, das Kind darüber hinaus zu finanzieren. Somit lernen die Kinder, den Betrag über den Monat besser einzuteilen.

Reden und einbeziehen hilft!

Damit Kinder den Wert des Geldes für das Erwachsenendasein kennenlernen, sollten Eltern offen mit ihren Kindern über Kosten und Ausgaben für den eigenen Haushalt reden. Dabei kann zum Beispiel das Interesse dafür geweckt werden, im Supermarkt einkaufen zu gehen, um so einen Bezug zur Höhe der Ausgaben für Nahrungsmittel zu bekommen.

Zusätzlich ist es sinnvoll dem Kind ab circa acht Jahren ein Sparkonto einzurichten, damit es sich früh schon mit Sparen und Zinsen vertraut macht. Dies verhindert schon früh die Tendenz vieler Menschen, immer alles auszugeben, was man gezahlt kriegt. Da heute viele Menschen verschuldet sind, kann Taschengeld eine geeignete Präventivmaßnahme sein, um die Kinder im verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu erziehen.