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Lexikon Deutsch

Büchner, Georg

Geboren in Goddelau (bei Darmstadt) am 17.12.1813, gestorben in Zürich am 19.2.1837:
Büchner zählt trotz seines nicht sehr umfangreichen Werks zu den bedeutendsten deutschen Dramatikern und Erzählern. Der Arztsohn studierte in Straßburg und Gießen Medizin und engagierte sich in der geheimen Gesellschaft für Menschenrechte, die den Umsturz der reaktionären Verhältnisse im Großherzogtum Hessen zum Ziel hatte. Wegen seiner umstürzlerischen Flugschrift Der hessische Landbote (1834), die mit den berühmt gewordenen Worten Friede den Hütten, Krieg den Palästen beginnt, floh er 1835 von Hessen nach Straßburg. Ab 1836 war er Privatdozent für Medizin in Zürich, bis er mit knapp 24 Jahren an Typhus starb.
Seine literarischen Werke, die der Epoche Junges Deutschland/Vormärz zugeordnet werden, schrieb er nachts, neben politischer Tätigkeit und medizinischem Studium. In seinem ersten Drama Dantons Tod (1835), das zur Zeit der Französischen Revolution spielt, zeigt Büchner, dass politische Phrasen und revolutionäres Verhalten angesichts der Geschichte, die Danton und seine Freunde überrollt, hohl werden. Außerdem hinterließ Büchner das satirische Lustspiel Leonce und Lena (1836), ein Novellenfragment über den Dichter des Sturm-und-Drang Jakob Michael Reinhold Lenz (1836) und das dramatische Fragment Woyzeck (1836).

Woyzeck - ein bahnbrechendes neues Drama

Woyzeck gilt als das erste bedeutende soziale Drama in der deutschen Literatur. Nicht mehr der idealistische Held, sondern der sozial deklassierte, von seinem Milieu und seiner Umwelt bestimmte Mensch ist die Hauptperson. Das historische Vorbild für Woyzeck ist ein am unteren sozialen Rand der Gesellschaft  lebender psychisch Kranker, der 1824 wegen des Mordes an seiner Geliebten hingerichtet wurde. Im Stück ist Woyzeck ein armer Soldat, der von seinem Vorgesetzten für medizinische Versuche missbraucht wird. Als seine Geliebte vom rohen Tamburinmajor verführt wird, ersticht er sie in einem Gefühl der extremen Ausweglosigkeit und ertrinkt selbst im Dorfteich. Büchner stellt Woyzeck als Opfer der Verhältnisse dar. Woyzeck folgt nicht mehr dem klassischen dramatischen Aufbau, sondern ordnet die Szenen in loser Folge an. Mit dieser offenen Form, mit seinem Versuch, sprachlich und psychologisch das Milieu der Unterschicht nachzuzeichnen, und der Absage an die idealistische Suche nach dem Schönen in der Kunst wurde das Drama zu einem Schlüsselstück der Moderne. Ich verlange in allem - Leben, […] und dann ists gut; wir haben dann nicht zu fragen, ob es schön, ob es hässlich ist, schrieb Büchner programmatisch für seine Dichtungsauffassung im Lenz. Nach Büchner wurde der bedeutendste deutsche Literaturpreis, der Georg-Büchner-Preis, benannt.

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