Cybermobbing – wie erkenne ich, ob mein Kind betroffen ist?

Vom sogenannten Mobbing haben Sie bestimmt schon einmal in einer Zeitschrift oder einem Ratgeber gelesen. Einzelne Personen werden von einzelnen oder mehreren Tätern oder Täterinnen verbal und/oder körperlich schikaniert und misshandelt, meist wiederholt und über einen längeren Zeitraum hinweg. Diese Art von Psychoterror kann massive psychische und physische Schäden zur Folge haben. Ort des Geschehens ist für Kinder oftmals die Schule, aber auch andere öffentliche Orte wie beim Sportverein. Doch können Sie etwas mit dem Begriff Cybermobbing anfangen? Lesen Sie hier weiter und erfahren sie alles Wichtige darüber.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing (auch Cyber-Mobbing, Internetmobbing oder Cyberbullying) ist eine Form des Mobbings, wobei Personen per Internet oder Mobiltelefon beleidigt, schikaniert und bloßgestellt werden. Auch bedeutet Cybermobbing, dass die Täterin oder der Täter private Nachrichten und Fotos des Opfers im Netz verbreitet, obwohl sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Das Opfer kennt seine Peinigerin und seinen Peiniger also in vielen Fällen, aber es traut sich meist aus Scham nicht, etwas zu unternehmen und sich jemandem anzuvertrauen.

Cybermobbing geschieht im Gegensatz zu anderem Mobbing nicht offline, sondern online. Vielleicht erscheint Ihnen das zunächst weniger gefährlich, aber es kann viel schlimmer sein! Wieso?

  • Cybermobbing geschieht rund um die Uhr, da wir das Internet nicht einfach „ausschalten“ können. Cybermobbing endet also nicht nach der Schule und das eigene Zuhause bietet keinen Schutz!
  • Das Publikum ist durch das Internet unüberschaubar groß, man kann nicht mehr nur von ein paar Mitschülern und -schülerinnen sprechen. Das Cybermobbing läuft teilweise vor Tausenden Menschen ab. Viele beteiligen sich an dem Mobbing, wodurch das Opfer einer extremen psychischen Belastung ausgesetzt ist.
  • Die Täterinnen und Täter agieren im Internet meist anonym, was ihnen mehr Macht über ihr Opfer gibt!
  • Die Verbreitung der Inhalte verläuft wahnsinnig schnell und kann kaum aufgehalten werden.
  • Auch müssen Sie wissen: Das Internet vergisst nie! Inhalte, von denen wir glauben, sie gelöscht zu haben, werden dennoch irgendwo gespeichert sein und können von jemandem gefunden werden.

Wie erkenne ich Cybermobbing?

Achtung ist geboten, wenn Sie bemerken, dass sich Ihr Kind in den letzten Wochen stark verändert hat. War es vorher ein frohes, aufgewecktes Kind, ist es heute in sich gekehrt, lustlos und verschanzt sich den ganzen Tag in seinem Zimmer.

Gibt Ihr Kind häufig vor, krank zu sein, nur um nicht in die Schule gehen zu müssen? Obwohl Cybermobbing hauptsächlich im Internet stattfindet, sind die Betroffenen in ihrer Schule den Beleidigungen täglich ausgesetzt, denn meist verlagert sich das Cybermobbing zudem in die reale Welt. Mitschülerinnen und -schüler werden zu Mittätern oder Zeugen, die oft nicht wissen, wie ernst die Lage ist, und deshalb nichts unternehmen. Auch die Lehrkräfte erfahren häufig viel zu spät, wie ein Schüler oder eine Schülerin massiv im Internet beleidigt und bedroht wird.

Sollten Sie also als Elternteil den Verdacht haben, dass Ihr Kind zum Opfer von Cybermobbing geworden ist, so gehen Sie zunächst behutsam vor. Seien Sie eine Vertrauensperson und machen Sie Ihrem Kind keine Angst, indem Sie das Mobbing kleinreden oder versuchen, das Internet zu verbieten.

Werden Sie aktiv! Sprechen Sie mit Ihrem Kind, fragen Sie es, ob es schon davon gehört hat, und finden Sie heraus, ob es womöglich davon betroffen ist. Suchen Sie das Gespräch mit dem oder der Klassenlehrer/-in und besprechen Sie gemeinsam, wie Sie dagegen vorgehen können. Den Täterinnen und Tätern ist oft nicht bewusst, welche fatalen Auswirkungen das Mobbing haben kann. Auch haben Sie die Möglichkeit, die entsprechenden Inhalte bei den Serviceanbietern zu melden – also bei WhatsApp, Facebook oder YouTube die Nutzer sperren zu lassen. Sollten Sie bemerken, dass Ihr Kind massiv bedroht wird, gehen Sie sofort zur Polizei. Verstecken Sie sich nicht hinter der Ausrede, dass das bestimmt „schon wieder aufhören wird“! Unterschätzen Sie niemals Cybermobbing!

Brauchen Sie noch mehr Tipps rund um die Themen Schulalltag und Erziehung? Dann schauen Sie einfach öfter mal in unser Journal, wir beraten Sie gerne, zum Beispiel dann, wenn es um die Kreativität beim Kind oder um Unterstützung beim Lernen geht.

Lesen Sie hier mehr Infos zum Thema Cybermobbing:

http://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/