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Lexikon Deutsch

Kästner, Erich

Geboren in Dresden am 23.2.1899, gestorben in München am 29.7.1974:
Nachdem Kästner 1917 Wehrdienst geleistet und eine Ausbildung zum Volksschullehrer abgeschlossen hatte, studierte er u.a. Germanistik, Geschichte und Philosophie und promovierte 1925. Ab 1922 war er als Redakteur bei verschiedenen Leipziger Zeitungen tätig. Seit 1927 lebte er als Journalist und freier Schriftsteller in Berlin. Obwohl seine Werke am 5. Mai 1933 der nationalsozialistischen Bücherverbrennung zum Opfer fielen und er ab 1942 mit einem totalen Schreibverbot belegt wurde, blieb er in Deutschland. Zeitweise arbeitete er für den Film, u.a. für den Historienfilm "Münchhausen" (1943). 1945 zog er nach München, wo er als Feuilletonredakteur der "Neuen Zeitung" arbeitete, die Jugendzeitschrift "Pinguin" herausgab und ein eigenes Kabarett, "Die kleine Freiheit", mitbegründete. 1957-62 war Kästner Präsident des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.

Von freundlicher Unterhaltung bis zu scharfer Satire

Die Themen des ebenso populären wie anerkannten Lyrikers, Roman- und Kinderbuchautors reichen von der Kritik am Militarismus, der satirischen Entlarvung der kleinbürgerlichen Geisteshaltung, der Anonymität und Entfremdung des Einzelnen in der Massengesellschaft bis zum Anspruch des Einzelnen auf eine eigenen Kindheit und auf Liebe.

"... ein Gebinde aus Gänseblümchen, Orchideen, sauren Gurken, Schwertlilien, Makkaroni, Schnürsenkeln und Bleistiften"


Mit diesen Worten beschrieb Kästner die Vielfalt der Gattungen, für deren Grenzen er sich wenig interessierte. Im Bereich der Lyrik war es sein Anliegen, verständliche "Gebrauchslyrik" z.B. mit eingängigen Paarreimen und Vierzeilern zu schreiben. Besonders die in der Weimarer Republik entstandenen Gedichte (u.a. Herz auf Taille, 1928; Lärm im Spiegel, 1929) zeichnen sich durch genaue Beobachtung, einen einfach-nüchternen Ton und treffsicheren Witz aus, der stets von der Sympathie für die Beschriebenen geprägt ist.

"Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?"

Diese Frage richtete Kästner an sich selbst, der sich ohnmächtig gegenüber den kritisierten Verhältnissen fühlte. Auch seine Romansatire Fabian (1931) zeigt die Ratlosigkeit des Helden angesichts der Unmöglichkeit, in der chaotischen Zeit um 1930 in Berlin ein sinnvolles und glückliches Leben zu führen. Der mangelnden Entschlussfähigkeit Fabians steht die Tatkraft der kleinen Helden in Kästners Kinderbüchern gegenüber. Seit Emil und die Detektive (1929) führte Kästner in seinen Kinderbüchern immer wieder vor, dass der Einzelne entschlussfreudig und tatkräftig sein muss, erfolgreich aber nur durch die Unterstützung seiner Freunde sein kann (u.a. Pünktchen und Anton, 1930; Das doppelte Lottchen, 1949).

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