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Wie du Figuren und deren Konstellation in einem Drama analysierst


Aufgabe

Lies den Auszug aus Schillers Drama „Don Carlos".
Finde darin Beispiele für die Charakterisierung des Königs.

friedrich_schiller_don_carlos_ausschnitt.pdf

Schritt 1: Ermittle die Merkmale der Figuren

Der Autor stattet seine Figuren mit einer bestimmten Anzahl an Merkmalen aus, die die Figuren charakterisieren.

Merkmale einer Figur

  • soziale Merkmale: Stand, Milieu, Beruf, familiäre Umstände
  • äußere Merkmale: Aussehen, Größe, Haltung, Gang, Stimme, Kleidung, Gewohnheiten
  • innere Merkmale: Einstellungen, Eigenschaften, Gemütszustand

Erarbeite die Merkmale einer Figur, indem du untersuchst, wie sie direkt oder indirekt charakterisiert wird.

Direkte Charakterisierung:

  • Untersuche die Rollen- und Regieanweisungen.
  • Analysiere, wie die Figur von anderen Figuren beurteilt oder beschrieben wird. Untersuche auch, wie die Figur sich selbst durch Kommentare ihres Verhaltens charakterisiert. Achte dabei immer darauf, wie glaubwürdig die Aussagen dieser Figuren sind. Fremddarstellungen und Selbstdarstellungen können verzerrt und subjektiv sein.

Indirekte Charakterisierung:

  • Analysiere das Verhalten der Figur in verschiedenen Situationen. Inwiefern lässt es Rückschlüsse auf ihre Wesenszüge zu?
  • Analysiere die Art, wie sich eine Figur äußert. Stil, Satzbau, Wortwahl geben Hinweise auf ihren Bildungsstand, ihre Einstellung zum Gesprächspartner, ihre seelische Verfassung usw. (vgl. S. 20/21)

Schritt 2: Beschreibe das Verhältnis der Figuren zueinander

Arbeite heraus, in welchem Verhältnis die Figuren zueinander stehen. Achte dabei auf die folgenden Aspekte:

  • Welche Figuren sind partnerschaftlich verbunden? Aufgrund welcher Gemeinsamkeiten?
  • Lassen sich Figuren innerhalb einer Gruppe hierarchisch ordnen?
  • Welche Figuren stehen sich als Gegner gegenüber? Aufgrund welcher Interessen?
  • Ist die Konstellation stabil? Oder ändern sich die Partnerschaften, Gegnerschaften und Machtverhältnisse?

Lösung

Marquis Posa charakterisiert den König als absolutistischen Herrscher und Tyrann („wie wenig Sie von Menschenwürde denken“, V. 3), dem seine Macht wichtiger ist als das Glück von Millionen Menschen (V. 46), der sich aber dem unaufhaltsamen Gang der Geschichte vergeblich entgegenstellt (V. 85). Posa traut ihm aber gleichzeitig zu, seine Meinung zu ändern und seinem Volk Gedankenfreiheit zu gewähren (V. 160). Der König ist aufgewühlt, „betroffen“, „verwirrt“ und emotional bewegt (V. 117/118) von Posas Rede (V. 74 ff.). Er hat ein schlechtes Gewissen, schämt sich, als Posa ihn mit der brutalen Unterdrückung der Menschen der Niederlande konfrontiert, er weicht Posas Blick aus (V. 68–76). Gleichzeitig verteidigt er sein blutiges Vorgehen (V. 93–96).

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