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Lexikon Geschichte

Stalin

Stalin, Josef Wissarionowitsch, eigentlich J. W. Dschugaschwili, sowjetischer Politiker und Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU seit 1922, der von 1879 bis 1953 lebte und eine sozialistische Diktatur in der Sowjetunion errichtete.

Stalins Rolle bei den russischen Revolutionen

Stalin trat 1894 in ein orthodoxes Priesterseminar ein, beschäftigte sich mit den Schriften von Karl Marx und schloss sich 1898 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands an. Wegen der Organisation von Streiks wurde er 1899 aus dem Priesterseminar ausgeschlossen. Nach der Spaltung der russischen Sozialdemokratie war Stalin ein Bolschewiki.

Stalin wurde nach der Oktoberrevolution zunächst Volkskommissar für Nationalitätenfragen. Als Organisator wurde er von Wladimir Iljitsch Lenin sehr geschätzt und arbeitete maßgeblich an der Parteizeitung Prawda (Wahrheit) mit. Stalin war im Bürgerkrieg von 1918 bis 1922 politischer Kommissar der Roten Armee. Ab 1922 war er Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU und baute diese Funktion zu einer Schlüsselstellung im Parteiapparat und zu seinem Machtinstrument aus.

Wirtschaftlicher Wandel und Säuberungswellen im Stalinismus

Nach dem Tod Lenins 1924 konnte er sich gegen seine Konkurrenten wie Leo Trotzki (*1879, †1940) durchsetzen und konzentrierte in den Folgejahren alle Macht in seinen Händen.

Mit einer Revolution von oben leitete er einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel in der Sowjetunion ein mit einer Zwangskollektivierung der Landwirtschaft in Kolchosen und Sowchosen und einer groß angelegten Industrialisierung, um das rückständige Land schnell in eine politische und wirtschaftliche Großmachtrolle zu führen.

In verschiedenen Säuberungswellen stützte sich Stalin auf den Parteiapparat und die Geheimpolizei. Vermeintliche oder tatsächliche Gegner wurden verhaftet, es folgten Schauprozesse, Verschleppungen in Arbeitslager und Massenerschießungen. Zwischen 1936 und 1952 sind etwa zwölf Millionen Menschen in sowjetischen Arbeits- und Strafgefangenenlagern umgekommen.

Stalin im Zweiten Weltkrieg

In der Außenpolitik gelang es Stalin, die Isolation der Sowjetunion zu überwinden. 1934 wurde die UdSSR Mitglied im Völkerbund, 1939 schloss er mit Hitler einen Nichtangriffspakt und 1941 einen Nichtangriffspakt mit Japan. Er ignorierte die Warnungen vor einem drohenden Überfall Deutschlands. Im Zweiten Weltkrieg konnte er im Bündnis und mithilfe der westlichen Gegner Deutschlands, vor allem den USA und Großbritannien, im Rahmen der Anti-Hitler-Koalition den deutschen Angriff auf die Sowjetunion unter großen Verlusten abwehren.

Um den Machtbereich und seine Interessen zu sichern, warf er in den Verhandlungen auf den Kriegskonferenzen mit Franklin D. Roosevelt (*1882, †1945) und Winston Churchill (*1874, †1965) die Lasten der Sowjetunion im Landkrieg als politisches Argument in die Waagschale.

Stalin und der Ost-West-Konflikt

Nach dem Krieg wurde das System des Stalinismus mithilfe der Roten Armee auf Osteuropa ausgeweitet. Er trug mit dieser Ausweitung der sowjetischen Einflusssphäre wesentlich zur Entstehung des Ost-West-Konflikts und des Kalten Kriegs bei.

1952 schlug er den Westmächten einen Friedensvertrag mit Deutschland vor (Stalinnote). Auf der Basis eines neutralen Deutschlands sollte die Wiedervereinigung stattfinden.

Nach Stalins Tod 1953 erfolgte unter seinem Nachfolger Nikita Chruschtschow (*1894, †1971, Erster Sekretär der KPdSU von 1953 bis 1964 und Ministerpräsident von 1958 bis 1964) eine Abkehr von seiner Herrschaftsweise (Entstalinisierung).

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