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Lexikon Biologie

Immunglobuline

Immunglobuline (Abk. Ig) sind von Plasmazellen synthetisierte Proteine, die meist Antikörperaktivität haben und deren Bildung durch Antigene ausgelöst wird; sie werden auch als Gammaglobuline im weiteren Sinne bezeichnet. Immunglobuline werden von B-Lymphocyten gebildet. Sie sind für die humorale Abwehr verantwortlich und für die Infektabwehr  von großer Bedeutung. Alle Immunglobuline besitzen gemeinsame Strukturmerkmale. Sie bestehen aus zwei »schweren« Polypeptidketten, den H-Ketten (H=heavy; mit relativen Molekülmassen von rd. 50 000), und zwei »leichten« Polypeptidketten (L=light; mit relativen Molekülmassen um 25 000), die über symmetrisch angeordnete Disulfidbrücken (Dithioetherbrücken) miteinander verbunden sind. Jede der Ketten besteht aus einem Teil, dessen Aminosäuresequenz unveränderlich und für die jeweilige Art charakteristisch ist  (konstante Region), und einem Abschnitt, in dem die Aminosäuresequenz für jeden spezifischen Antikörper verschieden ist (variable Region). Die variablen Regionen bilden die Bindungsstellen für die Antigene.

Beim Menschen sind bisher fünf Klassen von Immunglobulinen (Ig-Klassen) beschrieben worden, die mit IgG, IgM, IgA, IgD und IgE bezeichnet werden.

IgG, die Gammaglobuline im engeren Sinne, sind der wichtigste Träger der Antikörperfunktion im Blutserum. IgM, das größte Immunglobulin, das praktisch nur im Blutserum vorkommt, ist als das zuerst gebildete Immunglobulin in der Frühphase der Immunreaktion nachweisbar; es beeinflusst positiv die nachfolgende IgG-Synthese. IgA wird v. a. in  den Schleimhäuten gebildet und dann in die Sekrete abgegeben; es ist in Darm- und Bronchialsekret, Speichel, Nasenschleim, Tränenflüssigkeit und Kolostrum (Brust) nachweisbar und somit an den häufigsten Eintrittspforten der Krankheitserreger ein wichtiger Faktor der Immunität. IgE ist normal nur in sehr geringen Mengen vorhanden und  an der Abwehr von Parasiten beteiligt; es kann an Mastzellen und basophile Granulocyten binden und diese nach Antigenkontakt zur Ausschüttung von Histamin veranlassen; es ist  somit u. a. von Bedeutung für das Entstehen von Allergien. Die Funktion des IgD ist bislang ungeklärt.

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