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Wie du den Hauptteil einer dialektischen Erörterung schreibst


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie du den Hauptteil einer dialektischen Erörterung schreibst

Aufgabe

Schreibe für eine dialektische Erörterung den Hauptteil zu folgendem Thema:

Kann Hochleistungssport heute noch eine Vorbildfunktion erfüllen?

Schritt 1: Formuliere die These und die Antithese

Der dialektischen Erörterung liegt immer eine Entscheidungsfrage zugrunde. Zu Beginn des Hauptteils musst du dich entscheiden, welche Position du zu dem Thema beziehst. Das heißt für dieses Beispiel: Du bist entweder der Meinung, dass Hochleistungssport heute noch eine Vorbildfunktion erfüllt oder anders herum. Wichtig ist, dass du immer mit der Antithese (Gegenthese) beginnst und anschließend die Argumente der eigenen These darlegst, da das zuletzt Gesagte beim Leser meist besser im Gedächtnis bleibt. Bei diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Hochleistungssport deiner Meinung nach heute keine Vorbildfunktion mehr erfüllt. Dementsprechend formulierst du zuerst die (Anti-)These und beginnst damit, dass Hochleistungssport heute noch eine Vorbildfunktion erfüllt. Im Anschluss daran legst du deine These dar.

Schritt 2: Belege die Thesen

Um deiner These Glaubwürdigkeit zu schenken, musst du sowohl die Antithese als auch die These mit überzeugenden Argumenten belegen. Notiere dir – gerne auf einem separaten Blatt – alle Argumente und Beispiele, die dir dazu einfallen.

Mögliche Argumente für die Antithese:

  • vorgelebter gesunder Lebensstil
  • Ehrgeiz und Zielstrebigkeit sind erstrebenswerte Eigenschaften

Nachdem du die Antithese dargestellt hast, stellst du nun die eigene These auf. Das heißt, du sammelst Argumente und Beispiele, die gegen die Vorbildfunktion sprechen, z. B.:

  • zu verbissener Konkurrenzkampf
  • vermehrte Dopingfälle im Spitzensport
  • hohes Verletzungsrisiko und unbedachte Folgeschäden

Schritt 3: Sortiere die Argumente

Wie oben schon angedeutet, ist es bei der dialektischen Erörterung wichtig, den Leser von deiner eigenen Meinung zu überzeugen. Dafür werden hier zuerst die Argumente der Gegenthese geschildert, anschließend bringst du die Argumente der eigenen Position vor. Bei der Gegenthese beginnst du mit dem überzeugendsten und endest mit dem schwächsten Argument. Bei der von dir vertretenen These beginnst du mit dem schwächsten und endest mit dem stärksten Argument. Dieses Schema wird auch „Sanduhrprinzip“ genannt. Die in Schritt 2 gesammelten Argumente sind bereits nach diesem Prinzip angeordnet.

Schritt 4: Ziehe ein Fazit

Zu jeder dialektischen Erörterung gehört nach der Darstellung der Argumente auch das Ziehen eines Fazits. Darin unterstreichst du noch einmal deine eigene Meinung. Du musst aber aufpassen, dass du keine neuen Argumente mehr anbringst.

So könnte beispielsweise ein Fazit zum oben genannten Thema lauten:

Die Antwort auf diese Frage ist für mich eindeutig: Nein. Wägt man positive und negative Aspekte des Hochleistungssports gegeneinander ab, so überwiegen meiner Meinung nach die mit dem Spitzensport verbundenen hohen gesundheitlichen Risiken.

Schritt 5: Schreibe den Hauptteil deiner dialektischen Erörterung

Nachdem du nun alle Argumente und Beispiele gesammelt hast, kannst du dich an die Ausformulierung des Hauptteils wagen:

Hier sind sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil eines Nebenjobs sowie das Fazit angeführt.

Ganz klar gibt es viele Aspekte des Hochleistungssports, die wünschens- und nachahmenswert sind. Spitzensportler leben einen überaus gesunden Lebensstil vor, dem nachzueifern durchaus sinnvoll erscheint. Anders als viele "Normalbürger" bewegen sie sich ausreichend, trinken keinen (oder sehr wenig) Alkohol und rauchen nicht. Auch der Ehrgeiz und die Zielstrebigkeit, mit der Hochleistungssportler ihre Ziele verfolgen, um am Ende z. B. eine olympische Medaille zu gewinnen, kann für einige Menschen ein Anreiz sein, ihr Leben selbst ein wenig mehr in die eigenen Hände zu nehmen.

Unbestritten sind also die zahlreichen positiven Argumente. Es gilt jedoch in Bezug auf die Vorbildfunktion des Hochleistungssports auch die negativen Aspekte zu beleuchten.

Als Argument gegen den Vorbildcharakter des Hochleistungssports kann das stetig wachsende unsportliche Verhalten angeführt werden. Nicht selten entsteht zwischen zwei Sportlern oder zwei Mannschaften ein verbissener Konkurrenzkampf, der manchmal auch mit unsportlichen Mitteln ausgetragen wird. Mit dem wachsenden Konkurrenzkampf ist auch die Zahl der Dopingsünder in den letzten Jahren rasant angestiegen. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist der amerikanische Profi-Radsportler und mehrmalige Gewinner der Tour-de-France Lance Armstrong, dem die meisten seiner Titel inzwischen aberkannt wurden. Leider stellt dieser Fall im heutigen Spitzensport keine Ausnahme dar. Nicht zu vernachlässigen sind auch die gesundheitlichen Risiken des Trainings und der Wettkämpfe. Im Juli 2015 beispielsweise verunglückte der französische Formel-1-Rennfahrer Jules Bianchi beim Großen Preis von Japan tödlich. Aber selbst wenn man das hohe Verletzungsrisiko außer acht lässt, können durch die extreme körperliche Belastung bei Hochleistungssportlern fatale Folgeschäden auftreten. Oftmals wird der eigene Körper viel zu stark und unkontrolliert belastet: die Folge sind Gelenkschäden, Herz-Kreislauf-Störungen oder auch psychische Leiden. So musste sich der erstmalige Gewinner aller vier Springen der legendären Vier-Schanzen-Tournee, Sven Hannawald, relativ kurz nach seinem Triumph in psychiatrische Behandlung begeben – mit dem Ergebnis „Burnout“.

Erfüllen diese genannten Personen wirklich noch eine Vorbildfunktion?

Die Antwort auf dies Frage ist für mich eindeutig: nein. Wägt man positive und negative Aspekte des Hochleistungssports gegeneinander ab, so überwiegen meiner Meinung nach vor allem die mit dem Spitzensport verbundenen hohen gesundheitlichen Risiken.

Nach dem Hauptteil folgt der Schluss der dialektischen Erörterung.
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