Lernschwächen bei Kindern – auf dieses Verhalten sollten Sie achten

Kinder haben hin und wieder Probleme, sich zu konzentrieren, oder Schwierigkeiten beim Lernen für Klassenarbeiten – dann kann eine schlechte Note auch mal vorkommen. Kommt das aber häufiger vor, obwohl Ihr Kind sonst keine bekannten Einschränkungen hat, könnte eine Lernschwäche vorliegen. Welche Lernschwächen es gibt und welche Symptome sie haben, erfahren Sie hier.

Inhalt:

Allgemeine Hinweise auf eine Lernschwäche und Symptome

Nur weil Ihr Kind einmal eine schlechte Note nach Hause bringt, bedeutet das nicht, dass Ihr Kind eine Lernschwäche hat. Fällt Ihnen jedoch auf, dass die Lernprobleme länger anhalten und sich auf bestimmte Fächer oder Lernbereiche beschränken, könnte eine Lernschwäche vorliegen.

Auch wenn ein deutlicher Unterschied zwischen Lernleistung und allgemeiner Intelligenz zu erkennen ist, kann das ein Hinweis auf eine Lernschwäche sein.

Gleichzeitig sollten Sie jedoch äußere Faktoren wie einen häufigen Schul- oder Lehrkraftwechsel, Unterrichtsausfall oder unpassende Lehrmethoden ausschließen können.

Häufig treten neben den Lernproblemen auch allgemeinere Symptome auf wie Unwohlsein (Bauch- oder Kopfschmerzen), Frustration, Prüfungsangst oder Angst, zur Schule zu gehen. Das sind Neben- bzw. Folgeerscheinungen, da Kinder sehr genau mitbekommen, wenn sie in der Schule nicht so schnelle oder gute Fortschritte machen wie ihre Mitschüler.

Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)

Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) ist eine der bekanntesten und weitverbreitetsten Formen einer Lernstörung. Sie wird auch Legasthenie genannt, wobei „Legasthenie“ wörtlich eigentlich nur „Leseschwäche“ bedeutet.

Symptome:

Kinder mit LRS haben häufig Probleme beim Lesen. Das äußert sich in langsamem und unsicherem Lesen. Gleichzeitig hat das Kind Probleme, den Inhalt zu erfassen und zu verstehen.

Beim Schreiben von Aufsätzen oder Diktaten machen Kinder mit LRS häufig Fehler. Neben Rechtschreibfehlern haben sie Probleme mit der Grammatik. Häufige Fehlerschwerpunkte sind das Verwechseln der Konsonanten, Dehnungs- und Dopplungsfehler sowie die Zusammen- und Getrenntschreibung.

Weitere Informationen und Hilfen finden Sie in diesem ausführlichen Beitrag zur Lese- und Rechtschreibschwäche.

Dyskalkulie oder Rechenschwäche

Dyskalkulie ist die Schwierigkeit, mit Zahlen und Mengen umzugehen. Oft ist das grundlegende mathematische Verständnis bei Kindern wegen einer Dyskalkulie gestört.

Zahl- und Mengenbegriffe sind mit falschen Vorstellungen besetzt, wodurch Grundrechenarten trotz vielem Wiederholen nicht verstanden werden und sich keine Verbesserung zeigt.

Rechenschwäche bei Kindern

Symptome:

Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechenarten und beim Lösen einfacher Rechenaufgaben sind typische Symptome der Dyskalkulie. Verständlicherweise geht damit auch oft eine Angst vor dem Matheunterricht einher.

Nonverbale Lernstörung

Als nonverbale Lernstörung wird das Problem von Kindern bezeichnet, Körpersprache zu verstehen oder anzuwenden bzw. zu erlernen. Eine nonverbale Lernstörung äußert sich durch verschiedene Schwächen, aber auch eindeutige Stärken eines Kindes.

Symptome:

Kinder mit einer nonverbalen Lernstörung zeigen auf der einen Seite große Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion mit anderen Kindern und haben häufig kleinere Koordinationsprobleme, jedoch nicht so stark wie bei einer Dyspraxie (s. u.). Auf der anderen Seite entwickeln Kinder mit einer nonverbalen Lernstörung früh außergewöhnliche Fähigkeiten in der Wortschatzentwicklung und der Sprachintelligenz. Auch besonders gute Leistungen beim Auswendiglernen oder eine frühe Lesefähigkeit, in Kombination mit sozialen Defiziten, können auf eine nonverbale Lernstörung hindeuten.

Dyspraxie

Die Dyspraxie ist eine Lernschwäche, die durch Koordinationsschwierigkeiten das Lernen erschwert. Das bedeutet, dass das Ausgleichen der Koordinationsprobleme schon viel Konzentration erfordert und dementsprechend Denkleistung beansprucht, sodass das eigentliche Erlernen anderer Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen sehr schwerfällt.

Symptome:

Schwierigkeiten bei Bewegungsabläufen und der Grobmotorik (laufen, springen, klettern) können Symptome für eine Dyspraxie sein. Auch sehr langsames Bearbeiten von Aufgaben kann ein Hinweis auf eine Dyspraxie sein.

ADHS/ADS

ADHS ist eine Konzentrationsschwäche, die das Lernen bei Kindern stark beeinträchtig und erschwert. Durch die Schwierigkeit, sich zu konzentrieren, sind diese Kinder häufig schnell abgelenkt und/oder lenken andere Schulkinder ab. Neben ADS, dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kommt bei ADHS noch eine Hyperaktivität dazu, die es dem Kind oft noch schwieriger macht, sich zu konzentrieren.

Symptome:

Unruhiges und impulsives Verhalten, wenig Ausdauer und Achtlosigkeit können auf ein Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. eine Hyperaktivitätsstörung hindeuten.

Hochbegabung

Auf den ersten Blick scheint es paradox, aber auch eine Hochbegabung kann eine Lernstörung zur Folge haben. Denn Kinder mit einer Hochbegabung werden häufig nicht ausreichend gefördert und entwickeln daraus eine Lernstörung.

Symptome:

Hochbegabte Kinder zeigen oft ähnliches Verhalten wie Kinder mit ADHS und es wird nicht selten fehldiagnostiziert. Durch Unterforderung im Unterricht sind die Kinder gelangweilt und werden häufig unruhig. Bleibt die Hochbegabung länger unerkannt, können auch schlechte Noten folgen.

Was ist bei Symptomen zu tun?

Falls Sie bei Ihrem Kind solche Symptome erkennen, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt. Die Diagnose einer Lernstörung hilft Ihnen und Ihrem Kind, damit umzugehen, und oft kann durch gezielte Förderung die Lernstörung ausgeglichen werden.

Es gibt auch Beratungsstellen, an die Sie sich wenden können, die sich auf die verschiedenen Lernstörungen spezialisiert haben.

Institutionen und Verbände, die Beratung und Hilfe anbieten