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Lexikon Geschichte

Völkerwanderung

Völkerwanderung, im 18. Jahrhundert geprägte Bezeichnung für die Vorstellung einer katastrophalen Barbareninvasion auf dem Boden des zerfallenden Römischen Reichs.

Ursachen

Als eigentliche Ursachen für die Völkerwanderung vom 3. bis zum 6. Jahrhundert sind jedoch Klimaschwankungen, Landnot und Ernährungsprobleme, gewaltsame Verdrängung durch kriegerische Nachbarvölker sowie Nachrichten über günstige Lebensbedingungen im Römischen Reich anzusehen.

Innere Probleme und die militärische Sicherung der 15.000 km langen Grenzen des Weltreichs, die sich auf drei Erdteilen erstreckten, erschwerten die Beherrschung des Römischen Reichs. Mit dem Eindringen der Parther bzw. Perser im Osten und germanischer Stämme im Norden um 250 begann der Zerfall des Römischen Reichs.

Hunnen, Goten und Germanen

Das mongolische Reitervolk der Hunnen traf auf ihrem Zug nach Westeuropa um 375 zunächst auf die Ost- und die Westgoten (Goten). Während die nördlich des Schwarzen Meers ansässigen Ostgoten vernichtend geschlagen wurden, schloss sich der römische Kaiser Theodosius I. (*347, †395, Kaiser seit 379) mit den Westgoten zusammen.

Ab 375 n. Chr. drangen massiv germanische Stämme in das Römische Reich ein. Die Westgoten unter Alarich eroberten und plünderten 410 Rom. Sie zogen danach nach Spanien ab, wo sie das Westgotische Reich begründeten. Bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern in der Champagne 451 wehrten Römer und Westgoten gemeinsam ein weiteres Vordringen der Hunnen unter ihrem König Attila (†453) ab.

455 eroberten die Wandalen unter ihrem König Geiserich (*um 389, †477) von Nordafrika aus Rom und plünderten es. Papst Leo I., der Große (†461, Papst seit 440) hielt die Eroberer von starker Zerstörung ab. 476 wurde der letzte weströmische Kaiser, Romulus Augustulus, vom germanischen Truppenführer Odoaker (*um 433; †493) abgesetzt. Odoaker wurde König von Italien.

493 erlangte der ostgotische König Theoderich der Große (*451/56, †526, seit 474 König) die Herrschaft in Italien nach seinem Sieg über Odoaker. Unter Theoderich erlebt die römische Antike noch einmal eine Blütezeit. Gegenspieler Theoderichs war der Frankenkönig Chlodwig I. (*466, †511). 568 drangen die germanischen Langobarden über die Alpen vor und erobern Norditalien.

Folgen

Bemerkenswerte Reiche waren das der Wandalen in Afrika, Sardinien und Korsika, das der Westgoten im spanischen Raum und das der Ostgoten unter Theoderich dem Großen in Italien mit der Hauptstadt Ravenna (Goten).

Die Wanderungsbewegungen ganzer Völker in Europa hielten rund 200 Jahre lang an (von 375 bis 568) und führten zu einer Verschmelzung der antiken römischen Kultur mit der Lebensweise der germanischen Völker und dem Christentum. 


Völkerwanderung - Abbildung 1

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