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Lexikon Deutsch

Tucholsky, Kurt

Geboren in Berlin am 9.1.1890, gestorben bei Göteborg (Schweden) am 21.12.1935:
Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie wuchs in Berlin auf und studierte Jura. Während er noch an seiner juristischen Doktorarbeit saß, wurde er 1913 Mitarbeiter der literarisch-politischen Zeitschrift Schaubühne (ab 1918 Weltbühne), die er von der Theaterzeitschrift zum einflussreichsten Organ der deutschen Linksliberalen machte. Tucholsky publizierte unter den Pseudonymen Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel oder Kaspar Hauser. Gleichzeitig arbeitete er für zahlreiche andere Zeitungen. Ab 1924 lebte er größtenteils in Paris, seit 1929 ständig in Schweden. Verzweifelt über die politische Situation in Deutschland, die eigene Mittellosigkeit und Krankheit machte Tucholsky 1935 seinem Leben ein Ende.

Verspielte Liebesgeschichten und satirische Zeitkritik

Tucholskys erstes Buch wurde sein erster großer Erfolg. Die Erzählung Rheinsberg, Bilderbuch für Verliebte (1912) ist eine zarte, dennoch die wilhelminische Gesellschaft ironisch aufs Korn nehmende Liebesgeschichte zwischen der Medizinstudentin Claire und ihrem Freund Wolfgang, die als Ehepaar Gambetta einige Ferientage in Rheinsberg verbringen.
Tucholskys Vorliebe galt jedoch den kleinen journalistischen Formen wie politische Tagesgedichte, Kabarettsongs, sentimentale Lieder, Gerichtsreportagen, Buchkritiken, soziologische Essays und Theaterkritiken. Die Texte waren meist von beißender Ironie geprägt und entlarvten mit bitterer Satire die Schwächen der Weimarer Republik; aber auch heiter beschwingte Genrebilder aus dem Berlin der 1920er-Jahre gehörten zu seinem Repertoire. Tucholskys journalistische Arbeiten zählen zu den wichtigsten Zeugnissen für das erste Drittel des 20.Jh. Noch zu Lebzeiten gab Tucholsky drei Bände mit seinen journalistischen Veröffentlichungen heraus: Mit 5 PS (1928), Das Lächeln der Mona Lisa (1929), Lerne lachen ohne zu weinen (1931).
Mit dem Bildtextband Deutschland, Deutschland über alles (Bilder von John Heartfield) nahm Tucholsky seine Angriffe gegen Militarismus, Nationalismus, soziale Ungerechtigkeit und Klassenjustiz wieder auf.
Der Reisebericht Ein Pyrenäenbuch (1927) versammelte gesellschafsbezogene Reportagen von einer Reise Tucholskys durch Südfrankreich und Spanien.
Mit dem Liebes- und Reiseroman Schloß Gripsholm (1931) knüpfte Tucholsky an den Erfolg und die Thematik von Rheinsberg an.

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