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Lexikon Deutsch

Storm, Theodor

Geboren in Husum am 14.9.1817, gestorben in Hadermaschen (Schleswig-Holstein) am 4.7.1888:
Der Sohn eines Advokaten studierte in Kiel und Berlin Jura und wurde selbst Advokat in seiner friesischen Heimatstadt, bevor er sein Amt nach der Einverleibung Schleswigs durch Dänemark verlor. Er arbeitete in Potsdam und Heiligenstadt, bis er 1864 mit seiner Frau Konstanze Esmarch in das preußisch gewordene Schleswig-Holstein zurückgehen konnte. Nachdem seine Frau bei der Geburt des siebten Kindes gestorben war, heiratete Storm 1866 Dorothea Jensen, wurde Landvogt und 1874 Richter in Husum. Die vorindustrielle Landschaft der friesischen Provinz und ihre Menschen, die sich bei Familienfesten, Leseabenden und im Gesangsverein zusammenfanden, waren zeit seines Lebens Hauptbezugspunkte in Storms Leben und Werk.

Sprachliche Musikalität in der Lyrik

Storm selbst sah sich v.a. als Lyriker. Orientiert an den Vorbildern Heinrich Heine, Joseph von Eichendorff und seinem Freund Eduard Mörike schrieb er liedhafte Gedichte: Heimat, Familie und Liebe waren seine bevorzugten Themen. Oft stellte er die idyllischen Zustände als vergangen oder gefährdet dar. Typisch ist ein Nebeneinander von friedlichem Landschaftsbild und in Auflösung begriffenen menschlichen Beziehungen.

Die Novellen

Ab etwa 1850 wandte sich Storm verstärkt der Novelle zu, die er als strengste Prosaform ansah. In den bedeutenden Novellen klammerte Storm zunächst soziale und politische Zeitfragen aus. Die Provinz und die Vergangenheit wurden erzählerische Rückzugsfelder. Berühmt wurde er mit Immensee (1849). In späteren Novellen, die auch als Desillusionsnovellen bezeichnet werden können, wurden gesellschaftliche Zustände präziser beschrieben: In Pole Poppenspäler (1874) werden die gutherzigen fahrenden Puppenspieler nicht nur, genau wie die kleinen Handwerker, von der Modernisierung überrollt, sondern auch von der bürgerlichen Kleinstadtgesellschaft diskriminiert. Das Ideal des humanistischen Menschenbildes erscheint als Gegensatz zu den allzu verkrusteten Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft.
In den Chroniknovellen wie Der Schimmelreiter (1888) schließlich erlaubte der Rückzug in die Vergangenheit eine Kritik aus liberaler Sicht an Adel und Klerus. In dem Bild des legendären Schimmelreiters näherte sich Storms Realismus dem Märchenhaften und Unheimlichen an.

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