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Lexikon Deutsch

Eichendorff, Joseph Freiherr von

Geboren auf Schloss Lubowitz (bei Ratibor, heute Polen) am 10.3.1788, gestorben in Neisse (heute Polen) am 26.11.1857:
Eichendorff entstammte einer katholischen Adelsfamilie. Er studierte in Halle, Heidelberg und schließlich in Wien, wo er 1812 sein Jurastudium abschloss. 1813-15 nahm er an den Befreiungskriegen gegen Napoleon I. teil. Ab 1816 war Eichendorff im preußischen Staatsdienst in Breslau, Danzig, Königsberg und Berlin tätig. Parallel zu seiner Beamtenlaufbahn beteiligte er sich rege am literarischen und gesellschaftlichen Leben seiner Zeit. Er verkehrte mit vielen bedeutenden Schriftstellern und Theoretikern und war schon zu seinen Lebzeiten ein hoch geschätzter Literat.

Ein Dichter der Romantik

Eichendorff ist einer der wichtigsten Dichter der deutschen Romantik. Sein Werk ist geprägt von dem romantischen Gegensatz zwischen der gegenwärtigen Welt, die sich nur an dem Besitz und der Nützlichkeit der Dinge orientiert, und einer ersehnten märchenhaften und ursprünglichen Welt, in der der Mensch Geborgenheit findet. Romantische Motive wie Fernweh, Wanderschaft, Sehnsucht nach der Heimat und der schönen alten Zeit bestimmten seine Werke.
Eichendorffs Erzählung Aus dem Leben eines Taugenichts (1826) ist eines der berühmtesten Werke der deutschen Romantik. Die Erzählung verarbeitet das romantische Thema von dem Wanderer, der mit der Sehnsucht nach etwas Unbekanntem in die Welt auszieht. Erst später stellt sich heraus, dass das, was er in der Welt suchte, zu Hause auf ihn wartet.
Die Lyrik Eichendorffs steht mit den vierzeiligen Strophen, dem Kreuzreim, der schlichten Sprache und deren Bildhaftigkeit dem Volkslied nahe. Seine Gedichte sind gekennzeichnet durch eine tiefe Religiosität und immer wiederkehrende Natur- und Landschaftsbilder, wie Wälder, Berge, Täler, Gärten, die die verlorene harmonische Welt symbolisieren; andererseits steht dem auch stets die Gefährdung des Menschen durch die Verlockungen der "dunklen Mächte", der Sinnlichkeit und des Todes gegenüber. Viele seiner Gedichte nahm Eichendorff in seine Romane und Erzählungen auf, z.B. Wem Gott will rechte Gunst erweisen (Aus dem Leben eines Taugenichts). Zu den bekanntesten Gedichten zählen Mondnacht (um 1830), Die zwei Gesellen (um 1814) und Wünschelrute (1835).
Weitere wichtige Werke Eichendorffs sind der Roman Ahnung und Gegenwart (1815), sowie die Erzählungen Das Marmorbild (1819) und Das Schloss Dürande (1837).

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