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Lexikon Deutsch

Dramatik

Kennzeichen dramatischer Texte

Beim Drama handelt es sich in erster Linie um eine Textvorlage für eine auf der Bühne von verschiedenen Figuren direkt in Rede und Gegenrede (Figurenrede im Drama) dargestellte Handlung. Ein Drama besteht nicht nur aus dem Text, den die Schauspieler auf der Bühne sprechen, sondern auch aus dem Bühnenbild, aus den Requisiten und Kostümen.

Dramenaufbau

Ein Dramentext ist klar und übersichtlich aufgebaut und weist deutliche Gliederungseinheiten auf:

  • Der Akt ist ein geschlossener Handlungsabschnitt des Dramas. Seine Funktion besteht in der Strukturierung des Geschehensablaufs. Ein Akt bezeichnet formal den Zeitraum zwischen dem Auf- und Zuziehen des Bühnenvorhangs, daher stammt auch die deutsche Bezeichnung Aufzug.
  • Ein Akt besteht aus mehreren Szenen. Eine Szene beginnt und endet dann, wenn mindestens eine Figur die Bühne betritt oder verlässt, daher auch die deutsche Bezeichnung Auftritt.

Dem Drama kann ein Prolog vorausgehen, der von einer oder mehreren Personen szenisch dargestellt oder erzählend vorgetragen wird. Im Prolog wird das Publikum begrüßt, über die Handlung des Stücks informiert, oder das folgende Schauspiel wird angekündigt.

Am Ende des Dramas kann ein Epilog, also ein Nachwort, stehen, in welchem dem Zuschauer nach Beendigung der Handlung z. B. mitgeteilt wird, was er aus dem Stück lernen soll.

Handlung

Die Handlung im Drama ist durch drei Elemente gekennzeichnet:

  • eine oder mehrere handelnde Personen,
  • eine zeitliche Abfolge mit Anfang und Ende,
  • einen oder mehrere Schauplätze.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Haupthandlung und Nebenhandlung. Die Haupthandlung kann von der Nebenhandlung unterbrochen oder begleitet werden. Die Haupthandlung kann die Nebenhandlung auf einer zweiten Ebene spiegeln.
Wird in die Haupthandlung eine geschlossene und meist locker verknüpfte Nebenhandlung eingeschoben, spricht man von einer Episode. Episoden dienen als Kontrast oder Verstärkung der Haupthandlung.

Bei der Dramenanalyse sollte man zwischen den äußeren Vorgängen (Intrigen und Machtkämpfen) und der inneren Entwicklung der Figuren (Einsicht oder Verrohung) unterscheiden. Daher gibt es

  • die äußere Handlung, d. h. die Abfolge direkt wahrnehmbarer Vorgänge, und
  • die innere Handlung, d. h. die geistige, seelische oder moralische Entwicklung einer Figur.

Konflikt

Im Drama wird die Handlung gewöhnlich durch einen Konflikt ausgelöst und vorangetrieben. Konflikte können als Auseinandersetzungen zwischen mehreren Figuren oder im Inneren eines Individuums ablaufen. Dementsprechend lassen sich zwei Arten von Konflikten feststellen:

  • äußerer Konflikt, in dem zwei oder mehr Parteien um Macht, Besitz, die Gunst eines Menschen oder Ähnliches streiten;
  • innerer Konflikt, in dem sich eine Figur zwischen entgegengesetzten Wünschen, Forderungen, Idealen oder Erwartungen entscheiden muss.

Figurenkonstellation

Die im Drama Handelnden sind vom Autor geschaffene Figuren, die für die sprachliche und spielerische Ausgestaltung durch einen Schauspieler mithilfe von Kostümierung, Mimik und Gestik angelegt sind.Die Figuren sind mit bestimmten Merkmalen ausgestattet, die sich in drei Kategorien einordnen lassen:

  • soziale Merkmale (Stand, Milieu oder Beruf),
  • äußere Merkmale (Körper, Kleidung oder Gewohnheiten),
  • innere Merkmale (Eigenschaften oder Einstellungen).

Die Figurenkonstellation bezeichnet die Beziehungen der Figuren in einem Drama; das Personenverzeichnis liefert oft einen guten Überblick über die im Drama auftretenden Figuren und gibt vorab wichtige Informationen, die für die direkte Charakterisierung wichtig sein können (z. B. Beruf). Typische Konstellationen sind:

  • Gegnerschaft zwischen Helden bzw. Protagonisten und dem Gegenspieler bzw. Antagonisten; Intriganten und Opfer; Liebhaber(in) und Nebenbuhler(in),
  • partnerschaftliche Verbindungen zwischen Herr(in) und Diener(in); Liebhaber und Geliebter,
  • Figuren mit gegensätzlichen Merkmalen wie adlig - bürgerlich; anerkannt - verachtet; klug - dumm usw.
  • Unterscheidung zwischen Hauptfiguren (treten häufig auf) und Nebenfiguren (weniger Auftritte).

Die Tragödie und die Komödie sind die Grundformen des Dramas, weitere dramatische Gattungen haben sich im Laufe der Geschichte entwickelt.

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