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Lexikon Deutsch

Fontane, Theodor

Geboren in Neuruppin am 30.12.1819, gestorben in Berlin am 20.9.1898:
Auf Wunsch seines Vaters absolvierte Fontane eine Apothekerlehre (1836-40) in Berlin. Bis 1849 arbeitete er in verschiedenen Städten als Apothekengehilfe und nach bestandenem Pharmazeutikexamen als Apotheker. Schließlich gab er seinen Beruf auf und war als Journalist tätig. 1852-59 arbeitete Fontane als Korrespondent in London. In den folgenden Jahren schrieb er für die preußische Kreuzzeitung und verfasste neben Literatur- und Kunstkritiken auch Reisebücher und Kriegsberichte, z.B. Wanderungen durch die Mark Brandenburg (1862-82) und Der Krieg gegen Frankreich 1870-71 (1873). 1870 geriet er als vermeintlicher Spion in französische Gefangenschaft, wurde aber auf Veranlassung Otto von Bismarcks freigelassen. Von 1870 an arbeitete Fontane als Theaterkritiker und freier Schriftsteller.

Späte Werke: Romane und Erzählungen

Fontanes eigentliches erzählerisches Werk, das der Epoche des Realismus zugeordnet wird, entstand in den Jahren nach 1876. Durch seine meist in der Berliner Gesellschaft oder im märkischen Adel spielenden Novellen, Erzählungen und Gesellschaftsromane wurde er zum Chronisten der preußisch-deutschen Realität. 1878 veröffentlichte er seinen ersten historischen Roman (Vor dem Sturm), dessen Thema die Erhebung Preußens zur Zeit der Befreiungskriege 1812/13 ist. Ebenfalls zu dieser Zeit spielt die Novelle Schach von Wuthenow (1883). Es folgten Kriminalerzählungen wie Grete Minde (1880), Ellernklipp (1881), Unterm Birnbaum (1885) und Quitt (1891).

Frauen als Hauptfiguren

Beginnend mit dem Roman L’Adultera (1882) stehen zunehmend weibliche Personen im Mittelpunkt der Handlung. Anhand der Ehe, die als gesellschaftliche Institution im 19. Jh. in die Krise geraten war, schilderte Fontane soziale Schäden und Veränderungen in der Gesellschaft, so z. B. in den "Berliner Gesellschaftsromanen" Irrungen, Wirrungen (1888), Frau Jenny Treibel (1892) und Effi Briest (1895). Hier wie in vielen seiner Werke befasste sich Fontane mit dem Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft, mit dem Konflikt zwischen Pflicht und Neigung. Seine Romane spiegeln die überkommenen und in Auflösung begriffenen, aber noch gültigen Formen der Gesellschaft wieder. Ein besonderes Beispiel dafür ist der letzte Roman Der Stechlin (1899): In den Gesprächen und Plaudereien seiner Figuren schildert der Schriftsteller das Verhältnis von Neu und Alt und die Ideen einer neuen Zeit.
Fontane, der entscheidend auf die Entwicklung des deutschen Romans einwirkte und großen Einfluss auf Thomas Mann hatte, veröffentlichte neben dem erzählerischen Werk auch zahlreiche Gedichte, in denen sich Schilderungen von atmosphärisch dichten Naturstimmungen finden.

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