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Wie du die Sprache eines literarischen Textes analysierst


Aufgabe

Untersuche im Text „Im Spiegel“ von Margret Steenfatt die Sprache. Stell auch ihre Wirkungsabsicht dar!

Den Text findest du hier: magret_steenfatt_im_spiegel.pdf

Schritt 1: Untersuche die Wortwahl

Wenn du einen (literarischen) Text vollständig verstehen willst, musst du die sprachliche Gestaltung untersuchen. Du darfst aber nicht nur die sprachlichen Eigenheiten aufzählen, sondern musst auch auf ihre Wirkung eingehen und diese am Text erläutern.

Wir beginnen mit der Wortwahl. Auf folgende Mittel musst du achten:

  • häufig vorkommende Wortarten (z. B. Adjektive, Verben, Nomen)
  • häufig verwendetes Wortfeld (z. B. im Bereich Natur)
  • zahlreiche Fremdwörter und Fachbegriffe (z. B. aus einem bestimmten Bereich)
  • Verwendung von Dialekt, Jugend- oder Umgangssprache

Überprüfe nun anhand des Textes die Wortwahl. Nicht immer wirst du alle oben aufgelisteten Punkte im Text nachweisen können, zwei sollten es aber mindestens sein!

  • häufig verwendetes Wortfeld: häufiger Gebrauch des Wortes „Nichts“, z. B. siebenmal in Zeilen 1–6 (Darstellung von Achims innerer Verfassung; Ausweglosigkeit); Wortfeld „Spiegel“, z. B. Z. 8, 12 sowie „Spiegelscheibe“ in Z. 28, „Spiegelbild“ in Z. 13 und „Spiegelstellen“ in Z. 24 (Achim nimmt sein Äußeres verzerrt wahr.)
  • Verwendung von Umgangssprache: Wie in Kurzgeschichten üblich wird hier v. a. Umgangssprache verwendet, um die Gewöhnlichkeit zu betonen, z. B. Z. 22 f.: „Dabei durfte er sich nicht bewegen, sonst verschob sich seine Malerei.“ Gesprochene Sprache gibt es in dieser Geschichte nur in Z. 1, wo Achim sich über seine nicht vorhandenen Fähigkeiten und seine Wahrnehmung von anderen bewusst wird.

Schritt 2: Untersuche den Satzbau

Neben der Wortwahl musst du auch den Satzbau (die Syntax) untersuchen. Auf Folgendes solltest du dabei achten:

  • Ellipsen
  • Hypotaxen (komplexes Satzgefüge aus Haupt- und Nebensätzen)
  • Parataxen (einfache Aneinanderreihung vieler Hauptsätze)
  • Häufung spezieller Satzarten (z. B. Ausrufesätze, Fragesätze)
  • Inversionen (Umstellung der Wortstellung im Satz)

Nun überprüfst du die Satzstrukturen in dem Beispieltext und belegst sie.

  • Ellipsen: z. B. Z. 5 f.: „Ein unbeschriebenes Blatt Papier, eine tonlose Melodie, ein ungesagtes Wort, ungelebtes Leben.“ Auch  Z. 12: „Straßen, Häuser, Läden, Autos, Passanten, immer dasselbe.“
    In der ersten Ellipse macht Achim sich Gedanken über sein trostloses Leben und findet andere Worte als „Nichts“ dafür. In der zweiten Ellipse beschreibt Achim die Monotonie der Straße. Die Beispiele untermauern die Monotonie und Trostlosigkeit in Achims Leben.
  • Hypotaxen: z. B. Z. 13 ff.: „Zurück zum Spiegel, näher heran, so nahe, dass er glaubte, das Glas zwischen sich und seinem Spiegelbild durchdringen zu können.“ Die Hypotaxen werden hier vor allen Dingen eingesetzt, um Achims Gedanken und Gefühle in verdichteter Form darzustellen.

Schritt 3: Untersuche die bildhaften Figuren

Als dritten Schritt untersuchst du die bildhaften Figuren, die im Text verwendet werden. Auch hierfür gibt es eine Liste einiger Figuren, die du abarbeiten kannst.

Überprüfe auch sie am Text, bedenke aber, dass es sich um eine Kurzgeschichte handelt und du deshalb nur sehr wenige bildhafte Figuren finden wirst. Dennoch kann folgende nachgewiesen werden:

  • Symbol: Das Gesicht, das Achim auf den Spiegel zeichnet, ist ein Symbol dafür, wie Achim sich selbst wahrnimmt. Die kalten Farben, die Achim verwendet, symbolisieren die Trostlosigkeit und Kälte in Achims Leben.

Schritt 4: Formuliere deine Ergebnisse aus

Da du mit der Analyse der sprachlichen Mittel jetzt fertig bist, kannst du deine Ergebnisse ausformulieren.

Für die sprachliche Analyse wird zunächst der Bereich der Wortwahl und der Wortfelder untersucht. Sehr häufig, insgesamt siebenmal, wird im ersten Sinnabschnitt (vgl. Z. 1–6) das Wort „nichts“ verwendet. Dabei wird Achims innere Verfasstheit, also seine Ausweglosigkeit und Zerrissenheit verdeutlicht. Ebenso spielt der Begriff „Spiegel“ und dessen Wortfeld, wie beispielsweise „Spiegelscheibe“ (Z. 28), „Spiegelbild“ (Z. 13) und „Spiegelstellen“ (Z. 24), in der Geschichte eine zentrale Rolle. Beim Blick in den Spiegel wird Achim sich seiner Situation bewusst. Der Spiegel spiegelt Achims Zerissenheit und sein trostloses Leben wider. Wie in Kurzgeschichten üblich wird hier vor allem Umgangssprache verwendet, um die Alltäglichkeit zu betonen, wie z. B. in Z. 22 f.: „Dabei durfte er sich nicht bewegen, sonst verschob sich seine Malerei.“ Gesprochene Sprache gibt es nur in Z. 1, wo Achim sich über seine nicht vorhandenen Fähigkeiten und seine Wahrnehmung von anderen bewusst wird. Hinsichtlich der Syntax fallen v. a. die zahlreichen Ellipsen auf, z. B. in Z. 5 f.: „Ein unbeschriebenes Blatt Papier, eine tonlose Melodie, ein ungesagtes Wort, ein ungelebtes Leben.“ Achim macht sich Gedanken über sein trostloses Leben und findet andere Worte als das zuvor erwähnte „Nichts“ dafür. Zu den Ellipsen zählt ebenso Z. 12: „Straßen, Häuser, Läden, Autos, Passanten, immer dasselbe“, wo Achim die Monotonie der Straße beschreibt. Beide Beispiele verdeutlichen die Monotonie und Trostlosigkeit in Achims Leben. Neben den Ellipsen findet man im Text einige Hypotaxen, wie beispielsweise in Z. 13 ff.: „Zurück zum Spiegel, näher heran, so nahe, dass er glaubte, das Glas zwischen sich und seinem Spiegelbild durchdringen zu können.“ Ihr Einsatz erfolgt, um die Gedanken und Gefühle des Protagonisten in verdichteter Form darzustellen. Da es sich beim vorliegenden Text um eine Kurzgeschichte handelt, ist der Einsatz bildhafter Figuren sehr spärlich. Hervorzuheben ist jedoch das Gesicht, das Achim auf den Spiegel zeichnet. Es ist ein Symbol dafür, wie Achim sich selbst wahrnimmt. Die kalten Farben, die Achim verwendet, symbolisieren wiederum die Trostlosigkeit und Kälte in Achims Leben.

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