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Lexikon Deutsch

Droste-Hülshoff, Annette

Geboren auf Schloss Hülshoff bei Münster am 10.1.1797, gestorben in Meerburg am 24. 5.1848:
Droste-Hülshoff stammte aus altem westfälischem Adel und wurde streng katholisch und äußerst konservativ erzogen. Die Schriftstellerin lebte auf dem großen Schloss Hülshoff, nach dem Tod des Vaters dann im Haus Rüschhaus bei Münster. Aus gesundheitlichen Gründen verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre in Meersburg am Bodensee. Sie war in unglücklicher Liebe mit dem Schriftsteller Levin Schücking verbunden.
Droste-Hülshoff beteiligte sich an den Märchensammlungen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie an der Volksliedsammlung Ludwig Uhlands.

Naturlyrik

Droste-Hülshoff ist v.a. durch ihre Naturlyrik bekannt. In ihren Gedichten beschrieb sie die Wiesen, das Heideland und auch das gefährliche Moor ihrer westfälischen Heimat. Dabei ging sie mit ihrer Dichtung neue Wege und versuchte, das unmittelbar Erlebte darzustellen, wozu auch Farben, Laute und Bewegungen gehörten. Die herkömmliche Sprache reichte ihr oft nicht mehr aus; sie schuf neue Bilder und Worte:

Er liegt so still im Morgenlichte,
So friedlich wie ein fromm Gewissen,
Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Der Ufers Blume fühlt es nicht.
(Der Weiher)

Die Natur ist aber nicht nur Ort beschaulicher Stille. Vor allem in ihren Balladen wird die Natur als Ort des Schreckens und beseelt von dämonischen Mächten dargestellt. Berühmt wurde ihre Ballade Der Knabe im Moor, in der ein Kind in der Dunkelheit ein Moor durchqueren muss und sich so sehr fürchtet, dass es glaubt, den Gestalten zu begegnen, die der Aberglaube der Leute schon immer dorthin verbannt hat.

Das erzählende Werk: Die Judenbuche

Das erzählerische Werk ist neben einigen Verserzählungen auf die Novelle Die Judenbuche (1842) beschränkt, die auf historischen Tatsachen beruht.
Droste-Hülshoff analysierte in dieser Kriminalgeschichte menschliche Schuldverstrickung und selbst vollzogene Sühne, indem sie sich auf die Vorgeschichte des Täters und die psychologischen Hintergründe konzentrierte. Die Novelle lässt aufgrund ihrer Mischung von Realität, Übersinnlichem, Psychologie und Religiösem keine eindeutige Interpretation zu, was die moderne Erzählweise der Dichterin belegt.

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