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Wie du die Textsorte erkennst


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie du die Textsorte erkennst

Aufgabe

Weise beim Text „Im Spiegel“ von Margret Steenfatt die Textsorte anhand geeigneter Beispiele nach.

Den Text findest du hier: magret_steenfatt_im_spiegel.pdf

Schritt 1: Suche nach den Merkmalen, die auf eine bestimmte Textsorte hinweisen

Oftmals werden in Klassenarbeiten Kurzgeschichten als Texte für die (erweiterte) Inhaltsangabe herangezogen, da sie in sich geschlossen sind und du sie somit ohne Vorkenntnisse verstehen kannst. Deswegen wird hier exemplarisch anhand der Textsorte Kurzgeschichte gezeigt, wie du allgemein Textsorten erkennen kannst. Als weitere Textarten könnten dir z. B. auch eine Anekdote, eine Kalendergeschichte oder eine Erzählung in einer Klassenarbeit begegnen. Zunächst einmal solltest du auffällige Merkmale des Textes (hier: Kurzgeschichte) herausarbeiten und sie anschließend am Text belegen.

Inhalt und Aufbau

  • ausschnitthafte Momentaufnahme einer Situation aus dem alltäglichen Leben
  • innerer Konflikt bzw. prägendes Erlebnis der Hauptfigur
  • unmittelbarer Beginn (keine Einführung in das Geschehen)
  • offener Schluss (kein rundes Ende)
  • zielstrebiger Handlungsverlauf
  • Zuspitzung auf einen Höhe- oder Wendepunkt
  • nur ein Handlungsstrang (keine Nebenhandlungen)
  • wenige Protagonisten im Mittelpunkt
  • Ort und Zeit der Handlung sind nicht bekannt (Allgemeingültigkeit)
  • geringer Umfang (meist begrenzt auf 1–2 Seiten)
  • häufig: personaler Erzähler

Sprache

  • einfache Sprache (oft Umgangssprache)
  • einfacher Satzbau
  • Ellipsen

Schritt 2: Belege die Merkmale anhand passender Textstellen

Im nächsten Schritt überprüfst du anhand der Textvorlage die in Schritt 1 aufgelisteten Merkmale. Wenn keine Zusatzinformationen gegeben sind, solltest du mindestens fünf Merkmale angeben. Denk daran, dass du immer die Zeilennummer notierst.

Der Vollständigkeit halber sind hier alle Merkmale einer Kurzgeschichte an dem Text von Margret Steenfatt überprüft worden.

Inhalt und Aufbau

  • ausschnitthafte Momentaufnahme einer Situation aus dem alltäglichen Leben: Es wird ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben des Jugendlichen Achim erzählt.
  • innerer Konflikt bzw. prägendes Erlebnis der Hauptfigur: Achim befindet sich in einer Identitätskrise.
  • unmittelbarer Beginn: Es gibt keine Einführung in das Geschehen, es beginnt sofort mit der Darstellung von Achims Situation (vgl. Z. 1).
  • offener Schluss: Der Leser erfährt nicht, ob Achim sich tatsächlich mit seinen Freunden treffen wird und wie sich seine innere Situation ändert (vgl. Z. 33).
  • zielstrebiger Handlungsverlauf: Es gibt keine Nebenhandlungen.
  • Zuspitzung auf einen Höhe- oder Wendepunkt: Achim erkennt sein wahres Ich und zertrümmert den Spiegel.
  • nur ein Handlungsstrang: Es wird nur die Situation in Achims Zimmer erzählt.
  • wenige Protagonisten im Mittelpunkt: Im Text wird nur Achim konkret benannt (vgl. Z. 3).
  • Ort und Zeit der Handlung sind nicht bekannt: Im Text sind keinerlei Angaben zu Ort und Zeit der Handlung vorhanden.
  • geringer Umfang: 33 Zeilen.
  • personaler Erzähler: Es werden nur Achims Gedanken und Gefühle erläutert (vgl. Z. 2 f.).

Sprache

  • einfache Sprache (oft Umgangssprache): z. B. Z. 30: „Achim legte seinen Mund auf die Wunden und leckte das Blut ab.“
  • einfacher Satzbau: z. B. Z. 32 f.: „Er wollte runtergehen und irgendwo seine Leute treffen.“
  • Ellipsen: z. B. Z. 4: „Fünf nach eins. Wieder mal zu spät.“

Schritt 3: Formuliere deine Ergebnisse aus

Nachdem du alle Merkmale überprüft hast, kannst du dir fünf davon heraussuchen und sie ausformulieren.

Beim vorliegenden Text handelt es sich um die Gattung Kurzgeschichte. Die Handlung beginnt ohne Einleitung, d. h. unmittelbar (vgl. Z. 1: „‚Du kannst nichts‘, sagten sie [...]“), und entwickelt sich geradlinig weiter, ohne dass Nebenhandlungen eine Rolle spielen. Knapp und stichpunktartig wird davon berichtet, wie sich Achims Frustration in Bezug auf seine eigene Situation immer weiter steigert, bis sie schließlich darin gipfelt, dass Achim den Spiegel zerschlägt. Typisch für diese Textsorte ist auch, dass sich die Handlung oft auf ein einzelnes Ereignis aus dem Alltagsgeschehen konzentriert, in diesem Fall ist es Achims Selbstwahrnehmung im Spiegel. Diese Handlung wird auf einen Höhe- bzw. Wendepunkt zugespitzt. Der Wendepunkt dieser Kurzgeschichte ist das Zerschlagen des Spiegels und somit der Höhepunkt von Achims Frustration über die Situation, in der er sich befindet. Wie in vielen weiteren Kurzgeschichten auch, stehen hier nur wenige Protagonisten im Mittelpunkt. Neben Achim werden seine Eltern genannt, spielen aber keine tiefer gehende Rolle. Auch Angaben zu Ort und Zeit der Handlung sind dem Leser nicht bekannt, auf diese Weise soll die Allgemeingültigkeit der Geschichte in den Vordergrund gerückt werden. Ebenso kann die Textsorte Kurzgeschichte anhand sprachlicher Aspekte nachgewiesen werden. Meist wird in Kurzgeschichten eine sehr einfach Sprache, oft auch Umgangssprache, verwendet, wie auch in den Zeilen 30 f. des vorliegenden Textes: „Achim legte seinen Mund auf die Wunden und leckte das Blut ab.“ Mehrere Ellipsen („Fünf nach eins. Wieder mal zu spät.“, Z. 4) unterstützen diese Aussage ebenfalls.

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