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Lexikon Deutsch

Hoffmann, E.T.A.

Hoffmann, E[rnst] T[theodor] A[madeus], geboren in Königsberg (heute Russland) am 24.1.1776, gestorben in Berlin am 25.6.1882:
Obwohl Hoffmann die eigentliche Bestimmung seines Lebens in der Ausbildung und Ausübung seiner zeichnerischen und musikalischen Begabung sah, begann er 1792 auf Drängen seiner Familie ein Jurastudium, das er 1795 mit dem Referendarexamen abschloss. Nach zahlreichen beruflichen Stationen als Jurist (Berlin, Posen, Plock, Warschau) wurde er 1808 als Theaterkapellmeister nach Bamberg berufen. Zugleich arbeitete er als Regisseur, Dramaturg, Bühnenbildner, Komponist und als Musikkritiker für die Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung. 1813/14 war er Musikdirektor einer Theatergruppe in Leipzig und Dresden. Ab 1814 ging Hoffmann wieder in den preußischen Staatsdienst. Anfang 1822 erkrankte er an einem Rückenmarksleiden, an dem er schließlich, vollständig gelähmt, starb.

Zwischen bürgerlichem Alltag und fantastischer Geisterwelt

Während Hoffmann tagsüber seinem normalen Beruf nachging, schrieb, zeichnete und komponierte er in der Nacht. Ebenso wie sich sein Leben in dem Gegensatz von gewissenhaftem Beamten und leidenschaftlichem Künstler bewegte, stehen in Hoffmanns Werken, etwa in der Erzählsammlung Fantasiestücke in Callot's Manier (1814/15), die realistische Alltagswelt und die fantastische Geisterwelt nebeneinander. In dem Roman Die Elixiere des Teufels ... (1815/16) und in dem Romanfragment Lebens-Ansichten des Katers Murr ... (1819-21) gestaltete Hoffmann das Doppelleben im Motiv des Doppelgängers. Hoffmann eröffnete in seinen Werken die Nachtseiten der Natur und die Schattenseiten der menschlichen Seele, die hinter der Fassade der bürgerlichen Harmonie erscheinen. Oft stellte Hoffmann das Gespenstische und Dämonische aus der psychologischen Sicht als Wahnsinn dar, wie z.B. in der Erzählung Das Fräulein von Scudéri (1819).
Die Gegenüberstellung von bürgerlicher Alltagswelt und märchenhaftem Zauberreich gestaltete der Schriftsteller etwa in dem Märchen Der goldene Topf (1814).
Hoffmann gilt als bedeutender Vertreter der deutschen Romantik. Sein Werk übte großen Einfluss auf die Weltliteratur (u.a. Franz Kafka, Edgar Allan Poe, Honoré de Balzac, Nicolaj Gogol) aus. Durch die Aufhebung der Grenze zwischen Traum und Realität in seinen Werken wurde er zum Wegbereiter der fantastischen Literatur.

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