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Wie du die Figuren und ihre Beziehungen analysierst


Aufgabe

Analysiere im Text „Nachts schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert die Beziehung von Jürgen und dem älteren Mann. Den Text findest du hier:

wolfgang_borchert_nachts_schlafen_die_ratten_doch.pdf

Schritt 1: Stelle die handelnden Figuren kurz vor

Bevor du auf die Figurenkonstellation in einem literarischen Text eingehst, solltest du zunächst die einzelnen Figuren näher beschreiben. Dabei gibst du an, welche Informationen über sie bekannt sind. Dies könnten z. B. sein:

  • allgemeine Informationen zu Name, Alter, Wohnort, Beruf
  • äußeres Erscheinungsbild wie Größe, Gesichtszüge, Körperbau
  • besondere Erkennungsmerkmale, wie zum Beispiel auffällige Ohren oder eine ungewöhnliche Nase
  • Situation der Figuren wie innerer Konflikt, Gedanken und Gefühle
  • Handlungsort

Jetzt überprüfst du in der Kurzgeschichte die eben aufgezählten Informationen.

Jürgen

  • Jürgen ist 9 Jahre alt und sehr schlau für sein Alter.
  • Er sitzt in den Trümmern, weil er seinen kleinen Bruder vor den Ratten beschützen will. Dieser ist während eines Bombenangriffs umgekommen.

Der ältere Mann

  • Der ältere Mann fällt vor allem durch seine Beine auf, die so krumm sind, dass die Sonne durchscheint.
  • Außerdem trägt er einen großen Korb, in dem Jürgen Kaninchenfutter vermutet.

Schritt 2: Untersuche die Beziehung der Figuren zu Beginn der Handlung

Zunächst musst du dir überlegen, in welcher Beziehung die Figuren im Text zueinander stehen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

  • Die Figuren sind Fremde (stehen in keinerlei Beziehung zueinander).
  • Die Figuren sind Freunde (stehen in einer freundschaftlichen Beziehung zueinander).
  • Die Figuren gehören zu einer Familie (stehen in einer familiären Beziehung).
  • Die Figuren sind Geschäftspartner (stehen in einer geschäftlichen Beziehung).
  • Die Figuren sind ein Liebespaar (stehen in einer Liebesbeziehung).
  • Die Figur hat zu sich selbst eine bestimmte Beziehung.

Finde als Nächstes heraus, wie die Beziehung zwischen Jürgen und dem älteren Mann zu Beginn der Handlung aussieht.

  • Jürgen und der ältere Mann kennen sich nicht, der ältere Mann kommt auf Jürgen zu, weil er ihn in den Trümmern sitzen sieht.
  • Jürgen hat zunächst Angst, als der ältere Mann auf ihn zukommt (Z. 4: „Jetzt haben sie mich.“).
  • Jürgen ist misstrauisch und begegnet dem älteren Mann ablehnend, weil er nicht will, dass jemand herausbekommt, was er bewacht (vgl. Z. 9–16).
  • Der ältere Mann scheint sich Sorgen um Jürgen zu machen (Z. 9: „Du schläfst hier wohl, was?“).

Schritt 3: Untersuche die Beziehung der Figuren während des Handlungsverlaufs

In einem weiteren Schritt prüfst du, wie sich die Beziehung der Figuren zueinander ändert. Wieder schreibst du in Stichpunkten deine Ergebnisse auf.

Grundsätzlich kann sich die Beziehung zu den Mitmenschen folgendermaßen ändern:

  • Die Figuren nähern sich einander an: Eine Beziehung wird stärker oder beginnt sich zu entwickeln.
  • Die Figuren entfernen sich voneinander.
  • Die Beziehung der Figuren bleibt gleich oder es entsteht keine.

Bei unserem Beispiel sieht das so aus:

  • Der ältere Mann versucht Vertrauen zu Jürgen aufzubauen, um zu erfahren, worauf Jürgen aufpasst. Das macht er, indem er von seinen Kaninchen erzählt (Z. 29: „‚Stimmt‘, sagte der Mann, ‚und genau soviel Kaninchen habe ich.‘“).
  • Die Kaninchen wecken Jürgens Neugier und lassen ihn langsam Vertrauen zu dem Mann fassen (Z. 30: „Jürgen machte einen runden Mund: ‚Siebenundzwanzig?‘“).

Schritt 4: Untersuche die Beziehung der Figuren am Ende der Handlung

Jetzt folgt der vierte Schritt der Analyse. Nun überprüfst du, wie die Figuren am Ende der Handlung zueinander stehen. Dabei stellst du dir folgende Fragen:

  • Bleibt das Verhältnis der Figuren aus Schritt 3 bestehen?
  • Nähern sich die Figuren einander an?
  • Entfremden sich die Figuren?

Ähnlich wie schon im vorherigen Schritt untersuchst du jetzt, wie sich die Beziehung von Jürgen und dem älteren Mann zum Ende der Handlung entwickelt.

  • Der ältere Mann schafft es, Jürgen zu entlocken, warum er in den Trümmern sitzt (Z. 53–55).
  • Er erzählt Jürgen, dass die Ratten nachts schlafen, und versucht auf diese Art, Jürgen dazu zu bewegen, dass er seinen Posten aufgibt.
  • Jürgen vertraut dem älteren Mann so weit, dass er sich von ihm abholen lässt, wenn es dunkel wird und er sicher sein kann, dass die Ratten schlafen.

Schritt 5: Formuliere deine Ergebnisse aus

Im letzten Schritt kannst du dann deine Ergebnisse aus den ersten vier Schritten ausformulieren.

Die beiden Figuren in der Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ sind Jürgen und ein älterer Herr. Jürgen ist 9 Jahre alt und sehr gewitzt für sein Alter. Er harrt schon seit einiger Zeit in den Trümmern eines Hauses aus, weil er seinen Bruder vor den Ratten beschützen will. Dieser ist während eines Bombenangriffs umgekommen. Der ältere Herr fällt vor allem durch seine Beine auf, die so krumm sind, dass die Sonne durchscheint. Außerdem trägt er einen großen Korb, in dem Jürgen Kaninchenfutter vermutet.

Zu Beginn der Kurzgeschichte sind sich die beiden Figuren fremd. Der ältere Mann spricht Jürgen an, weil er ihn in den Trümmern sitzen sieht. Jürgen hat zunächst Angst, als der ältere Mann auf ihn zukommt (Z. 4: „Jetzt haben sie mich.“) und begegnet ihm mit Misstrauen. Jürgen möchte nicht, dass der ältere Mann herausbekommt, was er genau bewacht (vgl. Z. 9–16). Der ältere Mann hingegen spricht Jürgen an, weil er sich wundert, dass er dort sitzt, und sich Sorgen zu machen scheint (Z. 9: „Du schläfst hier wohl, was?“).

Im Verlauf der Kurzgeschichte versucht der ältere Mann Vertrauen zu Jürgen aufzubauen, um zu erfahren, worauf Jürgen aufpasst. Das macht er, indem er von seinen Kaninchen erzählt (Z. 29: „‚Stimmt‘, sagte der Mann, ‚und genau soviel Kaninchen habe ich.‘“). Und eben diese Kaninchen wecken Jürgens Neugier und lassen ihn langsam Vertrauen zu dem älteren Mann aufbauen (Z. 30: „Jürgen machte einen runden Mund: ‚Siebenundzwanzig?‘“).

Zum Ende der Kurzgeschichte schafft es der ältere Mann, Jürgen zu entlocken, warum er in den Trümmern sitzt (vgl. Z. 53–55). Jürgen bewacht die Stelle, wo er seinen verstorbenen Bruder vermutet, weil er Sorge hat, dass die Ratten ihn aufessen. Denn das hat Jürgens Lehrer erzählt. Der ältere Mann kann Jürgen seine Sorgen nehmen, indem er ihn davon überzeugt, dass Ratten nachts schlafen. Er schafft es, dass Jürgen ihm sein Vertrauen schenkt und zusagt, sich von dem älteren Mann abholen zu lassen, sobald es dunkel wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Jürgen und der ältere Mann anfangs noch Fremde waren, sich aber im Verlauf der Geschichte immer weiter annähern und Vertrauen zueinander fassen.

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