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Wie du die Zeitgestaltung eines epischen Textes untersuchst


Schritt 1: Untersuche die zeitlichen Bedingungen

Für viele Texte ist es von Bedeutung, wann die Ereignisse einer Geschichte zeitlich angesiedelt sind. Häufig haben die zeitlichen Bedingungen einen symbolischen Gehalt oder sind für die Charakterisierung von Figuren wichtig. Folgende Leitfragen helfen dir bei der Untersuchung der zeitlichen Bedingungen.

  • Zeitalter: In welcher Zeit ist das Geschehen historisch angesiedelt? Welches Weltbild hatten die Menschen zu dieser Zeit? Welche politischen und sozialen Gegebenheiten kennzeichnen die Epoche?
  • Tages- und Jahreszeit: Steht eine Tages- oder Jahreszeit für eine bestimmte Entwicklung, z. B. Morgen – Neubeginn, Herbst – Verfall? Erzeugt sie eine besondere Atmosphäre?
  • Lebensabschnitt der Figuren: Welchen Lebensabschnitt erleben die Figuren gerade (Jugend, Alter usw.)? Haben sie daher eine bestimmte Haltung zur Zeit?

Schritt 2: Analysiere die Zeitebenen und die Zeitstruktur

Erfasse die Zeitstruktur der Handlung, indem du die beiden Zeitebenen des Textes, Erzählzeit (narrating time / reading time) und erzählte Zeit (acting time), untersuchst.
Untersuche anschließend das Verhältnis von Erzählzeit zu erzählter Zeit, um die Zeitstruktur des Textes zu beschreiben. Anhand der Zeitstruktur kannst du ablesen, welchen Teilen des Geschehens der Erzähler Bedeutung beimisst. Erzählzeit und erzählte Zeit können in folgenden Verhältnissen zueinander stehen.

  • Zeitdeckung (simultaneity): Erzählzeit und erzählte Zeit sind (in etwa) gleich lang. Der Leser hat den Eindruck, unmittelbar am Geschehen teilzuhaben, wenn z. B. in wörtlicher Rede Dialoge wiedergegeben werden.
  • Zeitraffung (compression of time): Die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit, wenn längere Zeiträume zusammengefasst dargestellt werden. Bei der Zeitraffung entsteht Distanz zum Dargestellten, da der Erzähler es für wenig bedeutsam hält.
  • Zeitdehnung (expansion of time): Die Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit. Gedehnt wird die Zeit häufig bei der ausführlichen Wiedergabe von Gedanken und Gefühlen (stream-of-consciousness narration). Solche Passagen sind meist bedeutsam.
  • Zeitpause (pause): Kommentare eines auktorialen Erzählers oder Beschreibungen benötigen Erzählzeit, bringen aber die erzählte Zeit nicht voran. Die Handlung steht während solcher Einschübe still.
  • Aussparung (ellipsis): Wenn der Erzähler einen Zeitabschnitt der Handlung überspringt, greift er auf das Stilmittel der Aussparung zurück. Die Aussparung ist die extreme Form der Zeitraffung.
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