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Die deutsch-deutsche Grenze (2)


Aufgabe 1

Analysiere die vorliegende Quelle und arbeite heraus, wie Willy Brandt die Maßnahmen der DDR bewertet.

Erklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, auf einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses am 13. August 1961:

Die vom Ulbricht-Regime auf Anforderung der Warschauer-Pakt-Staaten verfügten und eingeleiteten Maßnahmen zur Abriegelung der Sowjetzone und des Sowjetsektors von Westberlin sind ein empörendes Unrecht. Sie bedeuten, daß mitten durch Berlin nicht nur eine Art Staatsgrenze, sondern die Sperrwand eines Konzentrationslagers gezogen wird. Mit Billigung der Ostblockstaaten verschärft das Ulbricht-Regime die Lage um Berlin und setzt sich erneut über rechtliche Bindungen und Gebote der Menschlichkeit hinweg. Der Senat von Berlin erhebt vor aller Welt Anklage gegen die widerrechtlichen und unmenschlichen Maßnahmen der Spalter Deutschlands, der Bedrücker Ost-Berlins und der Bedroher West-Berlins. [...]

Die Maßnahmen des Zonenregimes richten sich in erster Linie gegen die Deutschen im sowjetischen Machtbereich. […] In Wahrheit hat das kommunistische Regime in den letzten 48 Stunden das Eingeständnis dafür geliefert, daß es selbst Schuld ist an der Flucht von Deutschen nach Deutschland. Eine Clique, die sich Regierung nennt, muß versuchen, ihre eigene Bevölkerung einzusperren. Die Betonpfeiler, der Stacheldraht, die Todesstreifen, die Wachtürme und die Maschinenpistolen, das sind die Kennzeichen eines Konzentrationslagers. Es wird keinen Bestand haben. Wir werden in Zukunft noch sehr viel mehr Menschen als früher nach Berlin bringen, aus allen Teilen der Welt, damit sie die kalte, die nackte, die brutale Wirklichkeit eines Systems sehen können, das den Menschen das Paradies auf Erden versprochen hat. [...]

http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/deutsche-teilung-deutsche-einheit/43705/willy-brandt-zum-mauerbau

Lösung

Du ...

 

nennst den Autor. (1 P)

Willy Brandt

nennst das Erscheinungsdatum. (1 P)

13.08.1961

nennst die Quellengattung. (1 P)

Rede/Erklärung

nennst die Adressaten. (2 P)

Bevölkerung Westberlins

nennst das Thema. (2 P)

Ablehnung des Mauerbaus

gibst den Inhalt der Quelle knapp wieder.

(5 P mit 1 P je Spiegelstrich und passendem Beleg)

  • Brandt verurteilt die Maßnahmen des Ulbricht-Regimes (Z. 3–5).
  • Verweist auf die Unrechtmäßigkeit der Maßnahmen (Z. 8).
  • Sieht in den Maßnahmen ein Eingeständnis des Versagens (Z. 13–16).
  • Stellt die Brutalität der Grenzanlagen heraus (Z. 16–17).
  • Prangert die Realität kommunistischer Systeme an (Z. 19–21).

ordnest in den historischen Kontext ein.

(12 P mit je 2 P je Spiegelstrich)

  • Willy Brandt gab diese Erklärung in seiner Position als Bürgermeister Westberlins ab, da die Bewohner Berlins von den Maßnahmen des Mauerbaus besonders betroffen waren.
  • Berlin hatte durch den Viermächtestatus bisher eine Ausnahme von der strengen Grenzbewachung der DDR gebildet, da es über offene Sektorengrenzen verfügte.
  • Zahlreiche Bürger der DDR nutzten dies, um über Berlin in den Westen zu fliehen.
  • Insbesondere traf dies auf gut ausgebildete, junge Menschen zu.
  • Auf diese Problematik reagierte die DDR im August 1961, indem sie Ostberlin durch eine Mauer von den übrigen Sektoren abgrenzte.
  • Zuvor hatte Ulbricht mehrfach versichert, dass es keine Pläne zum Bau einer Mauer gebe.

arbeitest heraus, wie Brandt die Maßnahmen bewertet.

(33 P mit 3 P je Spiegelstrich bei passendem Beleg)

Brandt verurteilt den Bau der Mauer scharf; dies macht er deutlich, indem er …

  • die Abriegelung als „empörendes Unrecht“ bezeichnet (Z. 5);
  • betont, dass „rechtliche Bindungen“ sowie „Gebote der Menschlichkeit“ ignoriert werden (Z. 8).
  • in den Maßnahmen ein zwischen SED-Regime und Ostblockstaaten koordiniertes Vorgehen sieht (Z. 3–4).

Brandt diskreditiert die SED-Führung als Unrechtsregime, indem er …

  • die Maßnahmen als Eingeständnis wertet, dass das Regime selbst für die Flucht der Menschen verantwortlich ist (Z. 13–15);
  • sie als „Clique, die sich Regierung nennt“, bezeichnet (Z. 15);
  • ihr vorwirft, die DDR sperre die eigene Bevölkerung ein (Z. 16);
  • die Maßnahmen der DDR mit den Konzentrationslagern im Nationalsozialismus vergleicht (Z. 6; 16–17);
  • den Kontrast zwischen Anspruch und Wirklichkeit kommunistischer Systeme anprangert (Z.19–21);
  • außerdem von Deutschen spricht, die nach Deutschland fliehen (Z. 15), womit er deutlich macht, dass es nach seiner Auffassung nur ein legitimes Deutschland gibt und dass er sich mit den Deutschen in Ostberlin/der DDR solidarisiert.
  • Schwierigkeitsgrad:  3
  • Zeit:  33 Minuten
  • Punkte:  57

Aufgabe 2

Welche Folgen hatte der Bau der Mauer für die Bevölkerung der DDR?

Lösung

  • Der Bau der Mauer sowie der weitere Ausbau der anderen Grenzanlagen nach Westdeutschland führten insbesondere innerhalb Berlins zur Trennung von Familien und Freunden, die sich teilweise über Jahrzehnte nicht wiedersehen konnten.
  • Es war zwar möglich, einen Ausreiseantrag zu stellen; in der Regel dauerte dessen Bearbeitung aber sehr lange und die Bewilligung war ungewiss.
  • Ab 1964 gab es Regelungen, nach denen Senioren ihre Verwandtschaft im Westen für vier Wochen pro Jahr besuchen durften; weitere Sonderregeln galten für Krankheits- und Todesfälle.
  • Insgesamt blieb den meisten Menschen nichts anderes übrig, als sich mit der Situation abzufinden und zu arrangieren.
  • Die Bevölkerung in Grenznähe musste sich verschärften Kontrollen aussetzen, bei denen z. B. geprüft wurde, ob sie in ihren Kellern heimlich Tunnel gruben, o. Ä.
  • Es gab auch weiterhin Fluchtversuche, bei denen mindestens 238 Menschen getötet wurden, immer wieder aber auch Menschen die Flucht gelang.
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  7 Minuten
  • Punkte:  12

Aufgabe 3

Unter welchen Bedingungen war es möglich, aus der BRD in die DDR zu reisen?

Lösung

  • Insgesamt war es für die Bevölkerung der BRD wesentlich leichter, in die DDR zu reisen, als umgekehrt.
  • 1963 durften Westberliner ihre Familienmitglieder im Osten besuchen.
  • Ab 1973 durften Bewohner grenznaher Gebiete zu Tagesausflügen in die DDR reisen.
  • Eine Reise in die DDR war aber immer damit verbunden, dass eine bestimmte D-Mark-Summe im Verhältnis 1 : 1 gegen DDR-Mark umgetauscht werden musste; auf diese Weise erhielt die DDR Devisen, da das Geld bei der Ausreise nicht zurückgetauscht werden konnte.
  • Schwierigkeitsgrad:  2
  • Zeit:  5 Minuten
  • Punkte:  8
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