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Informativer Text (2)


Aufgabe

In deiner Schule wird zurzeit die Diskussion geführt, ob Smartphones und Handys komplett verboten werden sollen. Für die Vertretung der Schülerinnen und Schüler sollst du die wesentlichen Informationen zu dem Thema objektiv zusammenstellen, damit sie eine Diskussionsgrundlage für den Austausch mit der Schulleitung und den Lehrenden hat.

Verfasse einen informativen Text zu dem Thema: „Smartphones und Handys in der Schule“. Gehe dabei unter anderem auf folgende Punkte ein:

  • Wie nutzen Jugendliche ihre Smartphones und Handys in der Schule?
  • Welche Probleme sind mit Smartphones und Handys in der Schule verbunden?
  • Welchen Nutzen für den Unterricht bringen sie mit?

Werte folgende Materialien dazu aus:

M1: Die Welt (18.05.2015): „Smartphones verbannen ist einfach, aber nicht klug“ von Fanny Jiménez, URL: http://www.welt.de/wissenschaft/article141084460/Smartphones-verbannen-i..., letzter Zugriff am 26.01.2016.

M2: Stern: Bildungs-Blog (22.03.2015): „Handy in der Schule verbieten – ja oder nein?“ von Catrin Boldebuck, URL: http://blogs.stern.de/bildungsblog/handy-in-der-schule-verbieten-ja-oder..., letzter Zugriff am 26.01.2016.

M3: klassenarbeit_2_material_3.pdf

Lösung

Smartphones in der Schule – Fluch oder Chance?

Handyverbote sind an vielen Schulen Alltag. In Bayern ist ein solches Verbot sogar gesetzlich festgeschrieben. Doch ist ein solches Vorgehen noch zeitgemäß? Fast alle Jugendlichen besitzen heutzutage ein Smartphone, das sie natürlich auch in die Schule mitnehmen möchten. Das Smartphone ist ein ständiger Begleiter. Wie also soll sich unsere Schule zu dieser Wirklichkeit verhalten?

In einer aktuellen Studie der Bitkom geben 87 % der 14- bis 19-Jährigen an, dass sie ihr Smartphone oder Handy zum Musikhören in der Schule dabeihaben. Auch zum Abfotografieren von Tafelbildern (74 %), zum Chatten mit Mitschülern (70 %) und zum Verweilen in sozialen Netzwerken (45 %) wird das Smartphone in der Schule genutzt. 10 % der Befragten schrecken sogar nicht davor zurück, das Handy zum Schummeln während der Klassenarbeiten zu benutzen. Das sind auch die Hauptkritikpunkte vieler Lehrerinnen und Lehrer, die sich für ein Verbot aussprechen. Es ist also nachvollziehbar, dass Smartphones im Unterricht von den Lehrenden als Störenfriede angesehen werden, da sie die Schülerinnen und Schüler schnell und einfach ablenken können.

Eine neue Studie aus Großbritannien stärkt die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ansicht: Bei der Untersuchung werden die Testergebnisse von 16-Jährigen vor und nach der Einführung eines Handyverbotes miteinander verglichen. Nach dem Verbot liegen die Leistungen um 6,4 % höher als davor. Umgerechnet auf Schultage heißt das, dass Schülerinnen und Schüler mit Handyverbot so viel mehr lernen wie in fünf zusätzlichen Schultagen. Vor allem die Leistungsschwächeren profitierten von dem Verbot. Der Einfluss auf ihre Leistungen ist fast doppelt so hoch wie bei den Leistungsstarken. Vermutlich lassen sich sie sich schneller von Smartphones ablenken.

Doch kann das Interesse für Smartphones nicht auch umgeleitet und für die Schule und den Unterricht nutzbar gemacht werden? Dazu gibt es schon einige Versuche: Zum Beispiel sind Apps entwickelt worden, mit denen der Vertretungsplan abgerufen werden kann oder das Bücherschleppen teilweise wegfällt, da immer mehr Schulbuchverlage ihre Bücher digitalisieren. Auch im Unterricht können Filme aus dem Netz zum Erklären von Inhalten eingesetzt, im Sportunterricht Bewegungsabläufe aufgenommen und analysiert werden und im Fach Informatik kann über Datenschutz diskutiert werden. Laut Bitkom nutzen bereits 56 % der Jugendlichen ihre Smartphones, um Informationen zum Lerninhalt während des Unterrichts zu recherchieren. Schülerinnen und Schüler wenden diese Technologie also für den Unterricht an, auch wenn viele Schulordnungen dem entgegenstehen.

Wichtig ist aber auch die Vermittlung von Risiken und Gefahren wie Cybermobbing und Sexting. Der verantwortungsvolle Umgang mit den neuen Medien muss diskutiert und trainiert werden. Vielen Schülerinnen und Schülern ist nicht bewusst, was mit ihren Daten, Fotos und Chats passieren kann. An einigen Schulen sind deshalb Medienscouts eingesetzt. Hier beraten Jugendliche Gleichaltrige und Jüngere zum Umgang mit Facebook, Whatsapp und Co. Die Aufklärungsarbeit sollte aber nicht nur in der Schule stattfinden, sondern auch Eltern sollten ihre Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und Inhalten erziehen.

Für eine Diskussion mit Schulleitung und den Lehrenden bietet sich folgende Schülerposition an: Smartphones sind aus der Lebenswelt von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Da die Schule Teil dieser Lebenswelt ist, sollten Smartphones nicht komplett verbannt werden. Anstelle von Sanktionen sollten die Lehrerinnen und Lehrer versuchen Smartphones im Unterricht zu nutzen. Für Leistungsschwächere könnte dies auch eine Chance sein, sich besser zu konzentrieren, weil sie gezielt mit dem Smartphone arbeiten dürfen und die Motivation zur Mitarbeit erhöht wird. Ebenso könnte man eine Regelung finden, dass Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten ihr Smartphone nutzen dürfen. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Smartphone sollte immer Bestandteil des Einsatzes in der Schule sein.

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