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Wie du einen Brief an eine literarische Figur schreibst


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie du einen Brief an eine literarische Figur schreibst

Aufgabe

Schreibe einen Brief an eine literarische Figur und stütze dich dabei auf die vorgegebene Kurzgeschichte. Wähle als Verfasserin des Briefes Achims Mutter, die an ihren Sohn schreibt. 

Das musst du wissen

Im Gegensatz zu einem Tagebucheintrag oder einem inneren Monolog ist ein Brief immer an einen Empfänger gerichtet. Er stellt also kein Selbstgespräch dar, sondern ist als Austausch gedacht, als Form der Kommunikation. Du versetzt dich in die Rolle des Briefschreibers und schilderst im Brief seine Gedanken und Gefühle

Achtung: Vergiss nicht, dass ein Brief immer mit einer Anrede beginnt.  

Schritt 1: Setze dich mit dem Inhalt der Geschichte auseinander

Zunächst musst du dich mit dem Inhalt der Kurzgeschichte vertraut machen. Lies dir den Text möglichst mehrmals aufmerksam durch und versuche, auch seine zwischen den Zeilen liegende Bedeutung zu erschließen. Am besten machst du dir Notizen. Orientieren kannst du dich an folgenden Fragen:

  • Wer handelt?
  • Was geschieht?
  • Wie fühlt sich die Handlungsfigur?

In unserem Beispiel solltest du besonders auf den angesprochenen Streit zwischen Achim und seinen Eltern achten.

Du könntest dir zum Beispiel notieren:

  • Wer handelt?
    Achim, ein Jugendlicher, der sich zu Hause in seinem Zimmer befindet, ist die einzige Handlungsfigur.
  • Was geschieht?
    Nach einem Streit mit den Eltern liegt Achim im Bett und kann sich nur schwer aufraffen aufzustehen. Er hört Musik, schaut aus dem Fenster und malt sein Gesicht mit Farbe auf dem Spiegel nach. Er zerschlägt den Spiegel mit seiner Faust und beschließt nach draußen zu gehen.
  • Wie fühlt sich die Handlungsfigur?
    Achim ist schlapp und ohne Antrieb. Er ärgert sich über seine Eltern, ist gelangweilt und orientierungslos. Vor dem Spiegel wird er trotzig und reagiert mit einem Gewaltausbruch.

Schritt 2: Sammle Ideen für deinen Brief

Manchmal ist es gar nicht so einfach, beim Schreiben einen Anfang zu finden. Verschiedene Methoden helfen dir dabei, zunächst einmal Ideen zu sammeln oder ein Schreibgerüst zu erstellen. 

Beim automatischen Schreiben, auch Freewriting oder Brainstorming genannt, wählst du dir ein Stichwort, hier also den Brief der Mutter an Achim, und schreibst zehn Minuten lang ungeordnet alles dazu auf, was dir in den Sinn kommt. Du setzt den Stift nicht ab, denkst nicht über das Geschriebene nach und ignorierst ausnahmsweise einmal alle Schreibregeln. Hast du zwischendurch das Gefühl, dir fällt nichts mehr ein, legst du den Stift nicht weg, sondern führst deine Schreibbewegungen zum Beispiel in Form von Kreisen oder Kringeln fort. Du wirst sehen: Es dauert nicht lange, bis dir wieder neue Ideen kommen. 

Am besten probierst du diese Methode für den Brief an Achim direkt einmal aus. Das Ergebnis könnte so aussehen:

  • Mutter macht sich nur Sorgen um Achims Zukunft.
  • Achim erzählt nichts mehr, lässt seine Eltern nicht teilhaben.
  • Eltern müssen viel arbeiten, bemühen sich trotzdem.
  • Früher haben Achim und seine Eltern viel Zeit miteinander verbracht (Ausflüge, Sport).
  • Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten: Handball.

Schritt 3: Schreibe den Brief

Formuliere nun deinen Brief. Hast du die Methode des automatischen Schreibens ausprobiert, kannst du jetzt dein Brainstorming als Vorlage für diesen Brief  benutzen.

Der Brief der Mutter an Achim, den sie ihm, bevor sie das Haus verlässt, vor seine Zimmertür legt, könnte so lauten:

Lieber Achim,

es gefällt mir gar nicht, dass wir uns schon wieder gestritten haben. Vielleicht ist Dein Vater tatsächlich etwas zu laut und heftig geworden, aber im Grunde hat er recht, zumindest aus unserer Sicht. Du musst uns verstehen, wir machen uns einfach Sorgen um Dich und Deine Zukunft. Du verziehst Dich stundenlang auf Dein Zimmer, hörst dort Musik, hängst vor dem Computer oder am Handy und nimmst fast nicht mehr am Familienleben teil. Du erzählst uns auch kaum noch etwas von Dir. Ich glaube, wir kennen nicht einmal mehr Deine Freunde, mit denen Du Deine Freizeit verbringst.
Du bist jetzt in der Oberstufe und solltest Dir langsam ein paar Gedanken machen, in welche Richtung es nach der Schule für Dich gehen soll. Aber alle unsere Tipps und Hinweise schmetterst Du ab. Du weißt, dass wir Dir für Deine berufliche Zukunft keine Vorschriften machen möchten. Du sollst das auswählen, was Dir liegt und gefällt. Wir haben nur Angst, dass Du den Anschluss und damit Deine Chance verpasst. Aber vielleicht hast Du ja doch schon eine Idee, von der Du uns nur noch nichts erzählt hast?
Du weißt, wir arbeiten beide hart. Trotzdem bemühen wir uns, auch noch Zeit für ein bisschen Familienleben zu finden. Das hat früher doch immer sehr gut geklappt. Erinnerst Du Dich noch an unsere Wochenendausflüge zum See und in den Kletterwald? Ich weiß, für so etwas bist Du nun schon zu erwachsen, aber vielleicht könnten wir etwas anderes finden, das uns gemeinsam Spaß macht. Was hältst Du davon, wenn wir am Wochenende zum Handball gehen und uns das Heimspiel der ersten Mannschaft ansehen? Sag mir Bescheid, dann besorge ich Karten für uns.
Ich komme heute etwas früher nach Hause, dann können wir gemeinsam essen.

Mach Dir einen schönen Tag, bis später
Mama

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