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Wie du Vor-, Gleich- und Nachzeitigkeit beim PC erkennst und übersetzt


Aufgabe

Gib für die folgenden drei Sätze an, ob das Participium coniunctum jeweils Vor-, Gleich- oder Nachzeitigkeit ausdrückt. Übersetze anschließend.

  1. Galli Romanos timentes fugerunt.
  2. Romani Galliam relictam ceperunt.
  3. Romani Galliam oppressuri castra posuerunt.

Das musst du wissen

Für diese Aufgabe ist es wichtig, dass du weißt, welches Zeitverhältnis die jeweiligen Partizipien ausdrücken; erst dann kannst du sie nämlich auch richtig übersetzen. Der Begriff „Zeitverhältnis“ steht im Zusammenhang mit dem Partizip für den Unterschied zwischen der Zeit des Partizips und des finiten Verbs.

Das Partizip Präsens Aktiv (PPA) drückt aus, dass etwas gleichzeitig stattfindet; für die Übersetzung nimmst du also dieselbe Zeit für Prädikat und Partizip.

Das Partizip Perfekt Passiv (PPP) hingegen drückt eine Vorzeitigkeit aus; das bedeutet, dass die Handlung, die das Partizip beschreibt, vor der Handlung des Prädikats stattgefunden hat. In diesem Fall schaust du dir die Zeit des Prädikats an und wählst dann für das Partizip die Zeitstufe, die weiter zurückliegt (z. B.: Prädikat im Präsens → Partizip im Präteritum; Prädikat im Futur → Partizip im Präsens etc.).

Bleibt noch das Partizip Futur Aktiv (PFA): Es drückt ein nachzeitiges Verhältnis aus, d. h., die Handlung des Partizips wird nach der Handlung des Prädikats stattfinden. Weil es meistens eine Absicht ausdrückt, übersetzen wir es mit wollen, also z. B.: Caesar victurus Caesar, der siegen wird/will.

Insgesamt gibt es immer drei Übersetzungsvarianten der Partizipien, nämlich wörtlich, mit Relativsatz oder mit Adverbialsatz (temporale, kausale, modale, konditionale oder konzessive Sinnrichtung). Je nach Satz musst du entscheiden, was besser passt. Aber du kannst dir merken, dass ein Participium coniunctum immer als Adverbialsatz übersetzt werden kann.

Schritt 1: Gib das Zeitverhältnis an (vor-, gleich-, nachzeitig)

  1. Galli Romanos timentes fugerunt.: Das Partizip hier lautet timentes und ist Präsens Aktiv (PPA). Das Zeitverhältnis ist also gleichzeitig.
  2. Romani Galliam relictam ceperunt.: Im zweiten Beispiel ist relictam das gesuchte Partizip. Es ist ein Partizip Perfekt Passiv (PPP) und damit vorzeitig zur Haupthandlung.
  3. Romani Galliam oppressuri castra posuerunt.: Das Partizip in diesem Satz ist oppressuri, es ist ein Partizip Futur Aktiv (PFA). Deswegen ist das Zeitverhältnis zwischen Partizip und Prädikat nachzeitig.

Schritt 2: Übersetze die Sätze

  1. Galli Romanos timentes fugerunt.
    Wir fangen mit dem Prädikat an, also mit fugerunt. Es kommt von fugere fliehen, meiden und steht in der 3. Person Pl. Ind. Perf. Akt., es heißt also sie sind geflohen. In diesem Satz gehört das Partizip timentes zum Subjekt, nämlich zu Galli. Es handelt sich um ein Partizip Präsens Aktiv. Es drückt demnach aus, dass etwas zur gleichen Zeit (= gleichzeitig) wie unser Prädikat stattfindet bzw. stattgefunden hat. Es muss also in diesem Beispiel in die Vergangenheit gesetzt werden, weil ja auch das Prädikat im Perfekt steht. Wenn wir einen Relativsatz bilden, lautet die Übersetzung: Die Gallier, die sich vor den Römern fürchteten, sind geflohen. Wenn wir es jetzt in einen Adverbialsatz umwandeln, erhalten wir z. B.: Weil die Gallier die Römer fürchteten, sind sie geflohen.
    Tipp: Wenn du das PPA wörtlich übersetzt, musst du die Zeit nicht angleichen: Die die Römer fürchtenden Gallier sind geflohen. (Dies gilt übrigens auch für die anderen beiden Partiziparten.)
  2. Romani Galliam relictam ceperunt.
    Das Prädikat ceperunt steht in der 3. Person Pl. Ind. Perf. Akt. und kommt von capere fangen, fassen, in Besitz nehmen: Sie haben in Besitz genommen. Das dazugehörige Subjekt sind die Romani, die Römer. Als Nächstes fragen wir: Wen oder was haben die Römer in Besitz genommen? Darauf antwortet das Akkusativobjekt Galliam in Verbindung mit dem Partizip relictam. Das ist ein Partizip Perfekt Passiv (PPP), also ist es vorzeitig zum Geschehen des finiten Verbs. Weil das finite Verb ceperunt im Perfekt steht, müssen wir das Partizip mit Plusquamperfekt übersetzen (das ist noch eine Zeitstufe früher). Die Übersetzung mit einem Relativsatz lautet dann: Die Römer haben Gallien, das verlassen worden war, in Besitz genommen. Oder mit Adverbialsatz: Die Römer haben Gallien in Besitz genommen, nachdem es verlassen worden war. Oder wörtlich: Die Römer haben das verlassene Gallien in Besitz genommen.
  3. Romani Galliam oppressuri castra posuerunt.
    Wir beginnen mit dem Prädikat (castra) posuerunt: Es kommt von castra ponere ein Lager aufschlagen und steht in der 3. Person Pl. Indikativ Perfekt Aktiv. Es heißt übersetzt also sie haben ein Lager aufgeschlagen. Das Partizip oppressuri bezieht sich wegen der KNG-Kongruenz auf das Subjekt Romani. Weil das Akkusativobjekt dazwischensteht, muss es auch in der Übersetzung zu Partizip und Nomen genommen werden. Das Partizip ist ein PFA, also nachzeitig; das bedeutet, dass es später als diejenige Handlung passiert, die das Prädikat aussagt. Wenn wir unseren Satz zunächst mit einem Relativsatz übersetzen, dann erhalten wir: Die Römer, die Gallien unterdrücken wollten, haben ein Lager aufgeschlagen. Weil du Participia coniuncta aber auch immer mit adverbialer Sinnrichtung übersetzen darfst, kannst du auch sagen: Weil die Römer Gallien unterdrücken wollten, haben sie ein Lager aufgeschlagen.

Lösung

  1. Galli Romanos timentes fugerunt.: gleichzeitig; Relativsatz: Die Gallier, die die Römer fürchteten, sind geflohen. Adverbialsatz: Die Gallier sind geflohen, weil sie die Römer fürchteten. Wörtlich: Die die Römer fürchtenden Gallier flohen. 
  2. Romani Galliam relictam ceperunt.: nachzeitig; Relativsatz: Die Römer nahmen Gallien, das verlassen worden war, in Besitz. Adverbialsatz: Die Römer nahmen Gallien in Besitz, nachdem es verlassen worden war. Wörtlich: Die Römer nahmen das verlassene Gallien in Besitz
  3. Romani Galliam opressuri castra posuerunt.: vorzeitig; Relativsatz: Die Römer, die Gallien unterdrücken wollten, haben ein Lager aufgeschlagen. Adverbialsatz: Die Römer haben ein Lager aufgeschlagen, weil sie Gallien unterdrücken wollten
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