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Die doppelte Staatsgründung (2)


Aufgabe 1

Analysiere die vorliegende Quelle und erläutere Schumachers ablehnende Haltung gegenüber der DDR. 

Die doppelte Staatsgründung (2) - Abbildung 1

Lösung

Um die volle Punktzahl zu erreichen, muss deine Analyse Folgendes beinhalten:

Du ...  
nennst den Autor. Kurt Schumacher, SPD, Oppositionsführer BRD
nennst das Entstehungsdatum.  15.10.1949 
nennst die Quellengattung. Rede
nennst die Adressaten. Ohne genauere Kenntnis des Kontextes schwierig zu bestimmen; der Inhalt lässt vermuten, dass eine breite Öffentlichkeit in Ost und West erreicht werden soll.
nennst das Thema. Die Gründung der DDR
gibst den Inhalt der Quelle knapp wieder.
  • Zweifelt an, dass die DDR ein legitimer Staat ist (Z. 1).
  • Stellt das Entstehen der DDR als langfristig geplante Maßnahme der russischen Außenpolitik dar (Z. 2 ff.).
  • Geht davon aus, dass die Sowjetunion gerne ganz Deutschland kontrolliert hätte (Z. 7–8).
  • Geht davon aus, dass in der Ostzone keine freiheitlich demokratische Entwicklung möglich war/ist (Z. 10–11). 

ordnest in den historischen Kontext ein.

  • 1949 kam es zur sogenannten doppelten Staatsgründung.
  • Aus den drei Westzonen, die von den USA, Frankreich und Großbritannien verwaltet worden waren, entstand die Bundesrepublik Deutschland (Gründungsdatum 24.05.1949, der Tag nach der Verkündung des Grundgesetzes).
  • In der Ostzone, die von der Sowjetunion verwaltet wurde, wurde am 07.10.1949 die Deutsche Demokratische Republik gegründet.
  • Bereits nach 1945 hatte sich abgezeichnet, dass die Alliierten unterschiedliche Pläne verfolgten; das zeigte sich auch in der jeweiligen Art, die Besatzungszonen bis 1949 zu verwalten.
  • Dennoch hatte es Versuche gegeben, einen gesamtdeutschen Staat unter Zusammenarbeit aller Ministerpräsidenten zu gründen.
  • Da diese Versuche scheiterten, wurde zunächst in den drei westdeutschen Besatzungszonen die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Sie sollte aber für eine spätere Aufnahme der SBZ offen bleiben. 

interpretierst Schumachers Intention für die Ablehnung des Oststaates.

  • Die Gründung zweier deutscher Staaten entsprach weder den Zielen der deutschen Politik noch der deutschen Bevölkerung.
  • Schumacher spricht sich deutlich gegen eine Akzeptanz der DDR aus, die er u. a. damit begründet, dass die Ursprünge des Staates nicht in deutscher, sondern in sowjetischer Hand liegen („keine deutschen zentralen Organe“, „sowjetische Militäradministration“, Z. 3–4), sowie mit der fehlenden demokratischen Freiheit (Z. 10–11). Damit macht er deutlich, dass es in seinen Augen nur einen legitimen deutschen Staat gibt: die Bundesrepublik.
  • Die kategorische Ablehnung der DDR hängt auch eng mit der Haltung zusammen, dass die Teilung Deutschlands ausschließlich provisorischen Charakter haben kann (Z. 12–14). Schumacher zeigt sich damit kämpferisch und als nicht bereit, die Gründung zweier Staaten als Grund für eine dauerhafte Teilung anzusehen.
  • Zugleich zeigt er das Bewusstsein für den Antagonismus zwischen West und Ost: „Die Loslösung der Ostzone durch die Russen, wie sie 1945 radikal und erfolgreich eingeleitet wurde, bedeutet das Hinausdrängen der westalliierten Einflüsse und der internationalen Kritik.“
  • Schwierigkeitsgrad:  3
  • Zeit:  30 Minuten
  • Punkte:  37

Aufgabe 2

Welche Weichenstellungen in den Jahren 1945 bis 1949 sorgten dafür, dass es schließlich zur Gründung zweier deutscher Staaten kam? 

Lösung

  • Deutschland und Berlin wurden nach dem Kriegsende in vier Verwaltungszonen eingeteilt, die jeweils einer der alliierten Siegermächte unterstellt waren.
  • Die unterschiedliche politische Ausrichtung der Sowjetunion im Kontrast zu Frankreich, Großbritannien und den USA wurde früh deutlich (Beginn des „Kalten Krieges“; Umgestaltung der Ostzone nach kommunistischem Vorbild).
  • Enge Zusammenarbeit in der Verwaltung der Westzonen (Zusammenschluss zu Bizone und Trizone, Zusammenarbeit bei Währungsreform u. Ä.).
  • Ausarbeitung einer Verfassung durch die westdeutschen Ministerpräsidenten, trotz entsprechender Versuche keine Zusammenarbeit zwischen ost- und westdeutschen Ministerpräsidenten möglich.
  • Gründung des westdeutschen Staates BRD; Ostdeutschland zieht wenige Monate später mit der Gründung der DDR nach.
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  6 Minuten
  • Punkte:  10

Aufgabe 3

Schumacher spricht vom „Ende der demokratischen Freiheit“ in der Ostzone. Begründe anhand des Gründungsprozesses der DDR sowie anhand des politischen Systems, inwiefern diese Aussage zutrifft.

Lösung

  • Wirtschaftliche Reformen: Unter dem Deckmantel der Entnazifizierung wird die Wirtschaft nach sozialistischem Vorbild umgestaltet (Enteignungen etc.).
  • Politische Reformen: Zusammenschluss von KPD und SPD zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands).
  • Umgestaltung der SED: Gleiche Verteilung von Sozialdemokraten und Kommunisten wird aufgehoben.
  • Deutscher Volkskongress tritt auf Initiative der SED zusammen, dabei fehlt ihm jedoch eine demokratische Grundlage, denn seine Delegierten wurden nicht durch demokratische Wahlen ausgewählt, sondern waren Abgesandte von Parteien und Massenorganisationen.
  • Volkskongress legt der Bevölkerung schließlich eine Einheitsliste vor, auf der jedoch nur über Zustimmung oder Ablehnung entschieden werden kann, alles andere (Kandidaten, Mandatsverteilungen) war bereits festgelegt.
  • Auch in der Folge fanden Wahlen in der DDR über diese Einheitslisten statt.
  • Fazit: Die Aussage Schumachers, dass es in der Ostzone zum Ende der demokratischen Freiheit kam, kann bestätigt werden.
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  9 Minuten
  • Punkte:  14
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