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Lexikon Deutsch

Mann, Heinrich

Geboren in Lübeck am 27.3.1871, gestorben in Santa Monica bei Los Angeles am 12.3.1950:
Der ältere Bruder von Thomas Mann wuchs als Spross einer gutsituierten Senatorenfamilie in Lübeck auf. Nach einer Buchhändlerlehre in Dresden war er 1890-92 Volontär im S. Fischer Verlag in Berlin. 1930 wurde er zum Präsidenten der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste gewählt. 1933 emigrierte er nach Frankreich, wo er sich gegen den Nationalsozialismus engagierte, bis er 1940 über Spanien nach Kalifornien fliehen musste. Heinrich Mann wurde 1949 erster Nationalpreisträger der DDR. Kurz vor seiner geplanten Rückkehr nach Deutschland verstarb er in seinem Exil.

Literatur als Gesellschaftskritik

Mann verstand sich zeit seines Lebens als demokratischer und sozialistischer Schriftsteller. In seinen frühen Werken allerdings finden sich auch neuromantische Züge, so z. B. in dem Roman In einer Familie (1894) und in den Novellen Flöten und Dolche (1905). Die realistische Darstellung und die in seinen Werken enthaltene soziale Tendenz rücken ihn in die Nähe des erst später definierten sozialistischen Realismus. Das gilt besonders für die Romane, in denen er historische Themen verarbeitete, so für seinen im französischen Exil entstandenen zweibändigen Roman um den französischen König Heinrich IV. (Die Jugend des Königs Henri Quatre, 1935, und Die Vollendung des Königs Henri Quatre, 1938). In der Romantrilogie Das Kaiserreich (Der Untertan, vollständige Buchausgabe 1918; Die Armen, 1917; Der Kopf, 1925) setzt er sich in satirischer Überzeichnung mit dem deutschen Untertanendenken auseinander.

Weitere Romane

Thema des 1905 erschienenen Romans Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen ist das Trügerische und die Brüchigkeit der bürgerlichen Gesellschaft. (1948 erschien der Roman unter dem Titel seiner 1930 entstandenen Verfilmung Der blaue Engel.) Kennzeichnend für die Schreibweise Manns ist der unmittelbare, sehr knappe und pointierte Stil. Neben seinem erzählerischen Werk veröffentlichte der Schriftsteller auch politisch motivierte Essays (u. a. Macht und Mensch, 1919; Es kommt der Tag, 1936) und Pamphlete, in denen er vor einer Niederlage der Demokratie warnte. Sein Zola-Essay (1915) führte zu weltanschaulichen Auseinandersetzungen mit seinem Bruder Thomas, die erst nach Jahren beigelegt wurden.

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