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Lexikon Deutsch

Keller, Gottfried

Geboren in Zürich am 19.7.1819, gestorben in Zürich am 15.7.1890:
Keller wuchs als Sohn eines Handwerkers in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Seine Versuche, sich 1840-42 in München als Maler ausbilden zu lassen, scheiterten. Er kehrte in die Schweiz zurück und trat in Kontakt zu intellektuellen Kreisen, deren politische Einstellung fortschrittlich-liberal war. Schließlich erhielt Keller ein Stipendium, das es ihm ermöglichte, in Deutschland Geschichte, Literatur und Philosophie zu studieren. 1850-55 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. 1855 kehrte Keller nach Zürich zurück, wo er 1861-76 die Stelle eines Stadtschreibers innehatte.

Kleines Glück als "guter" Staatsbürger

Kellers Biografie lässt sich gut in seinem dichterischen Schaffen verfolgen. Waren seine ersten Werke, v.a. die Gedichte, noch stark politisch gefärbte Anklagen gesellschaftlicher Missstände, so beschreiben seine späteren Novellen häufig die Suche der jeweiligen Hauptpersonen nach einem glücklichen Dasein. Trotz gewisser Probleme und Rückschläge erreichen sie am Ende oftmals einen gesicherten gesellschaftlichen Status. Kellers Werke sind geprägt von seiner Bejahung politischer Freiheit und von seinem bürgerlichen Erziehungsideal. Zu dieser Haltung trug sicherlich Kellers ruhiges Leben in der Schweiz bei, wo es weitgehend intakte demokratische Strukturen und wenig soziale Spannungen gab.
Sein Werk umfasst u.a. zwei große Gedichtsammlungen (Gedichte,1846; Neuere Gedichte 1851), zwei größere Novellenzyklen, Die Leute von Seldwyla (1856; erweitert 1873/74) und die Züricher Novellen (1878), eine weitere Novellensammlung namens Sinngedicht (1882) und den Erzählband Sieben Legenden (1872). Der autobiografisch gefärbte Roman Der grüne Heinrich (1854/55 erste Fassung, 1879/80 zweite Fassung) ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Bildungsromane.

Vom Lächerlichen bis zum Tragischen

Die Novellensammlung Die Leute von Seldwyla enthält zehn teils humoristisch-ironische, teils tragisch-wehmütige Geschichten aus der fiktiven Narrenstadt Seldwyla. In der darin enthaltenen Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe (1856) griff Keller den Stoff von Shakespeares Drama Romeo und Julia (entstanden um 1595) auf.
Das Spätwerk Martin Salander (1886) ist ein gegenwartskritischer Roman, in dem die pessimistische Sicht des alternden Autors zum Ausdruck kommt.

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