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Lexikon Geschichte

Luther

Luther, Martin, der wichtigster Vertreter der Reformation. Er lebte von 1483 bis 1546. 
Luther wurde als Sohn eines Bergwerksbesitzers in Eisleben am Harz geboren. Gegen den Willen seines Vaters trat Luther in den Orden der Augustiner ein. Nach einem Theologiestudium lehrte er an der Universität Wittenberg. 

Die 95 Thesen 

Am 31.10.1517 veröffentlichten 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels (Ablassbrief), gegen Heiligen- und Reliquienverehrung, Kirchengesetze und Regeln wie das Zölibat (Ehelosigkeit). Mit seinen Wittenberger Thesen wollte er eigentlich ein theologisches Streitgespräch (Disputation) anstoßen (angeblicher „Thesenanschlag“ an die Wittenberger Schlosskirche). 
Luthers theologische Kernaussagen waren: Allein durch den Glauben gewinnt der Mensch das ewige Leben. Allein aus Gnade vergibt Gott den Menschen. Nur das Evangelium bestimmt, was geglaubt werden soll. 

Kirchenbann und Reichsacht

Papst Leo X. (*1475, †1521, Papst seit 1513) verurteilte Luthers Schriften und forderte ihn zum Widerruf auf. Wegen seiner Thesen und seiner Behauptung, Papst und Konzilien könnten irren, wurde Luther zum Ketzer erklärt. Papst Leo X. belegte ihn im Januar 1521 mit dem Kirchenbann. Gegen seinen Willen wurde er in die politischen Auseinandersetzungen hineingezogen. Kaiser Karl V. verhängte auf dem Reichstag in Worms gegen ihn die Reichsacht, da er seine Thesen nicht widerrufen hatte (Wormser Edikt).

Junker Jörg

Luthers Landesherr, Friedrich III., der Weise (*1463, †1525, Kurfürst von Sachsen seit 1486), ließ ihn im Anschluss an den Reichstag auf die Wartburg bei Eisenach in Sicherheit bringen. Auf der Burg übersetzte Luther unter dem Namen Junker Jörg das Neue Testament aus dem Lateinischen in eine einheitliche deutsche Sprache. Die Übersetzung war 1534 abgeschlossen.
Damit begründete er eine einheitliche hochdeutsche Schriftsprache, denn es gab zu dieser Zeit nur viele verschiedene Dialekte. Diese Schriftsprache kam der gesprochenen Sprache viel näher als frühere Übersetzungen und war für die Entwicklung des hochdeutschen Wortschatzes sehr wichtig. 

Verbreitung der Lehren Luthers

Luthers Lehre konnte sich verbreiten, da sich zahlreiche Reichsfürsten in Glaubensfragen gegen den Kaiser stellten und dieser durch außenpolitische Aufgaben und Kriegsführung (etwa gegen Frankreich und das Osmanische Reich) gebunden war. Als Karl V. 1530 wieder nach Deutschland zurückkehrte, hatte die lutherische Lehre bereits zahlreiche Anhänger gefunden. 
Eine große Bedeutung hatte auch die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Viele Druckereien ermöglichten eine schnelle und weite Verbreitung von Schriften und Handzetteln.

Die Folgen 

Zwischen 1524 und 1526 hatten etliche Landesherren in ihren Territorien offen die reformatorische Lehre eingeführt. Letztlich erkannten sich mit dem Augsburger Religionsfrieden katholische und lutherische Reichsstände gegenseitig als gleichberechtigte Glaubensgruppen an. Neben der Römisch-Katholischen Kirche entstanden Evangelische Kirchen.
Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (1520) hatte dem neuen Glauben eine große Anhängerschaft unter den Bauern, die die Befreiung von Zwang und Willkür erhofften, verschafft. Auch Frauen vertraten öffentlich den neuen Glauben, z.B. durch Eheschließungen mit Priestern. Luther schaffte Beichten und Weihen ab, durch seine Ehe mit der früheren Nonne Katharina von Bora vollzog er die Aufhebung des Zölibats (Ehelosigkeit aus religiösen Gründen).
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