{"id":8525,"date":"2019-11-08T13:24:43","date_gmt":"2019-11-08T12:24:43","guid":{"rendered":"https:\/\/learnattack.de\/journal\/?p=8525"},"modified":"2025-04-29T20:41:04","modified_gmt":"2025-04-29T18:41:04","slug":"schulleben-ddr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/learnattack.de\/journal\/schulleben-ddr\/","title":{"rendered":"Das Schulleben der Kinder in der DDR"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Am 9. November 1989 \u00f6ffneten sich \u00fcberraschend die Grenz\u00fcberg\u00e4nge zwischen <a href=\"https:\/\/learnattack.de\/schuelerlexikon\/geschichte\/deutsche-demokratische-republik\">DDR<\/a> und BRD, womit die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands eingeleitet wurde. Zwei unterschiedliche Welten prallten aufeinander und damit auch zwei verschiedene Schulsysteme. In der DDR wurde der Alltag stark vom sozialistischen System beeinflusst. Sei gespannt, wie die Kinder im Osten aufgewachsen sind und wie das Schulleben in der DDR aussah.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#kindheit\">Kindheit in der DDR<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#schule\">Die Schullaufbahn in der DDR<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#freizeit\">Freizeit, Sport und Spa\u00df<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#erinnerungen\">Erinnerungen von Zeitzeuginnen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<a name=\"kindheit\"><\/a><\/p>\n<h2>Kindheit in der DDR<\/h2>\n<p>Wer in dem sozialistischen Staat geboren wurde, lernte recht schnell, was es hei\u00dft, dass Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Es war zum Beispiel \u00fcblich, dass Frauen berufst\u00e4tig waren, und auch nach der Geburt kehrten die M\u00fctter z\u00fcgig wieder in ihren Beruf zur\u00fcck. F\u00fcr die Babys stellte der Staat ein breites Netz aus kostenlosen Betreuungseinrichtungen zur Verf\u00fcgung. Schon nach ein paar Wochen kamen die Kinder in die Krippe, ab dem Alter von 4 Jahren ging es in den Kindergarten. W\u00e4hrend heute die Eltern fast schon vor der Geburt um einen Krippenplatz k\u00e4mpfen m\u00fcssen, gab es in der DDR f\u00fcr nahezu alle Kinder einen Platz.<\/p>\n<p>Teilzeitstellen, mit denen M\u00fctter heutzutage h\u00e4ufig in den Beruf zur\u00fcckkommen, gab es in der DDR nicht. Die Eltern arbeiteten beide Vollzeit, weshalb die Kinder bis 18 oder 19 Uhr in der Krippe oder im Kindergarten blieben. Der Tagesablauf war dort klar vorgeschrieben. Alles wurde in Gemeinschaft gemacht: egal ob spielen, essen, Sport oder auf die Toilette gehen. Die Betreuer und Betreuerinnen brachten den Kindern einen h\u00f6flichen Umgang miteinander, gegenseitiges Helfen und das Einhalten von Regeln bei. Sie waren sehr streng und zwangen die Kinder, sich einzuordnen. Auch medizinisch und impftechnisch wurden die Kleinkinder in der Krippe umfassend betreut, um eventuelle Entwicklungsst\u00f6rungen m\u00f6glichst fr\u00fch zu erkennen. Und im Kindergarten lernten die Kinder schon Buchstaben und Zahlen kennen und machten erste Schreib- und Rechenversuche.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<a name=\"schule\"><\/a><\/p>\n<h2>Die Schullaufbahn in der DDR<\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h3>Die Polytechnische Oberschule<\/h3>\n<p>Im Alter von 6 Jahren wurden in der DDR alle Kinder in die Polytechnische Oberschule, kurz POS, eingeschult. Mit dem Begriff Oberschule verbindet man auch Schulen mit ausschlie\u00dflich h\u00f6heren Klassen, aber die POS bestand aus drei Stufen: Unter- (1.\u20133. Klasse), Mittel- (4.\u20136. Klasse) und Oberstufe (7.\u201310. Klasse). Mit der Bezeichnung wollte man jedoch betonen, dass allen Sch\u00fclern eine Oberschulbildung vermittelt wird. Der Unterricht war sehr technisch und naturwissenschaftlich gestaltet. Der Zusatz \u201epolytechnisch\u201c steht f\u00fcr den vorgesehenen Praxisbezug, der die Schulkinder fr\u00fch an die Arbeitswelt heranf\u00fchren sollte. Die Jungs und M\u00e4dchen lernten neben den F\u00e4chern Deutsch, Mathe, Kunst, Geschichte und den Naturwissenschaften Handwerken oder G\u00e4rtnern. Mit der 7. Klasse kamen dann F\u00e4cher hinzu, die technische Themen und Fertigkeiten wie Elektronik, Informatik und technisches Zeichnen vermittelten. Was f\u00fcr dich heute das Sch\u00fclerpraktikum ist, war f\u00fcr die Schulkinder der DDR das Fach \u201eProduktive Arbeit\u201c. Darin besuchten sie jede Woche andere Betriebe ihrer Umgebung und erledigten dort praktische Aufgaben. Ab der 7. Klasse fand regelm\u00e4\u00dfig eine Berufsberatung statt, bei denen die Berufsw\u00fcnsche der Kinder auf ben\u00f6tigte Bereiche in der Planwirtschaft gelenkt wurden. Das verstaatlichte und ideologisierte Schulsystem der DDR sollte die Kinder zu vollwertigen Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft erziehen. Zus\u00e4tzlich gab es ab der 7. Klasse Staatsb\u00fcrgerkunde und ab der 9. Klasse Wehrkunde. In diesem Fach lernten die Kinder sowohl theoretisches als auch praktisches milit\u00e4risches Grundwissen. Jungs lernten, mit Handgranaten und Gasmasken umzugehen, M\u00e4dchen dagegen Erste Hilfe und Evakuierung. Vielen Eltern und kirchlichen Gemeinschaften gefiel dieser Unterricht gar nicht. Manche Kinder bekamen daraufhin die Erlaubnis, ihm fernzubleiben, jedoch verloren sie damit die Chance, auf einer weiterf\u00fchrenden Schule aufgenommen zu werden.<\/p>\n<p>Als erste Fremdsprache war f\u00fcr alle Kinder Russisch ab der 5. Klasse Pflicht. Ab der 7. Klasse konnte man dann eine zweite Sprache lernen, meistens war das Englisch.<\/p>\n<p>Damit die Eltern \u00fcber die Leistungen der eigenen Kinder auf dem Laufenden waren, gab es ein Mitteilungsheft, das sogenannte Muttiheft. Darin wurden das Verhalten und die Disziplin der Sch\u00fclerin oder des Sch\u00fclers festgehalten und besondere Leistungen mit gestempelten \u201eBienchen\u201c belohnt. Auf dem Zeugnis bekamen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dann nicht nur Noten f\u00fcr die einzelnen F\u00e4cher, sondern ebenfalls f\u00fcr Flei\u00df, Ordnung, Mitarbeit und Betragen. Anstatt der Zahlen 1 bis 6 gab es in der DDR die f\u00fcnf Benotungen sehr gut, gut, befriedigend, gen\u00fcgend, ungen\u00fcgend. Am Ende der 10. Klasse mussten f\u00fcr einen Schulabschluss schriftliche und m\u00fcndliche Pr\u00fcfungen abgelegt werden. Dieser Abschluss ist mit dem heutigen Realschulabschluss vergleichbar und berechtigte die Jugendlichen zu einer Berufsausbildung, meist in der Industrie, im Handwerk oder in der Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Anders als heute fand auch samstags Unterricht statt. Daf\u00fcr konnten sich die Kinder \u00fcber 8 Wochen Sommerferien freuen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h3>Die Erweiterte Oberschule \u2013 EOS<\/h3>\n<p>Nur etwa 10 % der Schulabg\u00e4nger der POS wurden f\u00fcr die Erweiterte Oberschule zugelassen. Aussortiert wurde \u00fcber Note, Geschlechterverteilung, soziale Herkunft, Berufswunsch und das politische bzw. gesellschaftliche Engagement. Die EOS ging bis zur 12. Klasse und konnte mit dem Abitur abgeschlossen werden. Teilweise konnte parallel eine Berufsausbildung absolviert werden. Wer keinen Platz an einer EOS bekam, hatte auch keine Chance zu studieren.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<a name=\"freizeit\"><\/a><\/p>\n<h2>Freizeit, Sport und Spa\u00df<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Schulkinder war der Tag nach dem Unterricht noch nicht vorbei. \u00c4hnlich wie die AGs, die du vielleicht kennst, gab es auch in der DDR Arbeitsgemeinschaften oder Interessenzirkel. F\u00fcr \u00e4ltere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wurden sogenannte fakultative Kurse wie Kfz-Technik und Mikrobiologie angeboten.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][vc_column_text]Auch Sport wurde in der DDR stark gef\u00f6rdert, nicht nur in den Schulen, sondern sp\u00e4ter auch in den Betrieben. Im Breitensport gab es zahlreiche Sportgemeinschaften, die kostenlos oder f\u00fcr wenig Geld in Anspruch genommen werden konnten. Besonders interessant waren die Sportarten Leichtathletik, Turnen und Fu\u00dfball. Talente sollten m\u00f6glichst fr\u00fch erkannt werden und in Spezialschulen gef\u00f6rdert werden. Auf diese Weise konnte die DDR bei internationalen Wettk\u00e4mpfen und den Olympischen Spielen mit ihren Spitzensportlern ihr Ansehen steigern und aus ihrer Sicht die \u00dcberlegenheit des Sozialismus demonstrieren. An Sportnachmittagen traten die Kinder im Klassenverband gegen ihre Mitsch\u00fclerinnen und Mitsch\u00fcler an.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8221;8532&#8243; img_size=&#8221;full&#8221; add_caption=&#8221;yes&#8221; css=&#8221;&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Die \u00fcbrige Freizeit wurde durch die Jungen Pioniere gepr\u00e4gt. Jedes Jahr am 13. Dezember wurden alle neuen Schulkinder in diese politische Jugendorganisation aufgenommen. Mit ihrem Eintreten erhielten die Kinder ihre Uniform mit dem typischen blauen K\u00e4ppi und dem blauen Halstuch. Sp\u00e4ter wurde das Halstuch bei den Th\u00e4lmannpionieren durch ein rotes ausgetauscht und mit der 7. Klasse fand der \u00dcbergang in die FDJ (Freie Deutsche Jugend) statt. Ihre Uniform trugen die Jungen Pioniere bei den regelm\u00e4\u00dfigen Fahnenappellen. Die Schulkinder marschierten klassenweise auf den Schulhof und wurden begr\u00fc\u00dft mit: \u201eF\u00fcr Frieden und Sozialismus: Seid bereit!&#8221;, woraufhin sie antworteten: \u201eImmer bereit!\u201c Beim Fahnenappell wurden auch immer besondere Leistungen von Mitgliedern geehrt.<\/p>\n<p>Neben den Fahnenappellen gab es regelm\u00e4\u00dfig Pioniernachmittage. Dort wurde gemeinsam gebastelt, gesungen und gemalt. Die Jungen Pioniere lernten, was Solidarit\u00e4t bedeutet, und sammelten Altglas und Altpapier oder veranstalteten Solidarit\u00e4tsbasare. Das gesammelte Geld wurde dann an soziale Projekte in anderen L\u00e4ndern gespendet. F\u00fcr die Ferien organisierten die Jungen Pioniere jeden Sommer Ferienlager in Zentralen Pionierlagern. Einen Platz konnte man sich mit besonderen Leistungen in der Gemeinschaft verdienen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<a name=\"erinnerungen\"><\/a><\/p>\n<h2>Erinnerungen von Zeitzeuginnen<\/h2>\n<p>Zwei unserer Kolleginnen waren so lieb, ihre Erinnerungen an das Schulleben in der DDR mit dir zu teilen:[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Melanie, aus dem Redaktions-Team:<\/p>\n<blockquote><p><em>Also, ich geh\u00f6re zum Jahrgang 1981 und habe daher die DDR nur ganz kurz miterlebt. Von der politischen Situation habe ich nicht viel mitbekommen und auch die <a href=\"https:\/\/learnattack.de\/schuelerlexikon\/geschichte\/berliner-mauer\">Berliner Mauer<\/a> <\/em><em>habe ich nicht bewusst wahrgenommen. Bis zum 11.11.1989 wusste ich nicht, dass ich in einem geteilten Land lebe. Ich war damals gerade mal 8 Jahre alt und erst in der 2. Klasse.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie f\u00fcr jedes Kind war die Einschulung ein aufregender Tag, denn ein neuer Zeitabschnitt beginnt. Ich hatte eine gro\u00dfe Schult\u00fcte, die sogar etwas gr\u00f6\u00dfer war als ich, denn ich war noch sehr klein bei meiner Einschulung \u2013 nur 105 cm. Daher gibt es nur ein paar gestellte Fotos, wo ich mit der Schult\u00fcte zu sehen bin, aber ansonsten hat mein Papa sie getragen. Ich hatte einen rosa Lederschulranzen, ein Modell, wie viele Kinder es hatten: Alles ganz uniform.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Klassenraum haben wir unsere Pionieruniform erhalten, denn mit dem 1. Schultag war man Jungpionier. Als Jungpionier musste man deren Gebote auswendig <\/em><em>lernen und diese wurden auch regelm\u00e4\u00dfig abgefragt. Ich glaube, wir haben auch Zeitungspapier und Glas gesammelt und dann zu einer Annahmestelle gebracht. F\u00fcr den gesammelten M\u00fcll gab es ein bisschen Geld, das war mein erstes Taschengeld. <\/em><\/p>\n<p><em>Ansonsten erinnere ich mich daran, dass wir zu allen Zeugnisausgaben mit unserer Pionierkleidung auf dem Schulhof versammelt waren und dass Lob und Tadel verteilt wurden. In einer meiner Zeugnismappen habe ich auch ein Lob vom Direktor f\u00fcr flei\u00dfiges Lernen. Und dann gab es noch das Muttiheft, ein Mitteilungsheft zwischen den Lehrern und Erziehern und den Eltern. Hier wurden u.\u00a0a. die Hausaufgaben notiert, weil wir noch nicht viel schreiben konnten. Es wurden aber auch Elternabende, Wandertage dort mitgeteilt und auch Bienchen und Tadel. Dieses Muttiheft hat mich auf jeden Fall bis zum Ende der 2. Klasse begleitet. Ab Klasse 3 gab es das nicht mehr.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir sind von montags bis samstags in die Schule gegangen. Der Unterricht begann 8 Uhr, und da ich noch nicht viel Unterricht hatte, war mein Unterricht meistens gegen 12 Uhr beendet. In der 1. Klasse war ich noch im Hort und ab der 2. Klasse war ich ein Schl\u00fcsselkind und bin allein nach Schulschluss nach Hause. Dort hatte meine Mama meist Mittagessen vorgekocht und in Bettdecken warm gehalten. Meine Hausaufgaben konnte ich meist allein erledigen, sodass noch genug Freizeit war, wenn meine Eltern gegen 15 Uhr zu Hause waren. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Freizeit war \u2013 so ich mich erinnere \u2013 viel freier als heute. Wir waren allein auf dem Spielplatz, ohne unsere Eltern und ohne dass unsere Eltern Angst gehabt haben, dass uns etwas passiert. Es gab feste Zeiten, zu denen wir zu Hause sein mussten. Irgendjemand kannte immer die Uhr oder man hat einen Erwachsenen gefragt. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Franziska, aus dem Kundenservice-Team:<\/p>\n<blockquote><p><em>An meine Schulzeit in der ehemaligen DDR denke ich gerne zur\u00fcck. F\u00fcr mich war es eine sch\u00f6ne Zeit, in der viel unternommen wurde und die ich mit vielen Freunden verbringen konnte. Wir waren eine kleine Klasse von nur 18 Sch\u00fclern, und nachdem es hin und wieder in all den Jahren nat\u00fcrlich auch mal zu Reibereien untereinander kam, haben wir uns \u2013 je \u00e4lter wir wurden \u2013 immer besser verstanden und waren letztendlich eine Einheit. Dies machte vieles einfacher, denn wir haben uns in der Klasse gegenseitig unterst\u00fctzt, nat\u00fcrlich auch mal vorgesagt oder voneinander abgeschrieben. <\/em><\/p>\n<p><em>Ich hatte aber auch eine sch\u00f6ne Schulzeit, weil es in der damaligen DDR so war, dass es viele Veranstaltungen f\u00fcr Sch\u00fcler gab. So haben wir in den ersten Schuljahren als stolze Jungpioniere Wandzeitungen und andere Dinge gebastelt, die wir bspw. unserem Paten-Brigade-Team geschenkt haben. Man hatte damals in den volkseigenen Betrieben ein Team von Kollegen (Brigade), die einen engen Bezug zu den jeweiligen Schulklassen hatten. Sie haben eine Patenschaft f\u00fcr eine Klasse \u00fcbernommen und man hat sich dann gegenseitig besucht, und wir als noch junge Sch\u00fcler haben einen Einblick in die Arbeit der Erwachsenen erhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend der Schulzeit wurden unter den Sch\u00fclern einer Klasse verschiedene R\u00e4te gew\u00e4hlt \u2013 so gab es von Klasse 1 bis 3 einen Jungpionierrat, ab der 4. bis zur 7. Klasse einen Gruppenrat und ab der 8. Klasse einen FDJ-Rat. Die Mitglieder dieser R\u00e4te waren Sch\u00fcler, die in der Regel gut in der Schule waren. Sie sollten die anderen Sch\u00fcler leiten. Die Mitarbeit war zwar freiwillig, wurde aber erwartet. So gab es einen Gruppenratsvorsitzenden, einen Stellvertreter, einen Schriftf\u00fchrer, einen Kassenwart, einen Kulturbeauftragten, einen Wandzeitungsredakteur und einen Agitator. Die Rolle des Agitators wollte in der Regel nie jemand \u00fcbernehmen, denn er hatte die Aufgabe, \u00fcber politische Ereignisse zu berichten. Viel mehr Spa\u00df hingegen hat mir die Arbeit als Wandzeitungsredakteur gemacht. Hier konnte man kreativ sein und sich ein Thema, \u00fcber das man berichten wollte, selbst aussuchen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer wollte, konnte auch dem Freundschaftsrat einer Schule beitreten. Der Freundschaftsrat bestand aus einem \u00e4lteren Sch\u00fcler, der bereits FDJ-Mitglied war, und verschiedenen j\u00fcngeren Sch\u00fclern. Der Freundschaftsrat setzte sich f\u00fcr den Ausbau der Freundschaft mit Sch\u00fclern aus der Sowjetunion ein, und so gab es viele Brieffreundschaften, in denen man sich schrieb und seine Russisch-, auf anderer Seite aber auch seine Deutschkenntnisse vertiefen konnte. Zu Weihnachten wurden dann liebevoll kleine P\u00e4ckchen gepackt und an den jeweiligen Brieffreund verschickt.<\/em><\/p>\n<p><em>Es gab auch die M\u00f6glichkeit, sich in Arbeitsgemeinschaften, sogenannte AGs, einzutragen. Ich hatte f\u00fcr mich die AG Sch\u00fclerlotsen entdeckt. Hierbei lernten wir das richtige Verhalten im Stra\u00dfenverkehr und durften sp\u00e4ter in Sch\u00fclerlotsenuniform die Sch\u00fcler, die vom Bus kamen, \u00fcber den Zebrastreifen lotsen. Wir haben mit dieser AG auch an einem Kreisausscheid der besten Sch\u00fclerlotsen teilgenommen und haben einen der ersten Pl\u00e4tze belegt.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Abschluss der Schulzeit \u2013 als nur noch die Abschlusspr\u00fcfungen anstanden \u2013 zogen wir an einem Tag total verkleidet durch das Schulhaus und feierten mit viel Krach das Ende der Schulzeit. Das war damals so \u00fcblich, um mit der Schulzeit abzuschlie\u00dfen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Der Schulalltag in der DDR war ganz sch\u00f6n anders, als es deiner heute ist, oder? Mit der <a href=\"https:\/\/learnattack.de\/schuelerlexikon\/geschichte\/wiedervereinigung-deutsche-einheit\">Wiedervereinigung<\/a> wurden beide Schulsysteme zusammengef\u00fchrt und angepasst. Sprich doch mal mit deinen Eltern oder Gro\u00dfeltern, welche Erinnerungen sie noch an ihr Schulleben haben.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Am 9. November 1989 \u00f6ffneten sich \u00fcberraschend die Grenz\u00fcberg\u00e4nge zwischen DDR und BRD, womit die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands eingeleitet wurde. Zwei unterschiedliche Welten prallten aufeinander und damit auch zwei verschiedene Schulsysteme. 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