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Wie du die Analyse einer Gedichtinterpretation vorbereitest


Aufgabe

Lies das Gedicht „Die eine Klage" von Karoline von Günderode. 
Schildere deine ersten Eindrücke und beschreibe dabei die visuellen Signale und die Bauform des Textes.

karoline_von_guenderrode_die_eine_klage.pdf

Schritt 1: Erfasse die Aufgabenstellung

Analyseschwerpunkte


Die Gedichtinterpretation setzt immer an einem Beispieltext an, den du analysieren und
interpretieren sollst. Dabei wird von dir entweder eine allgemeine Erschließung in Bezug
auf Form, Sprache und Inhalt verlangt, oder es werden bereits konkrete Anhaltspunkte
für die Analyse vorgegeben.

  • Bei der offenen Aufgabenstellung („Analysieren und interpretieren Sie …“) sollst du die formalen und inhaltlichen Elemente eines Gedichts sowie seine sprachlichen Bilder und die Wortsemantik analysieren. Dabei kannst du selbst die Aspekte auswählen, die dir wichtig erscheinen.
  • Bei Aufgaben mit Analyseschwerpunkten kann es um Motive oder die Einordnung in eine Epoche gehen. Sollen zwei Gedichte verglichen werden, achte auf die Untersuchungsaspekte. Notiere dir die Aspekte, auf die du dich konzentrieren sollst.

Operatoren


Lies die Aufgabenstellung genau. Im Arbeitsauftrag weisen dich bestimmte Operatoren
darauf hin, was von dir verlangt wird. Bestimme, was die Operatoren bedeuten, und überlege,
was genau analysiert werden soll.

Operatoren für Analyse und Interpretation

  • Analysieren: unter gezielten Fragestellungen sprachlich-stilistische und inhaltliche Merkmale, Strukturen und Zusammenhänge herausarbeiten und die Ergebnisse darstellen
  • Untersuchen: Texte anhand vorgegebener Kriterien oder Aspekte durcharbeiten
  • Herausarbeiten: aus einem Text Aussagen, Merkmale, Aspekte erarbeiten, die nicht explizit genannt werden
  • Interpretieren: von der Deutung textimmanenter und ggf. textexterner Elemente und Strukturen zu einer Gesamtdeutung eines Textes kommen
  • Erschließen: Texte zugänglich bzw. verständlich machen, indem man ihren Sinn kriterien- und aspektorientiert erarbeitet
  • Charakterisieren: Figuren, Vorgänge oder Sachverhalte in ihrer jeweiligen Eigenart treffend und anschaulich kennzeichnen

Schritt 2: Erfasse die Bauform und äußere Kennzeichen

Visuelle Signale


Die meisten Gedichte weisen Besonderheiten im Schriftbild auf. Sie helfen, bestimmte Effekte zu verstärken oder Aussagen optisch zu unterstreichen. Solche visuellen Signale bedürfen einer besonderen Betrachtung.

Visuelle Signale in Gedichten

  • Leerzeilen gliedern ein Gedicht in Abschnitte bzw. Strophen.
  • Eingerückte Verszeilen oder verschiedene Schrifttypen verdeutlichen die inhaltliche Gliederung des Gedichts; bestimmte Zusammenhänge oder Gegensätze können auf diese Weise betont werden.
  • Die gleichmäßige Länge der einzelnen Verszeilen kann einen geschlossenen und geordneten Eindruck erwecken. Verszeilen, die in ihrer Länge stark voneinander abweichen, wirken demgegenüber unruhig und disharmonisch.


Bauform


Viele Gedichte sind in Strophen und Verse gegliedert. Notiere die Anzahl der Strophen
und der Verse pro Strophe. Je nach Strophenform und Metrum kann man Gedichte charakteristischen
Bauformen zuordnen.

Charakteristische Bauformen von Gedichten

  • Ballade
  • Elegie: Klagegedicht, in Distichen verfasst; wesentliche Themen sind wehmütige Erinnerungen, Liebesklage, die Vergänglichkeit oder die Sehnsucht nach einem Ideal.
  • Epigramm: kurzes Sinngedicht (ursprünglich Distichon), meist ein antithetisch bzw. zugespitzt formulierter Gedanke; Sinnspruch mit Pointe.
  • Hymne: feierlicher Lob- und Preisgesang in erhabener Sprache zur Verherrlichung von Göttern, Helden, Herrschern oder Tugenden.
  • Lied: schlichter, aber unmittelbarer lyrischer Ausdruck; steht der Musik nahe; die Strophen sind durch Reim und Parallelismus miteinander verbunden; meist drei bis vierhebige Verse.
  • Ode: strenge, strophisch gegliederte Form; hat Feierliches und Erhabenes zum Thema; Ausrufe, oft in Anredeform (eine Ode richtet sich an ein Gegenüber); oft freie Rhythmen, aber keine Reime.
  • Sonett

Lösung

Es geht um den Schmerz um eine verlorene Liebe und um den Rückblick auf die Freude, die eine Liebe geben kann. Es herrscht eine resignierte Stimmung, da der Verlust der Liebe endgültig zu sein scheint; aber dennoch scheint es eine Sehnsucht oder Hoffnung zu geben. Warum enthält der Titel bestimmten und unbestimmten Artikel („die“ und „eine“)? Was bedeutet der Titel?

Das Gedicht besteht aus vier Strophen mit jeweils sechs Versen. Vers 1 und 4 sind jeweils kürzer als die übrigen Verse, dadurch entsteht ein unruhiges Schriftbild.

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