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Lexikon Biologie

Ohr

Ohr: das Gehör- und Gleichgewichtsorgan der Wirbeltiere (-Sinnesorgane). Man unterscheidet Außenohr (Ohrmuschel und Gehörgang), Mittelohr (Paukenhöhle mit Gehörknöchelchen)  und Innenohr. Da alles Wirbeltieren zwei Hörorgane zur Verfügung stehen, kommt es zur Fähigkeit des räumlichen Hörens. Trifft der Schall nicht von vorn, sondern von einer Seite auf unsere Ohren, so gelangt er in das eine Ohr immer ein wenig früher als in das andere. Dieses Zeitintervall genügt, um die Richtung, aus der der Schall kommt, zu bestimmen.

Am inneren Ende des Gehörgangs liegt das Trommelfell. Die Trommelfellmembran wird durch die ankommenden Schallwellen in Schwingungen versetzt und überträgt diese  auf die drei Gehörknöchelchen im Mittelohr. Die gelenkig verbundenen Knöchelchen wirken dabei als Hebelsystem und verstärken den Druck der Schallwellen etwa um das Anderthalbfache. Der Steigbügel gibt über das ovale Fenster (eine elastische Membran) die Schallwellen an die Flüssigkeit im Innenohr weiter. Das Trommelfell besitzt etwa die 20 bis 30-fache Fläche des ovalen Fensters. Dadurch wird eine Verstärkung des Schalldrucks auf das 20 bis 25-fache erreicht.

Die Paukenhöhle ist durch die Ohrtrompete (Eustachi-Röhre) mit der Rachenhöhle verbunden; sie dient dem Druckausgleich.

Das Innenohr (Labyrinth) umfasst außer dem eigentlichen Hörorgan (der Schnecke) das Schweresinnes- und das Bewegungssinnesorgan (Sacculus, Utriculus und Bogengänge).  Die drei Bogengänge sind in den drei Ebenen des Raums angeordnet. Sie sind mit Endolymphe gefüllt. Ihr Sinnesapparat besteht aus der Cupula, einer  kuppelartigen, leicht beweglichen Gallertmasse, die in jede Ampulle hineinragt und an ihrer Basis Sinneshaare und Sinneszellen trägt. Der spezifische Reiz für diese  Sinneszellen wird durch die Bewegung der Endolymphe ausgelöst. Bei Drehungen des Kopfes, nicht bei geradliniger Beschleunigung, kommt es wegen der Trägheit der  Endolymphe zu einer Relativbewegung der Bogengänge gegen die Endolymphe. Diese verschiebt die Cupula. Die Sinneshaare am Grunde der Cupula werden gebogen und  damit die Sinneszellen gereizt. Wird die Drehbewegung plötzlich gestoppt, fließt die Endolymphe wegen ihrer Trägheit weiter und löst hierdurch die Empfindung einer Bewegung  in umgekehrter Richtung aus (sog. Drehschwindel).

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