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Lexikon Deutsch

Tieck, Johann Ludwig

Geboren in Berlin am 31.5.1773, gestorben in Berlin am 28.4.1853:
Tieck studierte Theologie, Geschichte und Philologie und pflegte u.a. Kontakt zu Friedrich und August Wilhelm Schlegel, Novalis, Clemens Brentano, Goethe und Schiller. Tieck unternahm zahlreiche Reisen. Ab 1825 war er Hofrat und Dramaturg am Hoftheater in Dresden, ab 1842 Berater des Hoftheaters in Berlin.
Tieck war der produktivste und wandlungsfähigste Autor der frühromantischen Dichtergeneration. Der Briefroman Die Geschichte des Herrn William Lovell (1795.96) steht noch unter dem Einfluss der Spätaufklärung und erzählt von einem jungen Mann, den Unzufriedenheit, Selbstzweifel und das Gefühl der (auch politischen) Ohnmacht zu Zynismus und ins Verbrechen treiben.

Der romantische Künstler

Die ersten romantischen Werke verfasste Tieck in Zusammenarbeit mit seinem Freund Wilhelm Heinrich Wackenroder, mit dem er 1793 Wanderungen durch Franken unternahm. Besonders interessierten sich die beiden Freunde für altdeutsche Baukunst und Malerei sowie für die ländliche Natur. Ihre Eindrücke schlugen sich in den Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1797/97) und den Phantasien über die Kunst ... (1799) nieder. Das Hauptthema der beiden Werke, die Verschmelzung von Kunst und Religion, beeinflusste wesentlich die deutsche Frühromantik. Der mit Wackenroder geplante und nach dem Tod des Freundes 1798 von Tieck ausgeführte Roman Franz Sternbalds Wanderungen (1798) machte die Figur des vagabundierenden Malerpoeten zum Muster romantischer Welterfahrung und gilt als einer der ersten deutschen Künstlerromane.

Herausgeber und Übersetzer

Unter dem Titel Volksmährchen (1797) gab Tieck Texte der frühen Romantik heraus, z.B. die Erzählung von der schönen Magelone, die romantische Komödie Der gestiefelte Kater oder das Kunstmärchen Der blonde Eckbert. Tiecks spätere Werke sind von einem eher realistischen Erzählen bestimmt, z.B. Gesammelte Novellen (1835-42). Darüber hinaus verfasste Tieck theoretische Schriften über das Theater, sammelte altdeutsche und altenglische Stücke, besorgte bedeutende Werkausgaben und Editionen und übersetzte Dramen von Shakespeare und den Roman Don Quijote (1799-1801) von Miguel de Cervantes Saavedra.

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