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Wie du die Figuren eines epischen Textes analysiert


Aufgabe

Finde in Hebels Kalendergeschichte Beispiele für direkte und indirekte Charakterisierung.

johann_peter_hebel_kaiser_napoleon_und_die_obstfrau_in_brienne.pdf

Schritt 1: Ermittle die Figurencharakteristik

Sammle möglichst viele Merkmale und Eigenschaften aus folgenden Kategorien über die zu charakterisierende Figur; nicht immer finden sich in einem Text Informationen zu allen Bereichen.

  • Erscheinungsbild: Alter, Körperbau, Aussehen, Kleidung usw.
  • Lebensumstände: Beruf, Bildung, gesellschaftliche Stellung, Beziehungen usw.
  • Verhalten: Gewohnheiten, Verhaltensmuster, Sprechweise usw.
  • Denken und Fühlen: Einstellungen, Interessen, Denkweise, Wünsche und Ängste usw.

Die Merkmale und Eigenschaften einer Figur erhältst du sowohl durch direkte als auch durch indirekte Charakterisierung.
Die direkte Charakterisierung erfolgt durch

  • den Erzähler, der die Figur vorstellt, beschreibt, bewertet,
  • andere Figuren, die über die Figur sprechen oder nachdenken,
  • die Figur selbst, die über sich spricht und nachdenkt.

Die indirekte Charakterisierung erfolgt durch

  • die Schilderung des Verhaltens der Figur,
  • die Beschreibung ihres äußeren Erscheinungsbildes,
  • die Wiedergabe ihrer Äußerungen, Gedanken, Gefühle,
  • die Darstellung ihrer Beziehungen zu anderen Figuren.

Die gesprochenen oder gedachten Äußerungen und Empfindungen der Handlungsfiguren bilden oft einen wichtigen Bestandteil szenischer Darstellungen. Verschiedene Formen der Figurenrede enthalten direkte Informationen über den Charakter einer Figur, aber auch die Sprechweise lässt relevante Rückschlüsse zu (vgl. auch S. 20 f.).

Schritt 2: Bestimme die Formen der Figurenrede

  • Direkte Rede
  • Indirekte Rede
  • Figurenrede
  • Erlebte Rede
  • Innerer Monolog: Wie die erlebte Rede versucht der innere Monolog, den Bewusstseinszustand einer Figur unmittelbar vorzuführen. Dies geschieht in einem stummen Selbstgespräch der Figur unter Verwendung von Ich-Form und Präsens bzw. Präsensformen.

Untersuche schließlich, wie der Autor eine Figur konzipiert hat. Erfasse die Figurenkonzeption mithilfe der folgenden Gegensätze.

  • Statisch oder dynamisch: Handelt es sich um eine Figur, die gleich bleibt, oder um eine Figur, die sich im Verlauf der Handlung deutlich verändert?
  • Typisiert oder komplex: Handelt es sich um eine Figur mit wenigen Merkmalen oder um eine Figur mit vielen individuellen Eigenschaften?
  • Geschlossen oder offen: Handelt es sich um eine Figur mit klar verständlichen Wesenszügen oder um eine für den Leser mehrdeutige Figur mit unerklärlichem Verhalten?

Schritt 3: Untersuche die Figurenkonstellation

Die Figuren in einem Erzähltext sind Teile eines mehr oder weniger umfangreichen Beziehungsgeflechts, das als Figurenkonstellation bezeichnet wird und für den Handlungsverlauf grundlegend ist. Arbeite anhand der Figurenkonstellation heraus, in welchem Verhältnis die Figuren zueinander stehen. Bei der Analyse der Figurenkonstellation helfen dir die folgenden Fragen:

  • Zwischen welchen Figuren besteht eine freundschaftliche oder partnerschaftliche Verbundenheit? Worauf gründet diese sich? Was haben die Figuren gemeinsam?
  • Bestehen Konflikte zwischen Figuren? Woher rühren diese Konflikte? Welche unterschiedlichen Interessen haben die Gegner?
  • Gibt es innerhalb einer Gruppe von Figuren eine bestimmte Rangordnung? Wer muss sich wem unterordnen? Woraus entsteht diese Hierarchie?
  • Sind die Beziehungen stabil oder sind sie Veränderungen unterworfen? Wodurch werden Veränderungen ausgelöst?
  • Gibt es eine zentrale Hauptfigur? Wie sind die Nebenfiguren um die Hauptfigur angeordnet? Kann man von Symmetrie oder von Gleichgewicht in der Figurenkonstellation sprechen?

Lösung

Direkte Charakterisierung Napoleons

  • „großer Kaiser“ (Z. 1)
  • „kenntnisreicher Soldat“ (Z. 5)
  • „edler, junger Herr“ (Z. 9/10)
  • „junger Krieger“ (Z. 11)
  • „kann doch auch der beste Kopf so etwas vergessen, bis zuletzt das erkenntliche Gemüt ihn wieder daran erinnert“ (Z. 12 f.)
  • „mag wohl sehr gerührt gewesen sein“ (Z. 21/22 f.)

Indirekte Charakterisierung Napoleons

  • „Das lehrten in der Folge seine Kriege, die er führte, und seine Taten.“ (Z. 2 ff.)
  • „Da er gerne Obst aß“ (Z. 3)
  • „Aber ihr sollt nicht vergessen sein“ (Z. 8/9 f.)
  • seine Karriere: vom General zum französischen Kaiser, der Besuch bei der Obstfrau und sein Verhalten ihr gegenüber
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