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Wie du die Merkmale des Erzählens analysierst


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie du die Merkmale des Erzählens analysierst

Aufgabe

Untersuche im Text „Im Spiegel“ von Margret Steenfatt die Merkmale des Erzählens.

Schritt 1: Untersuche das Erzählverhalten

Ein wesentliches Merkmal eines literarischen Textes ist der Erzähler oder die Erzählerin. Du darfst sie aber keinesfalls mit der Autorin oder dem Autor gleichsetzen. Der Erzähler ist eine fiktive, d. h. erfundene Figur, die zur Welt der erzählten Geschichte gehört. In jedem epischen Text gibt es einen Erzähler, der uns die Handlung erzählt. Er kann verschiedene Positionen einnehmen, die Erzählverhalten oder Erzählperspektive genannt werden.

Zunächst musst du das Erzählverhalten, also die Erzählperspektive untersuchen. Hierfür gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

1. Ein auktorialer (allwissender) Erzähler

  • kann seinen Standpunkt beliebig verändern (bewegt sich frei im Raum),
  • kommentiert gelegentlich die Handlung,
  • weiß, was sich an verschiedenen Orten gleichzeitig abspielt und kennt zu Beginn der Handlung deren Ausgang,
  • kennt Gedanken und Gefühle aller Figuren, da er die Perspektiven sämtlicher Figuren einnehmen kann,
  • kann sich in der Zeit frei bewegen, d. h. Rückblicke in die Vergangenheit geben oder auch vorausdeuten.

2. Ein personaler (außenstehender) Erzähler

  • erzählt aus der Perspektive seiner Figur und ändert diese Perspektive nicht,
  • kann seine eigene Figur von außen beobachten und kennt ihr Innenleben,
  • kann andere Figuren nur von außen beobachten,
  • kennt keine Gedanken der anderen handelnden Figuren.

3. Ein neutraler Erzähler

  • stellt die Vorgänge der Handlung oder auch Fakten sachlich dar,
  • zieht sich aus der Figruenwelt zurück,
  • gibt keine wertenden oder urteilenden Kommentare zum Geschehen ab,
  • zeigt nur äußerlich wahrnehmbare Vorgänge auf,
  • gibt keinen Einblick in Gedanken und Gefühle der handelnden Figuren.

Beachte bitte, dass das Erzählverhalten innerhalb einer Geschichte wechseln kann!

In Bezug auf den vorliegenden Text könnte deine Analyse zum Beispiel so aussehen:

Die Handlung des Textes „Im Spiegel“ wird aus der Perspektive eines personalen Erzählers dargestellt, was z. B. in Z. 23 („Schwarz und Weiß sehen gut aus, dachte er, fehlt noch Blau.“) deutlich wird. Der Erzähler berichtet auf der einen Seite von Achims Gedanken und Gefühlen, auf der anderen Seite bewahrt der Erzähler aber auch die Distanz zum Geschehen. Das wird daran deutlich, dass der Erzähler keine Kommentare zum Geschehen abgibt.

Schritt 2: Untersuche die Erzählform

Nachdem du das Erzählverhalten untersucht hast, musst du noch die Erzählform des Textes analysieren. Es wird zwischen zwei Formen des Erzählens unterschieden:

  • Ich-Erzähler: Der Erzähler kann zugleich eine erzählende und erlebende Figur sein. Er kann erzählen, was er unmittelbar erlebt oder zuvor schon erlebt hat.
  • Er/Sie-Erzähler: Als bloßer Vermittler tritt dieser Erzähler als Person in den Hintergrund. Er gibt ab und zu Kommentare zum Erzählten ab.

In Bezug auf den vorliegenden Schluss könntest du beispielsweise zu folgendem Ergebnis kommen:

Die Erzählform ist hier der Er-Erzähler, was beispielsweise in Z. 7 f. („Eine halbe Körperdrehung nach rechts, ein Fingerdruck auf den Einschaltknopf seiner Anlage. Manchmal brachte Musik ihn hoch.“) zu erkennen ist.

Schritt 3: Formuliere die Ergebnisse aus

Nachdem du sowohl das Erzählverhalten als auch die Erzählform analysiert hast, kannst du deine Ergebnisse ausformulieren.

In der Kurzgeschichte „Im Spiegel“ von Margret Steenfatt gibt es einen personalen Er-Erzähler, der sowohl die gesamte Handlung als auch Achims Gedanken und Gefühle wiedergibt. Das kann man beispielsweise an den folgenden beiden Textstellen erkennen: Z. 23: „Schwarz und Weiß sehen gut aus, dachte er, fehlt noch Blau.“ Z. 7 f.: „Eine halbe Körperdrehung nach rechts, ein Fingerdruck auf den Einschaltknopf seiner Anlage. Manchmal brachte Musik ihn hoch.“ Gleichzeitig wahrt der Erzähler aber auch die Distanz zum Geschehen an sich, zu dem er keine Kommentare abgibt. Auch dieses Merkmal spricht für ein personales Erzählverhalten.

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