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Lexikon Latein

Plusquamperfekt

Andere Bezeichnungen:  Vorvergangenheitsform, Antepräteritum

 

Über das Wort „Plusquamperfekt“

Genus, Betonung:  das Plusquamperfekt
Plural:  die Plusquamperfekte
Abkürzung:  Pqpf.
Herkunft:  von lat. tempus plūs quam perfectum die mehr als vollendete Zeit (perfectus vollendet ist das vorzeitige Passivpartizip (= PPP) von perficere vollenden)

 

Definition

Das „Plusquamperfekt“ ist ein Tempus. Das „Plusquamperfekt“ ist eine Verbindung aus der absoluten Zeitstufe „Vergangenheit = Präteritum“ und der relativen Zeitstufe „Vorzeitigkeit“. Unter „Plusquamperfekt“ versteht man diejenigen Verbformen, die ausdrücken, dass der beschriebene Sachverhalt aus Sicht eines für den Autor vergangenen Bezugspunkts schon vergangen ist. Dieser Bezugspunkt ist meist entweder das übergeordnete Verb oder der Textzusammenhang.

 

Formen

Aktiv und Passiv des lateinischen Plusquamperfekts werden verschieden gebildet:

• Das Aktiv wird vom Perfektstamm gebildet und verwendet Endungen der Perfektstammkonjugation

• Das Passiv wird gebildet, indem das vorzeitige Passivpartizip (= PPP) mit dem Imperfekt (oder seltener mit dem Perfekt) von esse sein kombiniert wird. Die Formen des Perfekt Passivs haben wir in der Tabelle der Perfektstammkonjugation mit aufgeführt.

 

Funktionen

(1)  Vorzeitigkeit zur Vergangenheit

Das Plusquamperfekt wird (laut Definition) verwendet, um in einem Vergangenheitszusammenhang Sachverhalte zu kennzeichnen, die vor den Ereignissen des Zusammenhangs geschehen, d.h. vorzeitig sind. Es bezeichnet also Vergangenes aus Sicht der Vergangenheit und wird daher auch im Deutschen mit Plusquamperfekt wiedergegeben. Z.B.:

÷ Cuius lēgātiōnis Dīvicō prīnceps fuit, quī bellō Cassiānō dux Helvētiōrum fuerat.
Das Oberhaupt dieser Gesandtschaft war Divico, der im Krieg gegen Cassius Heerführer der Helvetier gewesen war.  (Caesar: De bello Gallico 1:13:2) 

(2)  Resultat in der Vergangenheit

Das Plusquamperfekt kann außerdem das in der Vergangenheit vorliegende Ergebnis eines früheren Ereignisses bezeichnen. Im Passiv haben wir im Deutschen für diese Funktion das Resultativplusquamperfekt (= Plusquamperfekt Passiv ohne „worden“, z.B.: „Die Stadt war zerstört“ statt „… war zerstört worden“). Im Aktiv müssen wir ersatzweise das Plusquamperfekt verwenden. Z.B.:

÷ Aktiv:  Ad multam noctem etiam ad impedīmenta pūgnātum est, proptereā quod prō vallō carrōs obiēcerant et ē locō superiōre in nostrōs venientēs tēla coiciēbant.
Bis tief in die Nacht wurde auch beim Ausrüstungslager gekämpft, und zwar deshalb, weil (die Feinde) Wagen als Schutzwall aufgestellt hatten und aus erhöhter Position auf unsere Leute, als sie sich näherten, Geschosse schleuderten.  (Caesar: De bello Gallico 1:26:3)

÷ Passiv:  Is collis, ubī castra posita erant, tantum adversus in lātitūdinem patēbat, quantum locī aciēs instrūcta occupāre poterat. 
Der Hügel, wo das Lager aufgeschlagen war, erstreckte sich vorne in der Breite über so viel Raum, wie ein aufgestelltes Heer ausfüllen konnte. (tantum, quantum locī soviel, wieviel des Raums = so viel Raum, wie)  (Caesar: De bello Gallico 2:8:3)

Einige Verben kommen nur oder besonders häufig in resultativ gebrauchten Formen vor, und zwar im resultativen Perfekt, resultativen Plusquamperfekt und resultativen Futurperfekt (= Futur II). Die wichtigsten dieser Verben haben wir aufgeführt unter Perfekt.

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