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Lexikon Chemie

Zinn

Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Zeichen Sn (von lat. stannum), OZ 50, mittlere relative Atommasse 118,71, Mischelement.

Physikalische Eigenschaften: Silberweißes, glänzendes, sehr weiches Schwermetall, das in mehreren Modifikationen (als α-, β- und γ-Zinn) auftritt: Dichte (β-Zinn) 7,31 g/cm³. Fp. 231,93 °C, Sp. 2602 °C. Die Umwandlung von β- in α-Zinn geschieht in Form sich langsam auf dem Metall ausbreitender dunkler Flecken (sog. Zinnpest) und verläuft umso rascher, je tiefer man abkühlt. Durch Zulegieren von geeigneten Inhibitoren (u. a. Blei, Antimon) lässt sich die Bildung von α-Zinn stark verlangsamen (andere Metalle wie Aluminium oder Magnesium beschleunigen die Umwandlung). Beim Biegen eines Zinnstabes tritt ein knirschendes Geräusch auf, das sog. Zinngeschrei, das durch Reibung der β-Kristalle aneinander verursacht wird. Zinn ist sehr dehnbar und kann bei gewöhnlicher Temperatur zu sehr dünnen Folien ausgewalzt werden.

Chemische Eigenschaften: Zinn ist bei gewöhnlicher Temperatur gegen Luft und Wasser beständig, auch gegenüber vielen Chemikalien, besonders gegenüber schwachen Säuren und solchen Stoffen, die in Lebensmitteln vorkommen (wichtig für die Verwendung von Zinngeschirr). Erst bei starkem Erhitzen verbrennt es an der Luft zu Zinndioxid, SnO2; mit den freien Halogenen verbindet es sich zu den Zinntetrahalogeniden, SnX4, von starken Säuren oder Basen wird es leicht angegriffen.

Darstellung: Zinnstein wird durch Rösten von Verunreinigungen wie Schwefel und Arsen befreit und dann durch Erhitzen mit Koks oder Kohle reduziert: SnO2 + 2 C → Sn + 2 CO. Das so gewonnene Rohzinn wird, um es von Eisenverunreinigungen zu befreien, nun ganz wenig über seinen Schmelzpunkt erhitzt (Seigern). Dabei kommt das reine Zinn zum Schmelzen und läuft auf einer schrägen Unterlage ab, das Eisen bleibt inForm einer schwer schmelzbaren Legierung mit Zinn zurück (Seigerkörner).

Verwendung: Zinn dient zum Überziehen (Verzinnen; Korrosionsschutz) von Eisenblechen (Weißblech), zur Herstellung von Tuben und dünnen Folien (Stanniol; heute meist durch billigere Aluminiumfolie ersetzt); früher wurden große Mengen Zinn für Zinngeschirr oder Zinnfiguren verwendet. Zinnlegierungen (mit Kupfer, Antimon, Blei) haben Bedeutung als Bronze, Lagermetall, Letternmetall und Lötzinn. Zinnlegierungen mit 30–40 % Blei dienen zur Herstellung von Orgelpfeifen (Orgelmetall).

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