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Lexikon Latein

Indefinitpronomen

Andere Bezeichnung: unbestimmtes Fürwort

 

Über das Wort „Indefinitpronomen“

Genus, Betonung:  das Indefinitpronomen
Plural:  die Indefinitpronomen oder die Indefinitpronomina
Abkürzung:  Indef.-Pron.
Herkunft:  von lat. prōnōmen indēfīnītum unbestimmtes Pronomen (von dēfīnīre abgrenzen, bestimmen, definieren; von fīnis Ende, Grenze)

 

Definition

„Indefinitpronomen“ ist eine Unterart der Wortart Pronomen, die wiederum zur Wortartengruppe Nomen gehört. Unter Indefinitpronomen versteht man ein Wort, das einen Gegenstand als unbestimmt kennzeichnet, in dem Sinne, dass der Angesprochene ihn nicht genau identifizieren kann.

Da man auch über einen unbestimmten Gegenstand nicht sinnvoll sprechen kann, ohne überhaupt eine Eigenschaft von ihm anzugeben, müssen Indefinitpronomen
• entweder (bei gegenständlichem = „substantivischem“ Gebrauch) den Gegenstand als Person oder Sache klassifizieren (z.B. aliquis (m.) jemand = eine Person, gegenüber aliquid (n.) etwas = eine Sache); dabei kann auch noch ein Adjektiv hinzutreten (z.B. aliquis excellēns jemand Hervorragendes = eine hervorragende Person),
• oder (bei nicht-gegenständlichem = „adjektivischem“ Gebrauch) sich mit einem Substantiv verbinden, das eine Eigenschaft angibt (z.B. aliquī terror irgendein Schrecken).

 

Wortbestand

Das Lateinische besitzt folgende Indefinitpronomen (in Klammern Nom.Sg. des Feminins und Neutrums):

 

(1)  in positiven (= nicht-verneinten) Sätzen:

ali-quis (n.: ali-quid)  irgendjemand, jemand, irgendwer, (n.:) irgendetwas, etwas, irgendwas.
Dekliniert wie quis (quid); als Plural dient der Plural von aliquī.
Gegenständlich (= „substantivisch“) gebraucht, das Maskulin auch nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“).

ali-quī (ali-qua/ ali-quod)  irgendein, (Pl.:) irgendwelche.
Dekliniert wie quī, jedoch lauten Nom.Sg.f. und Nom./Akk.Pl.n. aliqua.
Nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“), also in Verbindung mit einem Substantiv gebraucht.

 

(2)  in verneinten Sätzen:

quis-quam (n.: quid-quam oder assimiliert quic-quamirgendjemand, jemand, irgendwer, (n.:) irgendetwas, etwas, irgendwas.
Dekliniert wie quis (quid) mit angehängtem -quam; als Plural dient der Plural von ūllus.
Gegenständlich (= „substantivisch“) gebraucht, das Maskulin auch nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“).

• ūllus (ūlla/ ūllum)  irgendein, (Pl.:) irgendwelche.
Dekliniert wie nūllus.
Nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“), also in Verbindung mit einem Substantiv gebraucht.

 

(3)  in positiven und verneinten Sätzen:

quis (n.: quid)  irgendjemand, jemand, irgendwer, (n.:) irgendetwas, etwas, irgendwas.
Als Plural dient der Plural von quī.
Gegenständlich (= „substantivisch“) gebraucht, das Maskulin auch nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“).

quī  irgendein, (Pl.:) irgendwelche.
In der Funktion als Indifinitpronomen hat quī im Nom.Sg.f. und Nom./Akk.Pl.n. neben quae auch die Form qua.
Nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“), also in Verbindung mit einem Substantiv gebraucht.

Quis und quī als Indefinitpronomen stehen immer nach einem satzeinleitenden Wort, vor allem im Hauptsatz nach num, im Nebensatz nach , nisī, , num und Relativwörtern.

quī-dam (n.: quid-dam) (gegenständlich = „substantivisch“)  jemand, (n.:) etwas, (Pl.m.:) einige Leute.
quī-dam (quae-dam/ quod-dam) (nicht-gegenständlich = „adjektivisch“)  ein gewisser, ein, (Pl.:) einige.
Die gegenständliche und die nicht-gegenständliche Variante des Pronomens werden von Gegenständen gesagt, die man nicht näher bezeichnen will oder kann.
Das gegenständliche quīdam wird dekliniert wie quis (quid) mit angehängtem -dam. Als Plural dient der Plural des nicht-gegenständlichen quīdam.
Das nicht-gegenständliche quīdam wird dekliniert wie quī mit angehängtem -dam.
Beide Varianten haben bei Zusammenstoß zweier Konsonanten dieselben lautlichen Besonderheiten wie īdem:
— Nom.Sg.m. (gegenständlich) quī-dam ist aus *quis-dam entstanden (Ausfall von s mit Dehnung des vorausgehenden Vokals);
— Akk.Sg. und Gen.Pl. haben Assimilation: (*quem-dam, *quam-dam, *quōrum-dam, *quārum-dam >) quendam, quandam, quōrundam, quārundam.
Im Nom./Akk.Sg.n. jedoch bleibt das doppelte d bestehen: (gegenständlich) quiddam, (nicht-gegenständlich) quoddam.

quis-piam (n.: quid-piam oder assimiliert quip-piamirgendjemand, jemand, irgendwer, (n.:) irgendetwas, etwas, irgendwas.
Dekliniert wie quis (quid) mit angehängtem -piam; als Plural dient der Plural von ūllus.
Gegenständlich (= „substantivisch“) gebraucht. Das Maskulin wird nur von Personen und auch nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“) gebraucht.

• [quī-piam]/ quae-piam/ quod-piam (oder assimiliert: quop-piamirgendein, (Pl.:) irgendwelche.
Dekliniert wie quī, jedoch der Nom.Sg.m. fehlt und der Plural kommt fast nie vor.
Nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“), also in Verbindung mit einem Substantiv gebraucht.

alius (al-a/ alium)  ein anderer;
alius ... alius  einer ... ein anderer, der eine ... der andere (von vielen);
alius ... alium  einer ... den anderen, der eine ... den anderen, der eine diesen ... der andere jenen (= jeder einen anderen, oder: alle ... einander).
Dekliniert wie nūllus, jedoch wird der holperig klingende Gen.Sg. aliīus durch alterīus (= Gen.Sg. von alter) ersetzt.
Gegenständlich (= „substantivisch“) und nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“) gebraucht.

alter (alter-a/ alter-um)  der andere (von zweien); einer (von zweien), der eine (von zweien);
alter ... alter  einer ... der andere, der eine ... der andere (von zweien);
alter ... alterum  einer ... den anderen (von zweien), der eine ... den anderen (von zweien), beide ... einander.
Das Pronomen wird nur verwendet, wenn von zwei Gegenständen die Rede ist, bzw. im Plural, wenn von zwei Gruppen die Rede ist. Wenn der eine von zweien schon genannt ist, steht, sobald der andere erwähnt wird, schon eindeutig fest, welcher das sein muss. Hierbei wechselt also die Bedeutung vom unbestimmten zum bestimmten Pronomen.
Dekliniert wie nūllus, doch da es sich um einen Stamm auf r handelt, hat der Nom.Sg.m. leere Endung:  alter-_  (vergleiche die r-Stämme der Adjektive der ō/ā-Deklination).
Gegenständlich (= „substantivisch“) und nicht-gegenständlich (= „adjektivisch“) gebraucht.

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