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Lexikon Geschichte

Wiener Kongress

Wiener Kongress, Zusammenkunft der führenden europäischen Staatsmänner über eine territoriale und politische Neuordnung Europas. Nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon Bonaparte sollte die politische Ordnung der Zeit vor der Französischen Revolution wiederhergestellt werden (Restauration). 

Der Teilnehmerkreis

Der Kongress wurde im Pariser Frieden von 1814 vereinbart und fand vom September 1814 bis Juni 1815 in der österreichischen Hauptstadt statt. Gastgeber war Kaiser Franz I. (*1768, †1835, seit 1804 Kaiser von Österreich). Der österreichische Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst von Metternich (*1773, †1859) leitete den Kongress. 
Der französische König Ludwig XVIII. (*1755, †1824, seit 1814 König von Frankreich) entsandte den Diplomaten Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (*1754, †1838), der trotz Frankreichs Niederlage in den Befreiungskriegen die Position seines Landes geschickt vertrat. Eine bedeutende Rolle spielte der russische Zar Alexander I. (*1777, †1825, russischer Zar seit 1801) als Hauptgegenspieler Metternichs. 
Preußen war durch die Staatsmänner Karl August Fürst von Hardenberg (*1750, †1822) und Wilhelm von Humboldt (*1767, †1835) vertreten, schwächte aber seine Position durch das direkte Eingreifen von König Friedrich Wilhelm III. (*1770, †1840, preußischer König seit 1797). Das Osmanische Reich nahm nicht teil.

Friedensordnung und Heilige Allianz

Fünf Großmächte beherrschten Europa: Kaiserreich Russland, Kaiserreich Österreich, Königreich Preußen, Königreich Frankreich und Vereinigtes Königreich (Großbritannien). Diese Mächte verhandelten über die Zukunft der deutschen Staaten und über die Herstellung eines europäischen Gleichgewichts (gesamteuropäische Friedensordnung). Beides wurde in der Wiener Kongressakte vom 9.6.1815 festgelegt. Zur Wahrung dieser Ordnung entstand die Heilige Allianz. 

Territoriale Regelungen

In der Wiener Kongressakte wurden zahlreiche territoriale Regelungen vereinbart. Frankreich sollte auf dem französischen Territorium vor den Koalitionskriegen existieren. Russland erhielt den größten Teil Polens. Preußen gewann Nordsachsen, das Rheinland und Westfalen. An die Stelle des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation trat der Deutsche Bund. 
Österreich erhielt die Lombardei, Venetien sowie Teile des Balkans und übernahm die Führung im Deutschen Bund, musste aber neben dem Breisgau auch auf die österreichischen Niederlande verzichten, die dem neu geschaffenen Königreich der Vereinigten Niederlande zugeschlagen wurde. Die Schweiz erhielt die Kantone Wallis, Neuenburg und Genf und die Zusicherung immerwährender Neutralität. Großbritannien war wegen seines umfangreichen Kolonialreichs (Empire) die unumstrittene Weltmacht.
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