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Imperialismus und der Erste Weltkrieg (1)


Aufgabe 1

Fülle die Lücken aus.

Lösung

Die Hoch-Zeit des europäischen Imperialismus fand zwischen 1880 und 1914 statt. In diesen Jahren wurden die größten Teile Afrikas und Asiens in verschiedenen Formen von Europa abhängig. Allerdings war dies nicht der Beginn der europäischen Kolonialisierung, einige hatten schon seit dem 16. Jahrhundert Kolonialbesitz. Erleichtert wurden die Eroberungen und Entdeckungen der Europäer durch technischen Fortschritt. Auch Ägypten gehörte zu den Staaten, die besetzt wurden. Großbritannien wollte Kontrolle über den Sueskanal gewinnen. Er war strategisch sehr bedeutend, denn er ermöglichte einen schnellen Zugang zum Indischen Ozean und zu Großbritanniens asiatischen Kolonien. Neben Großbritannien war Frankreich eine weitere große Kolonialmacht. Auch andere europäische Staaten, z. B. Italien/Russland, Spanien/die Niederlande und Portugal/Belgien verfügten über Kolonien, waren aber nicht so erfolgreich wie die beiden Großmächte. Auch das Deutsche Reich hatte einige Kolonien, die Bismarck „Schutzgebiete“ nannte.

  • Schwierigkeitsgrad:  1
  • Zeit:  7 Minuten
  • Punkte:  14

Aufgabe 2

Die deutsche Außenpolitik und damit auch die Haltung zu Kolonien änderte sich zwischen 1880 und 1914. Erkläre diese Änderung exemplarisch an der außenpolitischen Einstellung dieser deutschen Politiker:

  1. Reichskanzler Otto von Bismarck
  2. Kaiser Wilhelm II.

Lösung

Für eine volle Punktzahl müssen die folgende Aspekte in deiner Lösung genannt werden:

a. Reichskanzler Otto von Bismarck:

  • lehnte deutsche Kolonien ab, weil er Konflikte mit den anderen europäischen Großmächten vermeiden wollte;
  • wollte die Stellung des Deutschen Reichs innerhalb Europas stabilisieren und verbessern;
  • nutzte Bündnisse, um Frankreich zu isolieren und Deutschland vor einem möglichen Krieg zu schützen;
  • gab dem Druck von Befürwortern einer deutschen Kolonialpolitik teilweise nach.

b. Kaiser Wilhelm II.:

  • hatte das Ziel, das Deutsche Reich zum Weltreich zu machen;
  • strebte den Ausbau der deutschen Kolonien in Südwestafrika und im Pazifik an;
  • betrieb als Mittel hierzu die Aufrüstung der deutschen Kriegsflotte;
  • war bereit die deutschen Ansprüche auch militärisch durchzusetzen.
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  8 Minuten
  • Punkte:  8

Aufgabe 3

Analysiere die vorliegende Quelle, indem du sie in den historischen Kontext einordnest und die Intention des Autors deutlich machst.

Vor dem Reichstag sagte Reichskanzler Otto von Bismarck in einer Rede anlässlich der Erwerbung des späteren Deutsch-Südwestafrikas am 26. Juni 1884:

Ich wiederhole, dass ich gegen Kolonien [bin] …, die als Unterlage ein Stück Land schaffen und dann Auswanderer herbeizuziehen suchen, Beamte anstellen und Garnisonen schaffen, … dass ich meine frühere Abneigung gegen diese Art von Kolonisation, die für andere Länder nützlich sein mag, für uns aber nicht ausführbar ist, heute noch nicht aufgegeben habe … Etwas ganz anderes ist die Frage, ob es zweckmäßig und … ob es die Pflicht des Deutschen Reiches ist, denjenigen seiner Untertanen, die solchen Unternehmungen im Vertrauen auf des Reiches Schutz sich hingeben, diesen Reichsschutz zu gewähren und ihnen gewisse Beihilfen in ihren Kolonialbestrebungen zu leisten … Unsere Absicht ist nicht, Provinzen zu gründen, sondern kaufmännische Unternehmungen, aber in der höchsten Entwicklung auch solche, die sich eine Souveränität, eine schließlich dem Deutschen Reich lehnbar bleibende, unter seiner Protektion stehende kaufmännische Souveränität erwerben, zu schützen in ihrer freien Entwicklung sowohl gegen die Angriffe aus der unmittelbaren Nachbarschaft als auch gegen Bedrückung und Schädigung vonseiten anderer europäischer Mächte.

Zit. nach Imperiale Zeitalter, hg. v. Ulrich Janiesch, Stuttgart (Klett) 1998, S 34.

[Hans-Otto Regenhardt; Claudia Tatsch (Hrsg.): Forum Geschichte Bd. 3: Vom Zeitalter des Absolutismus bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin 2014, S. 239]

Lösung

Um die volle Punktzahl zu erreichen, muss deine Analyse Folgendes beinhalten:

Du …  
nennst den Autor. Otto von Bismarck, Reichskanzler
nennst das Erscheinungsdatum. 26. Juni 1884
nennst die Quellengattung. Rede
nennst Adressaten. der deutsche Reichstag
gibst Thema/Inhalt der Quelle knapp wieder.
  1. Bismarck erläutert seine Haltung zur Kolonialpolitik.
  2. Insbesondere geht es um die Haltung des deutschen Reichs gegenüber „Untertanen“, die koloniale Erwerbungen tätigen.
ordnest in den historischen Kontext ein.
  1. 1884 fällt in die Zeit der aktiven Kolonialpolitik vieler europäischer Großmächte.
  2. Bismarck war bisher ein Gegner der deutschen Kolonialpolitik gewesen, u. a. weil er das Misstrauen der anderen europäischen Großmächte nicht weiter schüren wollte.
  3. Im Deutschen Reich gab es aber auch Stimmen, die eine deutsche Kolonialpolitik befürworteten.
  4. Zudem gab es Bürger des deutschen Reichs, die als Kaufleute in den (künftigen) Kolonien tätig waren.
erklärst die Intention des Autors.
  1. Bismarck spricht sich klar gegen die Gründung deutscher Kolonien aus, damit will er seiner bisherigen politischen Linie treu bleiben.
  2. Allerdings lenkt er vor dem Hintergrund der stärker werdenden Forderung nach Kolonien innerhalb Deutschlands ein.
  3. Er drückt seine Bereitschaft aus, Kaufleute, die in koloniale Unternehmungen eingebunden sind, mit den Möglichkeiten des Deutschen Reichs zu unterstützen.
  4. Sie sollen vor allem militärisch abgesichert sein.
  5. Er will deutlich machen, dass dies keine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen deutschen Kolonialpolitik bedeutet.
  • Schwierigkeitsgrad:  3
  • Zeit:  15 Minuten
  • Punkte:  15
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