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Lexikon Geschichte

Novemberrevolution 1918/19, Deutsche Revolution 1918/19

Novemberrevolution 1918/19, Deutsche Revolution 1918/19, der Umbruch vom Deutschen Kaiserreich zur parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Das Kriegsende

Kurz vor der militärischen Niederlage bot die Regierung unter Prinz Max von Baden (*1867, †1929, Reichskanzler 1918) am 3./4.10.1918 entsprechend der Forderung der Obersten Heeresleitung (OHL) den Alliierten einen Waffenstillstand an. Die Deutschen hofften, gleichberechtigte Verhandlungspartner bei den Waffenstillstandsverhandlungen zu sein.

Als am 29.10.1918 die Marineführung ohne Auftrag der Regierung den militärisch sinnlosen Befehl gab, gegen die englische Flotte auszulaufen, meuterten die Matrosen in Wilhelmshaven. Die Meuterei sprang auf Kiel über und weitete sich zu einer Revolution aus, die alle großen Städte und schließlich auch Berlin erreichte.

Es bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Am 7./8.11.1918 übernahmen in der Revolution in München Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte unter dem USPD-Politiker und Journalist Kurt Eisner (*1867, †1919) die Regierung. Der bayerische König floh.

Die USPD (Abk. für Unabhängige Sozialdemokratische Partei) spaltete sich 1916 aus Protest gegen die Genehmigung der Kriegskredite durch die SPD von dieser ab und forderte die Vergesellschaftung bestimmter Industriezweige, der Banken und der Großgrundbesitzer. Der USPD schloss sich 1917 auch der Spartakusbund an, der für eine radikale sozialistische Demokratie eintrat.

Der 9. November

Am 9. 11.1918 gab um 13 Uhr Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. (*1859, †1941, Deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918) bekannt und übertrug dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert das Amt des Reichskanzlers. Die Sozialdemokratie wurde zum wesentliche bestimmenden Faktor auf dem Weg zur Republik.

Um 14 Uhr rief der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Philipp Scheidemann (*1865, †1939) die „Deutsche Republik“ aus. Um 16 Uhr proklamierte der Führer des linksradikalen Spartakusbunds, Karl Liebknecht (*1871, †1919), die „sozialistische Republik“. Statt einer parlamentarischen Demokratie sollte eine sozialistische Räterepublik nach russischem Vorbild entstehen. Damit war das Ende der Monarchie besiegelt.

Der Rat der Volksbeauftragten, der aus Mitgliedern der SPD und aus Mitgliedern der USPD bestand, bildete am 10.11.1918 die provisorische Regierung und legte sich mehrheitlich darauf fest, Wahlen für eine verfassungsgebende Nationalversammlung vorzubereiten.

Waffenstillstand und Bürgerkrieg

Am 11.11.1918 unterzeichneten Vertreter der sozialdemokratischen Regierung in Compiègne (in der Nähe von Paris) die harten Bedingungen des Waffenstillstands. Damit war der Erste Weltkrieg an allen Fronten beendet. Die militärische Führung schob bewusst die Verantwortung für die Niederlage der Politik zu (Dolchstoßlegende).

Die Vertreter der USPD traten am 28./29.12.1918 aus dem Rat der Volksbeauftragten aus, weil der Rat sich für eine parlamentarische Republik ausgesprochen hatte. Am 1.1.1919 gründeten der Spartakusbund und die Bremer Linksradikalen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Die Politiker Karl Liebknecht (*1871, †1919) und Rosa Luxemburg (*1870, †1919) wurden zu Parteivorsitzenden gewählt. Das von Rosa Luxemburg entworfene Parteiprogramm forderte eine deutsche sozialistische Republik mit einer Räteverfassung. Im Unterschied zur Konzeption Lenins sollte in der KPD ein Höchstmaß innerparteilicher Demokratie herrschen.

Die sozialdemokratische Regierung wollte Ruhe und Ordnung herstellen und eine solche sozialistische Räterepublik verhindern. Es entwickelte sich ein Bürgerkrieg zwischen sozialdemokratischer Regierung und aufständischen Spartakisten. Die SPD geführte Regierung unter Friedrich Ebert verbündete sich mit der Obersten Heeresleitung und ließ den Spartakusaufstand mithilfe von Freikorps blutig niederschlagen. Freikorps waren irreguläre militärische Verbände und politisch bürgerlich-rechtsradikal orientiert. Viele Arbeiter wurden infolge des harten Vorgehens zu Feinden der Republik. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden nach ihrer Festnahme am 15.1.1919 von Offizieren der Freikorps in Berlin ermordet.

Diese politischen Morde lösten in ganz Deutschland bürgerkriegsähnliche Unruhen aus. Durch Freikorps und Einheiten der Reichswehr wurden die Aufstände und die bestehenden Räterepubliken (z.B. in München) bis Ende Mai 1919 niedergeschlagen. Insgesamt sollen rund 5.000 Menschen getötet worden sein. Es gab auch politische Morde an Führern der Linken.

Mit der Niederschlagung des Spartakusaufstands und der anschließenden Unruhen endete die Novemberrevolution 1918/19.

Nationalversammlung und Reichsverfassung

Am 19.1.1919 wurde die Nationalversammlung gewählt. Aufgrund von Straßenkämpfen fand die Eröffnung der Nationalversammlung am 6.2.1919 nicht in Berlin, sondern in Weimar statt (daher die Namensgebung für die Weimarer Nationalversammlung und die Weimarer Republik).

Am 11.2.1919 wurde Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten gewählt. Am 11.8.1919 unterzeichnete er die Weimarer Reichsverfassung. Damit trat die Verfassung in Kraft.

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